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Literatur am Telefon (10): Asta Scheib und Georg M. Oswald

Das Literaturtelefon-Archiv wird in der Monacensia im Hildebrandhaus aufbewahrt. Es umfasst 40 CDs, auf denen insgesamt 573 Lesungen enthalten sind. Die Monacensia und das Literaturportal Bayern präsentieren monatlich eine Auswahl dieser Lesungen. Folge 10: Eine Zierde in ihrem Haus. Die Geschichte der Ottilie von Faber-Castell von Asta Scheib und Lichtenbergs Fall von Georg M. Oswald

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© Catharina Hess/dtv Verlag

Bereits während ihrer Ausbildung zur Textilingenieurin begann Asta Scheib mit dem Schreiben erster Gedichte und Erzählungen. In ihrem Debütroman Langsame Tage, den Rainer Werner Fassbinder unter dem Titel Angst vor der Angst verfilmte, steht eine Frau im Zentrum, die sich fremd und ausgeschlossen fühlt. Sie habe immer das Gefühl gehabt, anders zu sein als andere Kinder, erklärt Asta Scheib. „Das Schreiben war schon damals für mich Ausweg und Versteck“. Außenseiterinnen, auf der Suche nach einem eigenen Lebensweg, sind die Protagonistinnen ihrer Romanbiografien, darunter Katharina Bora, die Ehefrau Martin Luthers, Lena Christ, die bayerische Schriftstellerin und Ottilie von Faber-Castell, die Erbin der Bleistift-Dynastie. Letztere verzichtet zu Gunsten ihrer Freiheit auf Privilegien  und bekennt sich zur Sünde: „Die Sünde machte sie weich, liebevoll gegen jedermann.“ Die Autorin „verstehe etwas von Frauenleben, die nicht ganz dem herkömmlich-gesellschaftlichen Maßstab entsprechen“, attestiertete ihr die WELT.

 

© Martin Fengel/Piper Verlag

Georg M. Oswald, der nach seinem Studium der Rechtswissenschaft einige Jahre als Rechtsanwalt gearbeitet hat, widmet sich in seinem literarischen Werk vozugsweise dem Zustand des deutschen Justizsystems. „Die Verstrickungen von Geld, Justiz und Politik sind eines seiner Leib-und-Magen-Themen“, schreibt Rainer Moritz in der Neuen Zürcher Zeitung. So auch in seinem Roman Lichtenbergs Fall, der im Stil eines juristischen Verhörprotokolls verfasst ist. Der Protagonist Carl Lichtenberg wird angeklagt, seine reiche Schwiegermutter ermordet zu haben und beteuert seine Unschuld. Der SPIEGEL bezeichnet Oswalds Romandebüt als „ein intelligentes, sarkastisches Vergnügen“. Es basiert auf dem realen Mordprozess gegen den Rechtsanwalt Karl Hau, der Jakob Wassermann bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zu seinem Roman Der Fall Maurizius inspiriert hat.

 

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Alle Folgen des Literaturtelefons finden Sie HIER.

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