Info
Geb.: 27. 7.1939 in Bergneustadt
© Catharina Hess/dtv Verlag
Namensvarianten: Asta Agnes Scheib

Asta Scheib

Bereits während ihrer Ausbildung zur Textilingenieurin schreibt Asta Scheib erste Gedichte und Erzählungen. Ab Mitte der 1970er Jahre ist sie als Redakteurin für Zeitschriften wie Brigitte, Freundin, Eltern und Mädchen tätig. Für den Literaturteil der Süddeutschen Zeitung verfasst sie zahlreiche Porträts, unter anderem über Rainer Werner Fassbinder, Martin Walser, Brigitte Kronauer und Thomas Bernhard. 1974 wird ihre Kurzgeschichte Angst vor Angst von Rainer Werner Fassbinder verfilmt. Seit Mitte der 1980er Jahre arbeitet sie ausschließlich als freie Schriftstellerin, Journalistin und Drehbuchautorin.

Asta Scheibs Debütroman Langsame Tage erscheint 1981. Wie in vielen ihrer späteren Werke steht auch hier eine Frau im Mittelpunkt, die sich fremd und ausgeschlossen fühlt. „Ich hatte immer das Gefühl, anders zu sein als andere Kinder, ich habe mich völlig in mich selbst zurückgezogen. Das Schreiben war schon damals für mich Ausweg und Versteck“, erklärt die Autorin, in deren Bücher viel Autobiografisches eingeflossen ist. Außenseiterinnen, die ihren eigenen Lebensweg suchen, sind auch die Protagonistinnen ihrer Romanbiografien: Katharina Bora, die Ehefrau Martin Luthers in Kinder des Ungehorsams (1985), die in Bayern überlebende Jüdin Therese Rheinfelder in Beschütz mein Herz vor Liebe (1992), Ottilie von Faber-Castell, die Erbin der Bleistift-Dynastie, in Eine Zierde in ihrem Haus (1998) und die bayerische Schriftstellerin Lena Christ in In den Gärten des Herzen (2002). Die Autorin „verstehe etwas von Frauenleben, die nicht ganz dem herkömmlich-gesellschaftlichen Maßstab entsprechen“, heißt es in der Tageszeitung Die Welt. 

Mit ihrem autobiografischen Roman Sei froh, dass du lebst (2001) wendet sich Asta Scheib dem deutschen Alltagsleben in den 1950er-Jahren zu. In ihrem Roman Der Austernmann (2004) steht erstmals eine männliche Figur im Mittelpunkt, ein Mann, der in Situationen schweigt, in denen er reden müsste. Für katastrophale Ereignisse in der Ehe hat er nur ein Schulterzucken übrig. Mit Frost und Sonne (2007) begibt sich die Autorin ins Russland der Zarenzeit. Das Schönste, was ich sah (2009) würdigt Leben und Werk des österreichischen Malers Giovanni Segantini. 2011 erscheinen der Kurzgeschichtenband Streusand und der Roman Das stille Kind, in dem das Asperger-Syndrom thematisiert wird.

Asta Scheib erhält 1974 den Preis des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt, für ihren ersten Roman Langsame Tage den Förderpreis der Akademie für Sprache und Dichtung, 1993 den Ernst-Hoferichter-Preis der Stadt München, 1998 das Bundesverdienstkreuz, 2000 den Bayerischen Verdienstorden und 2003 die Auszeichnung „Pro meritis scientiae et litterarum“ des Bayerischen Staatsministeriums.

Sie ist seit 1982 Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller (VS), seit 1986 Mitglied des deutschen P.E.N. und war von 1987 bis 1989 die Vorsitzende des VS Bayern. In dieser Zeit arbeitete sie auch als Rundfunkrätin des Bayerischen Rundfunks.

Asta Agnes Scheib lebt in München.

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek


Externe Links:

Literatur von Asta Scheib im BVB

Literatur über Asta Scheib im BVB

Zur Homepage der Autorin

Kommentare

Yvan Pestalozzi am 21.11.2015 um 16:01

Guten Tag! Ich möchte Asta Scheib zu den zwei Büchern über Carl Spitzweg und Giovanni Segantini schreiben und danken. Darf ich Sie um ihre Anschrift bitten? Mit einem freundlichen Gruss, Yvan Pestalozzi



Peter Czoik am 01.12.2015 um 17:47

Sehr geehrter Herr Pestalozzi, bitte wenden Sie sich an den für Asta Scheib zuständigen Verlag, dtv, da Sie hier Frau Scheib nicht erreichen werden und wir aus personenrechtlichen Gründen keine Daten herausgeben dürfen: http://www.dtv.de/kontakt_276.html Viel Erfolg und freundliche Grüße, Ihre Literaturporal Bayern-Redaktion



Anne Helgesen am 08.02.2016 um 18:03

Hello! I am a Norwegian playwright, and I work on performance about Katharina von Bora. I have just read the novel Kinder des Ungehorsams by Asta Scheib, and I would like to get in contact with her. Could I get some help from the editors of this website?



Peter Czoik am 08.02.2016 um 19:01

Dear Mrs Helgesen! Please contact the following website http://www.dtv.de/kontakt_276.html, or e-mail verlag@dtv.de. There you will get more information. Good luck!



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