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Literatur am Telefon (3): Dagmar Leupold und Günter Herburger

Das Literaturtelefon-Archiv wird in der Monacensia im Hildebrandhaus aufbewahrt. Es umfasst 40 CDs, auf denen insgesamt 573 Lesungen enthalten sind. Die Monacensia und das Literaturportal Bayern präsentieren monatlich eine Auswahl dieser Lesungen. Folge 3: Die Lust der Frauen auf Seite 13 von Dagmar Leupold und Die Alexanderschlacht von Günter Herburger. 

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Dagmar Leupold. Foto: Sami Khabib/C.H. Beck Verlag

Dagmar Leupold hat vor einer Woche, 10. Juli 2023, den Literaturpreis der Stadt München erhalten. In der Begründung der Jury heißt es „Dagmar Leupold geht seit gut 30 Jahren ihren Weg poetischer Erkenntnis auf der Suche nach dem, was ein gelingendes Leben sein könnte.“ Neben zahlreichen Essays, Erzählungen und elf Romanen – zuletzt erschien Dagegen die Elefanten – hat sie auch einige Lyrikbände veröffentlicht, darunter vor fast 30 Jahren Die Lust der Frauen auf Seite 13. Neuerdings habe Lyrik wieder einen größeren Stellenwert für sie, erklärt sie im Gespräch mit Thomas Lang. In den letzten 20 Jahren habe sie so gut wie gar keine Gedichte geschrieben: „Es gab so eine Art Entfremdung, die ich zur Kenntnis genommen habe, ohne die Gründe zu kennen.“ Doch das verändere sich gerade und so sei eins ihrer beiden aktuellen literarischen Projekte ein Lyrikprojekt mit dem Titel „Small Talk“.

 

Günter Herburger. Foto: Catherina Hess/A 1 Verlag

Als „Marathonmann der deutschen Literatur“ hat ihn der Journalist Alex Rühle bezeichnet: Keiner sei so weit gelaufen wie Günter Herburger. „Bei keinem anderen Autor haben sich aber auch die Laufbewegung und das Unterwegssein so tief ins Schreiben eingesenkt“, heißt es in Rühles Nachruf auf den 2018 verstorbenen Schriftsteller, der sich in unterschiedlichen literarischen Genres bewegt hat. „Gedichte sind eine Erholung, während Geschichte wiederkehrt“, erklärt Herburger im Nachwort zu seinem autobiografischen Gedicht Die Alexanderschlacht, das seine Begegnung mit Albrecht Altdorfers berühmtem Gemälde zum Thema hat. Als seine Tochter „noch klein war und im Kinderrucksack saß“ habe er mit ihr oft die Alte Pinakothek, Münchens „großes Bildermuseum“, besucht, um ihr „das Staunen“ beizubringen. Es sei gelungen: Sein Kind tauchte tief in das Geschehen auf der Leinwand ein und „fühlte sich vergnügt“.

 

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Alle Folgen des Literaturtelefons finden Sie HIER.

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