Info
Gegründet: 1985
Dauer: jährlich, ca. zehn Tage
Ort: Weiden in der Oberpfalz
Veranstalter: Regionalbibliothek Weiden und Kooperationspartner
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weidener Literaturtage

https://www.literaturportal-bayern.de/images/lpbevents/festivals/klein/weidenerlittage_festival_500.jpg
Weidener Literaturtage 2012: Kriminacht. © Stadt Weiden

40 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg stellt man sich in Weiden die literarische Frage „45 – wie war das eigentlich?“ und begründet damit die Weidener Literaturtage. Damals sind es noch ausschließlich regionale Oberpfälzer Autoren, schon zwei Jahre später gibt es Lesungen und Vorträge von Experten aus ganz Bayern, wenig danach aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Seit 1985 widmen sich die Weidener Literaturtage jedes Jahr einem anderen Themenschwerpunkt. So stehen die Literatur von Frauen, der Humor in der Literatur oder die Nachbarländer Tschechien und Österreich im Fokus des Festivals, das sich bald einem überregionalen Publikum präsentiert. Mit dem öffentlichen Interesse wächst auch die Themenvielfalt der Weidener Literaturtage, die sich von einer dreitägigen auf eine einwöchige Veranstaltung ausdehnen.

Das Medieninteresse steigt, heute berichten von der Regionalzeitung Der neue Tag angefangen bis zur 3sat-Sendung Kulturzeit viele, auch überregionale Kulturredaktionen über das literarische Großereignis der Oberpfalz.  Oft gelingt eine Zusammenarbeit über sprachliche und politische Grenzen hinweg – vor allem mit den nahen tschechischen Nachbarn. So kann 1989 Walter Zahorka, ein tschechischer Lyriker, der sein Exil in Nürnberg verbringt, ganz kurzfristig noch gemeinsam mit einem Prager Pianisten bei den Weidener Literaturtagen auftreten. Sie machen aufmerksam auf das ungerechte Schicksal, dass ihre Heimat Böhmen erleidet – noch Monate bevor der Eiserne Vorhang fällt.

Gründervater des Festivals ist der damalige Leiter des Kultur- und Tourismusbüros von Weiden, Bernhard M. Baron, der die Literaturtage 23 Jahre lang leitet. 2007 kuratiert er sie zum letzten Mal. Das Festival, eine Veranstaltung der Stadt Weiden, wird organisiert und durchgeführt von der Regionalbibliothek Weiden in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Rupprecht, der Buchhandlung Stangl & Taubald und der Kulturredaktion der Weidener Tageszeitung Der neue Tag. Neben täglichen Abendveranstaltungen finden etwa 30 Lesungen an allen Weidener Schulen statt.

Von 2008 bis 2011 wird in diesem Rahmen der Preis der Weidener Literaturtage verliehen. Die Organisatoren des Festivals wählen den Preisträger aus den Teilnehmern des Festivals aus. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro stiftet das Medienhaus Der neue Tag. Die Preisträger sind Reiner Kunze (2008), Thomas Geiger (2009), die Teilnehmer des Poetry-Slams (2010) und Wolfgang Niedecken (2011).

2013 gastieren neben renommierten Autoren wie Dieter Hildebrandt (2006), Hellmuth Karasek (1999), Klaus Hoffmann, Juma Kliebenstein und Astrid Fritz auch wieder Nachwuchskünstler, Poetryslammer und Kinderautoren wie ThiLO. Mit einer Lehrerfortbildung, über 30 Lesungen für Kinder und Jugendliche sowie einem Lesemarathon an den Weidener Grundschulen widmen sich die Weidener Literaturtage auch besonders der Bildung und dem literarischen Nachwuchs.

Die vom Kulturamt der Stadt Weiden 1994 herausgegebene Dokumentation 10 mal Weidener Literaturtage: 1985-1994 verfassten StD Otmar Schwarzer und Literaturtage-Organisator Bernhard M. Baron. Die Bestandsaufnahme erschien in einer Auflage von 2000 Exemplaren im Verlagshaus Der neue Tag (Weiden i.d. OPf.). Foto: Archiv der Weidener Literaturtage

An den Weidener Literaturtagen haben neben obigen u.a. folgende Autorinnen und Autoren teilgenommen:

Friedrich Ani (2006)

Wolfgang Bächler (1985)

Manfred Böckl (1997, 1999 und 2008)

Barbara Bronnen (1997)

Ingo Cesaro (1997)

Nevfel Cumart (2000)

Ulrike Draesner (2006)

Horst Eckert (2000 und 2008)

Bernt Engelmann (1985)

Gerhard Falkner (2004)

Ota Filip (1989 und 1995)

Werner Fritsch (1997 und 2004)

Harald Grill (1985-87 und 1998)

Alfred Gulden (1987)

Max von der Grün (1985)

Gert Heidenreich (1992 und 2015)

Sandra Hoffmann (2006)

Margret Hölle (2000)

Walter Höllerer (1991)

Gerd Holzheimer (1994)

Benno Hurt (1997, 2003-04 und 2006)

Nina Jäckle (2005)

Reinhard Knodt (2001)

Barbara König (1997)

Armin Kratzert (2005)

Gerhard C. Krischker (1987)

Michael Krüger (1999 und 2014)

August Kühn (1985 und 1992)

Fitzgerald Kusz (1987)

Anton G. Leitner (1991)

Dagmar Leupold (1994)

Albert Mühldorfer (1985, 1987 und 2006)

Eugen Oker (1987)

Sandra Paretti (1985 und 1988)

Hans Pleschinski (1996)

Herbert Rosendorfer (1985 und 2007)

SAID (1995)

Andrea Maria Schenkel (2008)

Albert von Schirnding (1992 und 2004)

Wolf Peter Schnetz (1985, 1991, 2002-04)

Godehard Schramm (1996)

Bernhard Setzwein (2004 und 2011)

Günter Seuren (2001-2002)

Kerstin Specht (1997)

Anja Utler (2004)

Keto von Waberer (1999)

Wolfsmehl (2001 und 2004)

Wolf Wondratschek (2011)

Reiner Zimnik (1986)

Josef Konrad Zintl (2003)

Helmut Zöpfl (2013)



Sekundärliteratur:

Baron, Bernhard M. (1992): Kultur beim Wort genommen: Die Weidener Literaturtage: Entstehung – Gegenwart – Ausblick. In: Festschrift 29. Bayerischer Nordgautag Weiden i.d. OPf. „Die Oberpfalz – Brücke zum Osten“. Hg. vom Oberpfälzer Kulturbund Regensburg. Kallmünz, S. 144-147.

Ders. (20074): Weiden in der Literaturgeographie. Eine Literaturgeschichte (Weidner Heimatkundliche Arbeiten Nr. 21). Weiden i.d. OPf., S. 130-138.

Holl, Matthias (2006): Gottesvorstellungen Erwachsener. Eine Studie am Beispiel deutschsprachiger Schriftsteller der „Weidener Literaturtage“ (Bd. 2 der Reihe Evangelische Theologie in Regensburg). Regensburg.

Kulturamt der Stadt Weiden i.d. OPf. [Redaktion: Schwarzer, Otmar; Baron, Bernhard M.] (1994): 10 mal Weidener Literaturtage: 1985-1994. Eine Dokumentation. Weiden i.d. OPf.

Kommentar schreiben
Verwandte Inhalte