Info
Gegründet: 2010
Dauer: jährlich, ca. drei Wochen
Ort: München
Veranstalter: Stadt München, Börsenverein des Deutschen Buchhandels/Landesverband Bayern e.V., Literaturhaus München
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Literaturfest München

Im Jahr 1990 findet in München die erste Internationale Frühjahrsbuchwoche statt. Das thematisch fokussierte Literaturfestival, das vorwiegend politisch-topografische Akzente setzt, wird zunächst jährlich, ab 2002 alle zwei Jahre veranstaltet. Die 2008er-Ausgabe mit dem Titel „Literatur baut Brücken: Gastland Kanada“ ist allerdings die letzte Internationale Frühjahrsbuchwoche, da die Stadt München, das Literaturhaus München und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels/Landesverband Bayern e.V. beschließen, die verschiedenen literarischen Initiativen jeweils im Herbst in einem Großereignis zusammenzufassen: Im Jahr 2010 wird das erste Literaturfest München veranstaltet, das seither alljährlich knapp drei Wochen lang im November und Dezember stattfindet.

Das Literaturfest München setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: der Münchner Bücherschau, die – als Publikumsmesse mit zahlreichen literarischen Veranstaltungen – bereits seit 1959 alljährlich im Herbst das literarische Leben der Stadt bereichert; dem eigens für das Literaturfest konzipierten Festprogramm des Literaturhauses mit dem Markt der unabhängigen Verlage „Andere Bücher braucht das Land“ sowie der Reihe forum:autoren als auffälligster Neuerung. Im Rahmen des Literaturfests werden zudem mehrere Preise verliehen: der Geschwister-Scholl-Preis, der Preis für einen bayerischen Kleinverlag und (seit 2014) der städtische Fernsehpreis LiteraVision.

Eindrücke von der Bücherschau (Foto: Kerstin Dahnert) und dem Markt der jungen Verlage (Foto: Juliana Krohn)

Während die 18 Tage dauernde Bücherschau den zeitlichen Rahmen des Literaturfests vorgibt, markiert die zwischen sieben und zehn Tagen dauernde Reihe „forum:autoren“ den Auftakt des Festivals. Die Besonderheit der Reihe besteht darin, dass sie jedes Jahr von einer/m anderen Schriftsteller/in kuratiert wird, der/dem auch die Wahl des Mottos, der Formate und der Gäste obliegt. Als Kurator des ersten forum:autoren im Jahr 2010 fungiert Ilija Trojanow, als Überschrift wählt er „lokal:global“. Im Zentrum seines Konzepts steht die Begegnung verschiedener AutorInnen aus allen Teilen der Welt. Gäste sind unter anderem  Sherko Fatah, German Sadulajew, László Krasznahorkai, Joseph Boyden, Marica Bodrožić, Terézia Mora, Ilma Rakusa sowie Umberto Eco, Herta Müller und Rafael Chirbes.

Die KuratorInnen Ilija Trojanow, Thea Dorn und Dagmar Leupold (mit Uwe Timm). Fotos (v.l.n.r.): Juliana Krohn, Volker Derlath, CP Schmieder

2011 folgt als forum:autoren-Kurator Matthias Politycki mit dem Motto „Die Welt auf Deutsch“, das auch als Reaktion auf das Trojanows Internationalismus zu verstehen ist. Neben Lesungen mit deutschen GegenwartsautorInnen wie Urs Widmer, Feridun Zaimoglu, Sibylle Lewitscharoff, Kathrin Schmidt und Michael Stavarič, Annette Pehnt, Martin Mosebach, F. W. Bernstein, Ulrike Almut Sandig, Jan Brandt, Kirsten Fuchs und Simon Urban, initiiert Politycki in Zusammenarbeit mit der LMU München die Reihe „Klartext“, in der die SchriftstellerInnen kurze Statements zur Literatur abgeben und mit den Studentinnen und Studenten diskutieren. Erstmals gibt es ein begleitendes Literaturfest-Blog.

Literaturfest-Gäste: Raoul Schrott, Feridun Zaimoglu (Fotos: Juliana Krohn) und Henning Mankell (Foto: CP Schmieder)

Im Jahr 2012 kuratiert die Krimiautorin Thea Dorn das forum:autoren; unter der Überschrift „Hinaus ins Ungewisse“ versammelt sie Autorinnen und Autoren, die den Idealen der deutschen Romantik verhaftet sind, darunter etwa Felicitas Hoppe, Christian Kracht, Jenny Erpenbeck, Christoph Ransmayr und Rüdiger Safranski. Auf Dorn folgt Dagmar Leupold, die 2013 unter dem Motto „Stadt Land Fluss“ die Topografien (nicht nur) des Literarischen auslotet; zu ihren Gästen zählen unter anderem Juri Andruchowytsch, Teju Cole, Cees Nooteboom, Julia Schoch, Lauren Grof. Als forum:autoren-Kurator für das Literaturfest 2014 gewinnt die Stadt den Schriftsteller Clemens Meyer, der sich der interdisziplinären Performance im Geiste von Literaturheroen wie Hubert Fichte, Ferdinand Céline und Jörg Fauser verschreibt. Sein Motto lautet „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod.“, seiner Einladung folgen Schriftsteller und Künstler wie Ulrich Peltzer, Jonathan Meese, Jürgen Ploog, Nora Gomringer und Roland Klick.



Externe Links:

Blog des Literaturfests München

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