Erich Loest / Rückkehr eines Werwolfs

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Erich Loest (r.) zusammen mit Bernhard M. Baron auf der Leipziger Buchmesse im März 2011 (Foto: Bernhard M. Baron).

Im Frühjahr 1945 agiert Erich Loest als Karl May lesender „Werwolf“ in den böhmischen Wäldern zwischen Schönsee und Eslarn. Aber die lose aufgestellte „Heeres-Kleinkampfschule II“ kann die Kriegswende auch nicht mehr bewirken. „Hinter Stacheldraht lagen sie, Mann an Mann“, beginnt das Weiden-Kapitel in seinem autobiographischen Roman Durch die Erde ein Riß (1981), in dem er seine kurze Zeit als US-Kriegsgefangener im ehemaligen Wehrmachts-Stalag XIII b schildert.

„Nach Weiden in der Oberpfalz mußte ich noch einmal, ich hab’ es vierzig Jahre lang gewußt“, beginnt dann die Stille Rückkehr eines Werwolfs.

Erich Loest ist mit Max von der Grün der Ideengeber für die 1. Weidener Literaturtage vom Mai 1985 („1945 – Wie war das eigentlich?“) und deshalb Ehrengast dieses neuen Literaturfestivals. Im Mai 1985 fährt er mit der Eisenbahn nach Weiden:

Ich rattere mit der Bundesbahn hinauf von Nürnberg aus. Nicht lange ist die Landschaft flach, dann unterbrechen schrundige Felsen, die Strecke steigt an. Erst sind alle Plätze besetzt mit Frauen und Männern, die von der Arbeit kamen. An jedem Bahnhof tröpfelt der Zug leerer. Vor Weiden bin ich allein.

(Erich Loest: Saison in Key West. Reisebilder. München 1986, S. 209f.)


Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Baron, Bernhard M. (2011): Erich Loest. Ein Werwolf in der Oberpfalz. Eine Reminiszenz. In: Oberpfälzer Heimat 56 (Weiden i.d. OPf.), S. 209-224.



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