Geb.: 10. 2.1898 in Augsburg
Gest.: 14.8.1956 in Berlin
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Bert Brecht und Oskar Maria Graf beim Stammtisch in New York 1943 (c) Allitera Verlag
Namensvarianten: Eugen Berthold Friedrich Brecht, Bertold Brecht, Bert Brecht; Berthold Larsen, Kin-jeh, B. B. (Initialen)

Eugen Berthold Friedrich Brecht wird 1898 in Augsburg geboren. Sein Vater ist zunächst Angestellter, später Direktor einer Papierfabrik. Bertolt Brecht, der von seinen Eltern Eugen gerufen wird, hat mit einem Herzleiden zu kämpfen und wird deshalb von der Mutter besonders aufmerksam behütet.

Schon während der Schulzeit beginnt er zu schreiben, 1913 gibt er die Schülerzeitung Die Ernte heraus, ab 1914 ist er Autor der München-Augsburger Abendzeitung, wo er erstmals mit dem Namen „Bert Brecht“ unterzeichnet. Anfangs durchaus ein wenig kriegsbegeistert äußert er jedoch in einem Schulaufsatz Kritik an der „Zweckpropaganda“; nur der Einsatz des Vaters und eines Lehrers verhindern einen Schulverweis. Nach dem Notabitur 1917 nimmt er in München das Studium der Naturwissenschaften, Medizin und Literatur auf, das er allerdings bald kriegsbedingt unterbrechen muss und nicht mehr abschließen wird. Er schließt Bekanntschaft mit Karl Valentin, Lion Feuchtwanger und Arnolt Bronnen. Letzterem ist wohl die Umbenennung von Bert(hold) in Bertolt geschuldet.

Die Uraufführungen seiner Stücke Trommeln in der Nacht (1922) und Baal machen Bertolt Brecht schnell bekannt, er arbeitet als Dramaturg und Regisseur an den Münchner Kammerspielen und am Deutschen Theater in Berlin, wohin er 1924 umsiedelt. In diesen Jahren sympathisiert Brecht mit der Kommunistischen Partei und begreift seine Marx-Lektüren als Grundlage von Lehrstücken, die die gesellschaftlichen Missstände darstellen sollen. Er entwickelt das Konzept des „epischen“, später „dialektisch“ genannten Theaters, das nicht auf die Identifikation, sondern auf Distanz setzt. Der Zuschauer soll mithilfe von Songs, Kommentaren und ähnlichen „Verfremdungseffekten“ über den Realitätsgehalt des Bühnengeschehens desillusioniert werden, damit er das Schauspiel als solches erkennt und die Lehre des Dramas erkennt. Bertolt Brechts bis dato erfolgreichstes Stück, Die Dreigroschenoper, wird 1928 uraufgeführt.

Bereits ein Tag nach dem Reichstagsbrand, am 28. Februar 1933, flieht Brecht mit seiner Familie nach Paris, im Mai desselben Jahres verbrennen die Nationalsozialisten seine Bücher, 1935 wird ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Brecht lebt zunächst in Dänemark im Exil, später in Finnland und emigriert schließlich 1940 in die USA. Da er dort wegen seines Engagements für den Kommunismus nicht gut gelitten wird – was allerdings auf Gegenseitigkeit beruht –, bemüht Brecht sich darum, nach Österreich oder Deutschland zurückzukehren. Von den Westmächten wird ihm das verwehrt, stattdessen reist er 1948 nach Ost-Berlin. Dort beginnt er bald wieder zu inszenieren, 1949 gründet er sein eigenes Ensemble, das Berliner Ensemble, das ab 1954 im Theater am Schiffbauerdamm eine Heimat findet.

Am 12. August 1956 erleidet Bertolt Brecht einen Herzinfarkt, an dessen Folgen er zwei Tage später stirbt.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Barck, Simone (1994): Lexikon sozialistischer Literatur. Ihre Geschichte in Deutschland bis 1945. Stuttgart u.a., S. 75-79.

Seitz, Helmut (2004): Bertolt Brecht (10.2.1898 – 14.8.1956). Augsburgs verlorener Sohn. In: Schweiggert, Alfons; Macher, Hannes S. (Hg.): Autoren und Autorinnen in Bayern. 20. Jahrhundert. Bayerland Verlag, Dachau, S. 164f.


Externe Links:

Literatur von Bertolt Brecht im BVB

Literatur über Bertolt Brecht im BVB

Bertolt Brecht in der BLO

Tondokument von Bertolt Brecht

Bertolt Brecht: Leben und Werk

Bertolt Brecht zum 100. Geburtstag

Zu Brecht (Elfriede Jelinek)

Schlagwort Bertolt Brecht in Zeit Online

Thema Bertolt Brecht in der FAZ

International Brecht Society

Brecht Festival Augsburg

Arnolt Bronnen



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