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Geb.: 1. 6.1947 in München
© Thomas Karsten

Konstantin Wecker

Konstantin Wecker wird am 1. Juni 1947 in München geboren. Schon in jungen Jahren erhält er Klavierunterricht, später lernt er Geige und Gitarre. Er singt zudem als Sopran im Rudolf-Lamy-Kinderchor und wirkt bei einer Kinderoper von Benjamin Britten am Staatstheater am Gärtnerplatz mit. Sein Abitur macht Konstantin Wecker im Jahr 1969 am Theresien-Gymnasium in München. Anschließend studiert er an der Musikhochschule München sowie Philosophie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität.

1971 gründet Wecker die Rock-Soul-Gruppe „Zauberberg“. Im Jahr darauf spielt er bei der deutschsprachigen Tournee von „Jesus Christ Superstar“ die Rolle des Annas und wird als Ersatzdarsteller von Judas eingesetzt. Zwischen 1972 und 1974 ist er als Schauspieler bei einigen Filmproduktionen zu sehen, arbeitet als Pianist und Arrangeur in Tonstudios und gründet die Gruppe „Team Musikon“.

1973 bringt Konstantin Wecker seine erste Platte u.d.T. Die sadopoetischen Gesänge des Konstantin Amadeus Wecker heraus. Zum ersten Mal tritt er in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft auf und geht 1976 auf Tournee durch Deutschland.

Seinen Durchbruch schafft er 1977 mit seinem Album Genug ist nicht genug, besonders mit der dort enthaltenen Ballade Willy. Im selben Jahr erhält Wecker den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte „Chanson“, ein Jahr später folgt der Deutsche Schallplattenpreis.

Nach einem eigenen Tonstudio in Eching im Münchner Norden siedelt er 1980 mit Musikern und Freunden in die Toskana um, wo er sich ebenfalls ein Tonstudio einrichtet.

Im Laufe seiner Karriere bringt Konstantin Wecker zahlreiche Alben heraus und schreibt Musik für Filme und Musicals. So komponiert er die Musik für den Film Lippels Traum, der 2009 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wird. Besondere Beachtung finden auch seine Filmmusik und Mitwirkung in der Münchener Schickeria-TV-Serie Kir Royal (1986) von Helmut Dietl. 1998 veröffentlicht Wecker zum 100. Geburtstag von Bertolt Brecht eine CD mit Brecht-Gedichtvertonungen. Neben weiteren Tourneen und CD-Veröffentlichungen erscheinen zudem Arbeiten mit KinderbuchautorInnen: 1999 das Musikmärchen Es lebte ein Kind auf den Bäumen (zus. mit Jutta Richter), 1999/2000 das Musical Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer nach Michael Ende.

Doch Konstantin Wecker macht sich nicht nur einen Namen als Liedermacher, Musiker und Komponist, sondern veröffentlicht auch eigene Bücher. Seine ersten Werke sind Prosa- und Gedichtbände, beispielsweise sein Erstlingswerk Eine ganze Menge leben (1979) oder Man muß den Flüssen trauen. Unordentliche Elegien (1981).

Zu seinen bekanntesten literarischen Veröffentlichungen gehören die Romane Uferlos (1992) und Der Klang der ungespielten Töne (2003, Neuausg. 2017), seine autobiografischen Bücher Die Kunst des Scheiterns (2007), Mönch und Krieger (2014) und Das ganze schrecklich schöne Leben (2017) sowie Auf der Suche nach dem Wunderbaren. Poesie ist Widerstand (2018).

Neben seiner musikalischen Karriere engagiert sich der Autor im politisch-humanistischen Bereich, wobei er sich vor allem für Pazifismus, Antifaschismus und Zivilcourage ausspricht. Seine Haltung spiegelt sich nicht zuletzt in einigen seiner Veröffentlichungen wider. Beispielsweise gibt er 2015 zusammen mit Margot Käßmann das Buch Entrüstet euch! heraus, in dem pazifistische Texte gesammelt werden. Außerdem plädiert Wecker 2016 im Zuge der Flüchtlingsdebatte für eine Politik der Willkommenskultur in dem Buch Dann denkt mit dem Herzen.

Seine Werke werden mit diversen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, u.a. mit dem Ernst-Hoferichter-Preis (1979), dem Kurt-Tucholsky-Preis (1995), den Sigi Sommer Taler (2005), dem Bayerischen Poetentaler der Münchner Turmschreiber (2009), dem Ehrenpreis des Schwabinger Kunstpreises (2010), dem Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises (2013), dem Erich-Mühsam-Preis (2016), dem Sonderpreis des Bayerischen Staatspreises für Musik (2017) sowie dem Göttinger Friedenspreis (2018).

Seit 2018 ist Wecker zudem Gastprofessor an der Universität Koblenz-Landau. Er ist Mitglied in der Münchner Karl-Valentin-Gesellschaft und bei den Münchner Turmschreibern.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek


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Literatur von Konstantin Wecker im BVB

Literatur über Konstantin Wecker im BVB

Konstantin Wecker in der Wikipedia

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