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Geb.: 14. 9.1928 in Ebenhausen
Gest.: 12.5.2017 in Ebenhausen
© Claus Obalski

Elisabeth Obalski-Hüfner

Geboren wird Elisabeth Obalski-Hüfner 1928 in Ebenhausen im Isartal (Gemeinde Schäftlarn) bei München, wo sie nach einigen Wanderjahren wieder hinzieht und lebt.

Neben ihrer Tätigkeit als Sekretärin entfaltet sie Ende der 1950-Jahre ein reges Wirken als Schriftstellerin. Ihre Mundartgedichte und Glossen werden von zahlreichen bayerischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht.

Für den Bayerischen Rundfunk verfasst sie über 100 „Betthupferl“, um auch den Kindern den Originalton Süd nahe zu bringen. Schon ihr erster Gedichtband Zuageh duads (1978) verkauft sich über zehntausend Mal.

Zwölf weitere Bücher folgen, darunter der autobiographisch angehauchte Roman Kalte Jahre (1982). Nicht zuletzt für diese schonungslose Abrechnung mit der Nachkriegszeit wird sie 1995 von Roman Herzog mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, aber ebenso für ihr soziales Engagement, das sie zu zahllosen unentgeltlichen Lesungen in Seniorenheimen oder Krebskliniken führt.

Kurt Wilhelm lädt sie wiederholte Male zu seinen Turmschreibern ein. Für eines der Mitglieder, Franz Ringseis, stellt sich Elisabeth Obalski-Hüfner als „die bayerischste der Mundartdichterinnen“ dar, „wenn man darunter das ‚Bayerische Herz‘ versteht, das Wärme ausstrahlt und Humor aufscheinen lässt, in dem aber auch der Wunsch zum Bessermachen spürbar ist.“

Im Hörfunk tritt sie mit Bestsellerautorin Anna Wimschneider auf, auch bei der jungen Generation wie Martina Schwarzmann kommt sie gut an. BR-Autor Michael Bauer erliegt in seinem Porträt für das Bayerische Fernsehen „dem Charme der dichtenden Großmutter“.

Obalski-Hüfner „bietet den alten Knochen Trotz“ und rafft sich zu eigenen Lesungen auf. Hin und wieder delegiert sie sie an Sohn Claus, bekannt als Schauspieler aus dem Komödienstadel oder als Ulla-Schmidt-Double vom Nockherberg.

Auch in der nächsten Generation macht ein Künstler auf sich aufmerksam. Enkel Dominik, Sprössling ihres ältesten Sohns Werner, hat bereits erste Talentproben als Bühnenkomponist, u.a. an den Münchner Kammerspielen abgelegt.

Nur zum Dichten kommt Elisabeth Obalski-Hüfner kaum: „Es braucht viel Zeit um so alt zu werden, und es kostet viel Zeit, um alt zu sein.“ Am 12. Mai 2017 stirbt sie nach langer Krankheit in ihrem Heimatort Ebenhausen.

Verfasser: Claus Obalski / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Füssl, Karl (2004): Elisabeth Obalski-Hüfner (*28.9.1928). Poetin „mit bayrisch Herz“. In: Schweiggert, Alfons; Macher, Hannes S. (Hg.): Autoren und Autorinnen in Bayern. 20. Jahrhundert. Bayerland Verlag, Dachau, S. 278.


Externe Links:

Literatur von Elisabeth Obalski-Hüfner im BVB

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