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Geb.: 11. 5.1967 in Laupheim
© Thomas Dashuber

Sandra Hoffmann

Sandra Hoffmann wird 1967 in Laupheim (Oberschwaben) geboren. Nach einer Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin ist sie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig. Zwischen 1993 und 1998 studiert sie Literaturwissenschaft, Mediävistik und Italianistik an der Universität Tübingen.

Seit 2003 arbeitet Sandra Hoffmann als freie Schriftstellerin. Von 2003 bis 2013 organisiert und moderiert sie die Lesungsreihe „Buch & Bühne“ am Landestheater Tübingen. 2004 nimmt sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Seit 2010 unterrichtet sie am Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale (ZAK) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Sandra Hoffmann schreibt Romane und Erzählungen. Ihr erstes Buch schwimmen gegen blond. eine erzählung in zweiundfünfzig tagen (2002) handelt von den sexuellen Wirrnissen einer jungen Frau, die sich weder für noch gegen ihren Freund entscheiden kann. Das nächste Buch Den Himmel zu Füßen (2004) erzählt als „Roman einer Kindheit“ von Zwang und dem Unheimlichen inmitten Schulalltag, Ballettunterricht und Kinderfreundschaften, in die sich bald die Riten einer erwachenden Sexualität mischen. Liebesgut, Sandra Hoffmanns zweiter Roman (2008), ist ein Buch über die große (vergangene) Liebe: Im ersten Teil wandert die verlassene Geliebte wie Werther die Erinnerungen ihrer unausgestandenen Liebe ab; im zweiten Teil wird sie von der Autorin in die Psychoanalyse geschickt, um ihre Balance wiederzufinden. Der dritte Roman Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist (2012) behandelt dagegen die Erinnerungen aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters, der als Kind von deutschen Soldaten aufgegriffen und zur Zwangsarbeit auf einem schwäbischen Bauernhof verschleppt wird.

Für ihr Werk hat Sandra Hoffmann mehrere Auszeichnungen bekommen: ein Stipendium des Künstlerhauses Villa Waldberta und der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (2002); den Förderpreis zum Erik-Reger-Preis und Georg-K.-Glaser-Preis (2005); ein Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben (2005); den Mörike-Förderpreis der Stadt Fellbach (2009) sowie den Thaddäus-Troll-Preis (2012). 2006 ist Hoffmann außerdem Stadtschreiberin in Mumbai im Rahmen des Projekts AKSHAR des Goethe-Instituts und der Literaturhäuser.

Für ihr aktuelles Romanprojekt Paula erhält sie 2014 das Literaturstipendium des Freistaats Bayern. Ausgehend von einem Familientabu entwickelt sie eine eigenwillige Form der Erinnerungsprosa, indem verschiedene Stimmen und Sichtweisen zum Tragen kommen. Die Autorin selbst nennt diese besondere Form des Romans „Kaleidoskop-Roman“. Im Umkreisen der Leerstellen in der Geschichte ihrer Großmutter, die im zweiten Weltkrieg erst ihren Bräutigam verloren, dann ein Kind von einem polnischen Zwangsarbeiter geboren hat, modelliere Hoffmann dichte Beschreibungen wie eine Ethnologin in eigener Sache, so die Beurteilung der Jury.

Die Autorin lebt in München.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik


Externe Links:

Literatur von Sandra Hoffmann im BVB

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