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Geb.: 7. 5.1959 in Weiden
© Kathie Wewer
Titel: Dipl.-Pol. (univ.)

Horst Eckert

Horst Eckert wird in Weiden in der Oberpfalz geboren, wo besondere Umstände sein Interesse für menschliche Abgründe schärfen: den (bis heute nicht geklärten) Mord des Weidener Nachtclubbesitzers Walter Klankermeier vom Juni 1982 und den mysteriösen (ebenfalls ungeklärten) Überfall mit Raubmord am  C & C-Supermarkt vom Dezember 1971 am nördlichen Stadtrand von Weiden. 

Aufgewachsen ist er in Pressath im Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab. Nach dem Abitur studiert Eckert Soziologie und Politische Wissenschaften in Erlangen und Berlin. Der Diplom-Politologe arbeitet zuerst als Hospitant beim ZDF in Berlin, dann zieht es ihn – der Liebe wegen – nach Düsseldorf, wo er als Fernsehjournalist für WDR (Tagesschau) und VOX im In- und Ausland tätig ist. 

Horst Eckert gilt als „der wichtigste Vertreter des hartgesottenen Kriminalromans in Deutschland“ (Ulrich Noller, WDR). Der Deutschlandfunk bezeichnet Eckerts Romane als „im besten Sinne komplexe Polizeithriller, die man nicht nur als spannenden Kriminalstoff lesen kann, sondern auch als einen Kommentar zur Zeit“.

1995 kommt Eckerts erster Kriminalroman Annas Erbe heraus, 1996 sein zweiter Krimi Bittere Delikatessen, 1998 Aufgeputscht – für den er den Marlowe-Preis der deutschen Raymond-Chandler-Gesellschaft erhält. Nach Finstere Seelen (1999) folgt Die Zwillingsfalle (2000) – ausgezeichnet mit dem Friedrich-Glauser-Preis der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur – Das Syndikat. 2002 erscheint Ausgezählt, 2003 Purpurland, 2005 617 Grad Celsius, 2006 Der Absprung, 2007 Königsallee und 2009 Sprengkraft, das die Westfalenpost als „ein furios komponiertes Stück Gegenwartsliteratur“ bezeichnet. Schwarzer Schwan (2011) heißt sein nächster Krimi. Von den Lesern von „krimi-couch.de“ wird dieser Thriller zum „besten deutschsprachigen Romans des Jahres“ mit dem Publikumspreis „Krimi-Blitz“ gekrönt.

Im September 2013 erscheint Eckerts Politthriller Schwarzlicht. Im gleichnamigen Hörbuch spricht der Schauspieler Dietmar Wunder, die deutsche Stimme von James Bond. Im März 2015 kommt der Krimi Schattenboxer, der zweite Fall von Vincent Che Veih, heraus. Die „Schatten“ des Buchtitels stehen für eine Verschwörung, die der Düsseldorfer Kommissar Vincent aufdecken muss. Der dritte Fall Wolfsspinne erscheint im September 2016: Vincent Che Veihs Mordfallermittlungen im Drogenmilieu führen ihn zur „Aktion Wolfsspinne“, die eng mit dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) verknüpft ist – ein brisanter Politthriller vor dem Hintergrund von Flüchtlingszuwanderung und Pegida. Im März 2018 erscheint dann ein weiterer Thriller von ihm, Der Preis des Todes. Darin lässt der Autor zum Thema Lobbyismus und Medien erstmals eine TV-Journalistin ermitteln. In den Unterlagen des ermordeten MdBs Christian Wagner, der als Lobbyist eines umstrittenen Krankenhausbetreibers enttarnt worden ist, führt eine Spur in ein Flüchtlingslager nach Kenia.

Mit der Kurzgeschichte Servus Oberpfalz (enthalten in der Anthologie Tatort Bayern. Kriminalstorys, hg. von Angela Eßer, 2005) bezieht Horst Eckert, der bereits im Mai 2000 Gast der 16. Weidener Literaturtage gewesen ist, erstmals seinen Wohnort Pressath und als Tatort auch Weiden mit ein. Und wieder kehrt der Autor mit seiner Kurzgeschichte Ex und hopp (enthalten in der Anthologie Regensburger Requiem. Kurzkrimis von der Donau, hg. von Barbara Krohn, 2013) in die Oberpfalz zurück. Diesmal befindet sich der Tatort in der Donau- und Bischofsstadt Regensburg. Aber auch in Niederrhein-Blues und andere Geschichten (2010) versammelt Horst Eckert zwölf Kurzgeschichten – ganz in der Manier, wie wir sie vom Alt-Meister der Short-Story Ernest Hemingway her kennen.

Einige Thriller und Kurzgeschichten des Kriminalschriftstellers werden bisher ins Französische, Niederländische, Tschechische und Bulgarische übersetzt. Seine Romane erscheinen auch als Hörbücher (u.a. gesprochen von Burghart Klaußner). 

Im Januar 2008 ist Horst Eckert „Auteur en Résidence“ in Bordeaux auf Einladung des Departements Gironde und des Goethe-Instituts. 2010 verbringt er den Mai als „Krimi-Stipendiat“ in Wiesbaden. 2011 und 2016 erhält er das Arbeitsstipendium Literatur der Stadt Düsseldorf. Für die Drehbuchadaption seiner Kriminalerzählung Der Absprung bekommt er zudem ein Stipendium der Filmstiftung NRW. Der Politthriller Wolfsspinne wird 2017 als bester deutschsprachiger Kriminialroman mit der Herzogenrather Handschelle ausgezeichnet.

Eckert lebt heute – verheiratet seit 1992 – als freier Autor in Düsseldorf. Er ist Mitglied des Köln-Düsseldorfer Kriminalkomitees, im Syndikat (Vereinigung deutschsprachiger Kriminalautoren) sowie des P.E.N.-Zentrums Deutschland (P.E.N.-Jahrestagung 2016 in Bamberg).

Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

www.krimi-couch.de/krimis/horst-eckert.html, (25.02.2013).

www.krimilexikon.de/eckert.htm, (25.10.2016).

Baron, Bernhard M. (20074): Weiden in der Literaturgeographie. Eine Literaturgeschichte (Weidner Heimatkundliche Arbeiten Nr. 21). Weiden i.d. OPf., S. 70.

Ders. (2015): Horst Eckert – der Krimiautor aus der Oberpfalz. In: Oberpfälzer Heimatspiegel, S. 47-51.


Externe Links:

Literatur von Horst Eckert im BVB

Zur Homepage des Autors

Horst Eckert auf Facebook

Horst Eckert im Interview (Youtube-Video)

Interview II (otv.de)

Eine Stadtrundfahrt mit Horst Eckert (Youtube-Video)

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