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Geb.: 15.10.1956 in Passau
Foto: Nicole Schaller

Friedrich Hirschl

Friedrich Hirschl wird 1956 in Passau geboren und arbeitet überwiegend als freiberuflicher Schriftsteller, vor allem im Bereich Lyrik. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in seiner Geburtsstadt.

Nach dem Abitur am Adalbert-Stifter-Gymnasium und dem Grundwehrdienst studiert er Philosophie und katholische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule sowie der Universität Passau. Als Student wird er von der Lyrik Georg Trakls zum Schreiben angeregt. „Bis heute zittert [...] in seinen Gedichten etwas von der Sensibilität und dem Leiden an der Unvollkommenheit der Welt nach, die [...] auch bei dem österreichischen Dichter um die Wende zum 20. Jahrhundert“ festzustellen sind (Theresia Wittemann, Einführung in die Lesung von Friedrich Hirschl in der Abtei Plankstetten/Berching am 25.09.2015). Seit 1982 ist Friedrich Hirschl Diplom-Theologe, ab diesem Jahr wirkt er als Pastoralassistent/-referent in Simbach am Inn, Bad Griesbach im Rottal und Zwiesel im Bayerischen Wald, Passau. Seit 1999 ist er Religionslehrer in Teilzeit an der Grundschule Passau-Grubweg.

Neben zahlreichen Beiträgen in Anthologien (z.B. Das Gedicht chapbook. German Poetry Now, vol. 2), Kalendern (z.B. Deutsch-russischer Lyrik-Dauerkalender), Zeitschriften (z.B. Literatur in Bayern, Das Gedicht), Zeitungen (z.B. Der Standard/Wien) sowie in Rundfunk (z.B. ORF Radio Oberösterreich: Literatursendung Premiere) und Fernsehen sind bisher sieben Bücher von ihm erschienen: Erdzeit. Gedichte und Prosa (1987), Im Fluss der Zeit. Gedichte (1989), ... und Sehnsucht singt ein leises Lied. Gedichte (1992), Glut am Himmel. Gedichte (2002), Herbstmusik. Gedichte (2006), Nachthaus. Gedichte (2009), Flussliebe. Gedichte (2012). Es liegen außerdem Vertonungen von Gedichten durch Thomas Hauschka (Universität Mozarteum Salzburg) in seinem Liederzyklus Winterzeit (2002, WK 1018) vor.

In seinem Frühwerk nimmt Friedrich Hirschl den Menschen und dessen Befindlichkeiten unmittelbar in den Blick. Im Laufe der Jahre hat sich sein Blickwinkel verändert; heute betrachtet er ihn zumeist über den Spiegel der Natur. Die Gedichte sind kurz, pointiert, reich an Metaphern, verhalten musikalisch und immer wieder humorvoll durchzogen. Inhaltlich geht es ihm vor allem darum,

dass Mensch und Schöpfung wieder in ein rechtes Verhältnis zueinander gerückt werden. Machbarkeitswahn, Bewertung der Natur unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten und damit ihre Reduzierung zum Ausbeutungsobjekt des Menschen sind Haltungen, die der katholische Theologe als Sackgasse entlarvt. Demgegenüber stellt er den Selbstwert der Natur und besonders ihre Schönheit heraus – mit einem Staunen, wie es Kindern eigen ist, wenn sie auf Entdeckungsreise gehen. (Theresia Wittemann)

Sein Werk macht Hirschl weit über Bayern hinaus bekannt. Der Rheinische Merkur rühmt ihn in der Rezension zum Gedichtband Nachthaus als „Meister der feinsinnigen Bilder“, und Hans Kratzer schreibt über Flussliebe in der Süddeutschen Zeitung: „Hirschl schildert weniger die Wunden, die der Natur unter den Zwängen der Ökonomie permanent zugefügt werden, sondern lehrt uns die Achtung vor der Schöpfung, lässt dabei seinen Witz und seine phänomenale Beobachtungsgabe aufblitzen, ohne in die Heile-Welt-Schublade abzugleiten.“

Der Autor ist Mitglied im Passauer Literaturkreis (stellv. Vorsitzender), in der Regensburger Schriftstellergruppe International (RSGI) sowie ständiges Jury-Mitglied des alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Jungautorenwettbewerbs der RSGI ab 2004. Er war darüber hinaus Mitglied des Ernste-Lyrik-Kreises München.

Für sein dichterisches Werk hat er Auszeichnungen und Preise erhalten: die ELK-Feder des Ernste-Lyrik-Kreises München 1992, eine Nominierung für den E.ON-Kulturpreis Bayern 2011 und den Kulturpreis des Landkreises Passau 2015. Er war zudem Preisträger beim Lyrik-Wettbewerb Wasserpoesie 2007/2008 und erfolgreich bei den Lyrik-Wettbewerben Luft & Erde 2008/2009, Hören & Sehen 2009/2010, Schlemmen & Schmecken 2010/2011, Lesen & Schreiben 2011/2012.

In der Laudatio des Kulturpreises des Landkreises Passau heißt es:

Katholisch geprägt liebt er [Hirschl] die Schöpfung, nimmt er sie sorgsam in den Blick und stellt sie uns in neuen Sprachbildern, die uns einen neuen Zugang eröffnen, vor Augen. Die Welt ist dem Menschen nicht Feind; da der Mensch nicht hassen und nicht fürchten muß, formt Seelenruhe Friedrich Hirschls lyrisches Schaffen – Hans Carossa hätte sicher seine Freude an ihm gehabt.

Friedrich Hirschl hat an zahlreichen Lesungen teilgenommen, z.B. beim Deutschen Katholikentag und der Nacht der Poesie 2014 in Regensburg. Viele Einzellesungen haben zuletzt stattgefunden – eine Auswahl: 2011 bei den Festwochen der Stadt Schärding (OÖ), im ScharfrichterHaus Passau; 2012 in den Buchhandlungen Bücher Pustet Landshut und Passau, im Cordonhaus Cham, in der Stadtbibliothek Straubing; 2013 in der Stadtbibliothek Neumarkt in der Oberpfalz im Rahmen des Neumarkter Literaturherbstes; 2014 im Oberösterreichischen Literaturhaus im StifterHaus Linz in der Reihe „Zu Mittag bei Stifter“, im Literaturhaus Allgäu in Immenstadt, im Oberpfälzer Künstlerhaus bei „Schwandorf liest“, in der Stadtbibliothek Amberg; 2015 am Eröffnungsabend der Berchinger Literaturwoche in der Benediktinerabtei Plankstetten.

Im September 2017 erscheint in der edition lichtung sein neuer Gedichtband Stilles Theater.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Wittemann, Theresia (2015): Einführung in die Lesung von Friedrich Hirschl in der Abtei Plankstetten/Berching am 25.09.2015.


Externe Links:

Literatur von Friedrich Hirschl im BVB

Literatur über Friedrich Hirschl im BVB

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