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Geb.: 20. 7.1951 in Hengersberg
Foto: Erika Grill

Harald Grill

Harald Grill wird 1951 in Hengersberg in Niederbayern geboren. 1956 übersiedelt die Familie nach Regensburg. Ab 1973 arbeitet Grill als Pädagogischer Assistent, 1978 zieht er nach Wald im Landkreis Cham. 1980 veröffentlicht er sein erstes Buch eigfrorne gmiatlichkeit. bairische gedichte und epigramme im Passauer Passavia Verlag, in dem er bis 1990 auch die Reihe Die Brennessel-Presse herausgibt, die insgesamt zehn Bände umfasst.

Hauptsächlich auf sich aufmerksam macht Harald Grill mit Lyrik. In Schriftsprache entstehen die Gedichtbände wenn du fort bist (1991; 2003) und auf freier strecke (2008), während die Bände hinüber (1996), bairische gedichte (2003) sowie a glaander aus luft (2011) im bairischen Dialekt gehalten sind. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sind Jugendbücher, die vom Leben auf dem Land und dessen Bedrohungen handeln (Gute Luft  auch wenn's stinkt, 1983; Da kräht kein Hahn nach dir. Bernd zieht in die Stadt, 1990; Hans im Glück – hin und zurück, 1996), aber auch Theaterstücke, die sich ebenfalls mit der Zerstörung von Heimat und Umwelt auseinandersetzen. Im Jahr 1988 wird sein Drama Jorinde und Joringel im Wackersdorfer Wald in Regensburg uraufgeführt, das von der Kontroverse um die unweit von Wald gelegene Wiederaufbereitungsanlage erzählt. Im selben Jahr beendet Harald Grill seine Tätigkeit als Pädagoge, um als freier Schriftsteller zu arbeiten.

Seit Anfang der 1990er Jahre verfasst der Autor Essays und Features für den Rundfunk, 1995 erscheint die Erzählung Hochzeit im Dunkeln, die von den körperlichen und psychischen Versehrtheiten eines Heimkehrers aus dem Zweiten Weltkrieg erzählt. International bekannter wird er mit dem Projekt Zweimal heimgehen (2000/2001), für das er einmal vom Nordkap und danach von Syrakus zu Fuß nach Regensburg wandert und darüber in einem Reisetagebuch berichtet. Im Jahr 2010 erscheint gehen lernen, ein „Roman in Geschichten“ über eine Kindheit in Niederbayern Ende der 1950er Jahre, in der die Welt wie die Wörter erobert werden wollen.

Harald Grill ist Mitglied der Neuen Gesellschaft für Literatur Erlangen e.V., des Verbandes deutscher Schriftsteller in Bayern und des P.E.N.-Zentrums Deutschland. 2007 wird ihm das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Wald verliehen.

Im August 2015 startet Harald Grill sein Balkan-Projekt Hinter drei Sonnenaufgängen eine andere Welt. Der Autor bricht erneut wandernd auf, um in drei Monaten dem Lauf der Donau bis nach Odessa zu folgen. Zum Jahreswechsel 2015/16 soll dann sein Drei-Stunden-Feature über den westlichen Schwarzmeer-Raum im Bayerischen Rundfunk gesendet werden. Ein Reisejournal ist für 2016 geplant.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Jooß, Erich (2004): Harald Grill (*20.7.1951). „einfach leben“. In: Schweiggert, Alfons; Macher, Hannes S. (Hg.): Autoren und Autorinnen in Bayern. 20. Jahrhundert. Bayerland Verlag, Dachau, S. 374f.

Moser, Dietz-Rüdiger; Büchl, Marion; Schedl, Susanne (Hg.) (1997): Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seit 1945. Bd. 1. München, S. 424-426.

Wiedemann, Fritz (Hg.) (1993): Überall brennt ein schönes Licht. Literaten und Literatur aus Ostbayern. Passavia Verlag, Passau, S. 67-88.


Externe Links:

Literatur von Harald Grill im BVB

Literatur über Harald Grill im BVB

Zur Homepage des Autors

Zweimal Heimgehen: Haralds Reise-Tagebuch

Harald Grill über Georg Britting

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