Herz aus Glas // Harald Grill

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Moderne Glasherstellung: Glasbläser am Zenitbrenner

Die schwierige Situation der „Glasbläser des bayerischen Waldes“ vor Augen dichtete der auch in Mundart schreibende Dichter Harald Grill aus dem Dörfchen mit dem klangvollen Namen „Wald“: 

scherben machen blind
(für die glasbläser des bayerischen Waldes)
koa gluat mehr
im gloos
koa luft mehr
in da lunga
grod wuat no
im bauch
grod lauter scherm
koane schwammal
grod no bluat in de hänt
koane bleamln
im wold
grod no beton
grod no asfalt
grod no geld
spielgeld

Glas wird auch ein wichtiges Motiv für die Sprache des Dichters in Grills Gedicht „Sorge“ aus seiner Gedichte-Sammlung wenn du fort bist (1991), erschienen in der „edition toni pongratz“ in Hauzenberg:

SORGE

meine wörter sollen durchsichtig sein
wie fensterglas
du musst durchschauen können
was ich sage
nimm mich beim wort
doch laß es nicht fallen
du könntest zu mir nicht mehr
barfuß kommen


Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

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