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Bayerischer Rundfunk

Der Bayerische Rundfunk, die Landesrundfunkanstalt im Freistaat Bayern, ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland ARD. Der größte Teil des Bayerischen Rundfunks ist in der Münchner Innenstadt ansässig. Das BR Fernsehen hat seinen Sitz in Freimann.

Seinen Ursprung hat der Bayerische Rundfunk in der sogenannten „Deutschen Stunde in Bayern", einer Gesellschaft, die 1922 in München als regionale Tochtergesellschaft der „Deutschen Stunde" gegründet wird. Ab 1924 werden die ersten Sendungen ausgestrahlt. Diese sollen sowohl zur Belehrung als auch zur Unterhaltung dienen. Zu diesem Zeitpunkt können ca. 0,8 Prozent der Bevölkerung den Sender empfangen.

Im März 1933 besetzen Nationalsozialisten das Rundfunkgebäude, und schon im Sommer 1933 werden vom Reichssender München aus Hetzreden gegen die österreichische Regierung gesendet. Für Goebbels ist „der Rundfunk das modernste Massenbeeinflussungsmittel". Daher ist es ihm und den anderen Nationalsozialisten ein Anliegen, den Rundfunk der gesamten Bevölkerung zugänglich zu machen, um sie jederzeit erreichen und mobilisieren zu können.

Am 27. und 28. April 1945 besetzt die Freiheitsaktion Bayern (FAB) kurzzeitig den Sender Ismaning im Erdinger Moos. Am 1. Mai 1945 wird die Anstalt der US-Besatzungsmacht übergeben. Nach Kriegsende gründet die amerikanische Militärregierung das  Radio München. Dieses gilt als Hauptnachrichtenquelle, da aufgrund der Papierrationierung Printmedien nur bedingt zugänglich sind. Das Radio München sendet neben bis dato verbotener Musik auch Programme wie Nie wieder Krieg und berichtet über die Nürnberger Prozesse. Das Ziel des Senders ist in erster Linie die Umerziehung der deutschen Bevölkerung; dafür soll sie mit dem Wesen der Demokratie vertraut gemacht werden.

In seiner heutigen Rechtsform besteht der Bayerische Rundfunk seit dem 25. Januar 1949. An diesem Tag übergibt Murray D. van Wagoner, der Direktor der amerikanischen Militärregierung, die Lizenzurkunde an Rudolf von Scholtz. Damit wird der Radiosender Radio München in deutsche Hände gegeben. Radio München ist die erste deutsche Radiostation in der amerikanischen Besatzungszone nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Zu diesem Anlass stellt Staatsintendant Alois Johannes Lippl in seiner Ansprache vier Maxime des Rundfunks vor, die seiner Meinung nach stets zu beachten seien: „Dass er nämlich zu jeder Stunde sein soll ein Instrument der Wahrheit, ein Instrument der Freude, ein Instrument der Erholung und ein Instrument der echten Toleranz!"

Auf der Grundlage des Bayerischen Rundfunkgesetzes vom 1. Oktober 1948 wird der Bayerische Rundfunk am 25. Januar 1949 als öffentlich-rechtliche Anstalt ins Leben gerufen, um eine größtmögliche Unabhängigkeit von politischen und privaten Interessensgruppen zu erzielen. Der Bayerische Rundfunk macht es sich zur Aufgabe „die Bevölkerung umfassend und ausgewogen mit Angeboten rund um das Thema ‚Kultur‘ zu versorgen“. Er möchte Kultur für alle in Bayern zugänglich machen und fördert daher die vielfältige Kulturlandschaft Bayerns.

Seit 1950 gibt es ein zweites Hörfunkprogramm (Bayern 2), 1971 kommen das dritte Programm (Bayern 3), 1980 der Klassiksender Bayern 4 und 1991 der Nachrichtenkanal B 5 aktuell dazu.

Vor allem der Radiosender Bayern 2 widmet sich intensiv der Literatur. 1974 wird dort der Zündfunk, der mittlerweile ein etabliertes Magazin ist, als Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks gegründet. Von Beginn an verschreibt sich der Zündfunk der Förderung der alternativen Literaturszene. Zu den langjährigen RedakteurInnen zählt u.a. die Münchner Schriftstellerin Katja Huber. Darüber hinaus werden im  Büchermagazin Diwan auf Bayern 2 im wöchentlichen Rhythmus Autorinnen und Autoren sowie ihre Werke vorgestellt. Auf der Homepage von Bayern 2 finden sich außerdem zahlreiche Informationen zu nationalen und internationalen Schriftstellerinnen und Schriftstellern.

PULS, das neuere Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks, engagiert sich ebenfalls sehr in der bayerischen Literaturszene. Seit 2006 gibt die PULS Lesereihe jungen Autoren und Autorinnen die Möglichkeit, ihre Werke vor einer hochkarätigen Jury zu präsentieren. Die Teilnehmer können ihre Texte zudem auf Lesungen einem breiten Publikum in ganz Bayern vorstellen. Zu den prämierten NachwuchsautorInnen gehören etwa Lara Hampe und Felisa Walter.

2015 plant der Bayerische Rundfunk, die beliebten Literatursendungen Lido und LeseZeichen aus dem Programm zu nehmen. Nach intensiven Zuschauerprotesten und einer Onlinepetition lenken die Verantwortlichen jedoch ein und sehen davon ab, literarische Themen gänzlich zu streichen. Seit 2016 sendet das BR Fernsehen die neue Sendung Südlicht, die von dem Münchner Poetry Slammer Bumillo moderiert wird und Themen aus der Literatur- und Kunstszene Bayerns aufbereitet. Das Kulturmagazin behandelt zudem Beiträge aus den Bereichen Architektur und Musik. Doch schon nach gut einem Jahr wird auch Südlicht aus dem Programm genommen.

Ein häufig wiederholter Dauerbrenner sind auf ARD-alpha dagegen die Klassiker der Weltliteratur, eine Serie aus 101 Folgen, präsentiert von dem Schriftsteller Tilman Spengler.

Der Bayerische Rundfunk ist heute der größte Medienanbieter in Bayern mit rund 3.100 festen und zahlreichen freien Mitarbeitern. Viele bayerische Autorinnen und Autoren sind dort auf die eine oder andere Weise tätig, darunter FX Karl, Thomas Palzer, Christine Auerbach, Thomas Meinecke, Christine Wunnicke, Armin Kratzert und Bumillo.

Außerdem beteiligt sich der Bayerische Rundfunk als Medienpartner an den in Bayern stattfindenden Literaturfestivals wie dem Erlanger Poetenfest, dem Literaturfest München und dem Wortspiele Festival in München, bei dem auch der Bayern-2-Wortspiele-Preis verliehen wird.

 

Verfasser: Judith Bauer / Bayerische Staatsbibliothek
Sekundärliteratur:

Bayerischer Rundfunk (BR), in: Historisches Lexikon Bayerns, URL.


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