Brechts Ballade

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Bert Brecht: Apfelböck. Aus: Simplicissimus 1924 (Jg. 29), Heft 22, S. 304.

Nicht nur die Justiz ist über den Fall entsetzt, auch die Münchner Presse zeigt sich erschüttert. Der junge Autor Bertolt Brecht verfasst seine Ballade Apfelböck oder die Lilie auf dem Felde, die 1927 in seine Hauspostille aufgenommen wird. „Aber die helle moralische Empörung über den Elternmord in Haidhausen hat er offensichtlich nicht geteilt“, meint der Journalist Carl Wilhelm Macke. „Die literarischen Verfremdungen seiner Apfelböck-Ballade zeigen, dass ihm mehr an der ‚Normalität des Grauens‘ in einer verlogenen Gesellschaft gelegen ist als an blutigen Schauergeschichten oder gar an politischer Polemik.“

(Carl Wilhelm Macke [1992]: Im milden Lichte Jakob Apfelböck. Auf den Spuren einer Brecht-Ballade. Frankfurter Rundschau, 8. Februar. BR-Manuskript 26.11.1995)

Anfang von Brechts Ballade:

Im milden Lichte Jakob Apfelböck
Erschlug den Vater und die Mutter sein
Und schloss die beiden in den Wäscheschrank
Und blieb im Hause übrig, er allein


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Gunna Wendt

Sekundärliteratur:

Gedicht Apfelböck im Simplicissimus



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