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Zeppelinstr. 41
81669 München
Leitung: Alfons Schweiggert
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Valentin-Karlstadt Gesellschaft n.e.V.

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Aufnahme der Couplet AG und Wolfgang Krebs in die "Valentin-Karlstadt-Gesellschaft" am 18. Oktober 2012 beim "Satirefassl" im Augustiner. V.l.: Bernhard Gruber, Bianca Bachmann, Alfons Schweiggert, Hans Dettendorfer, Jürgen Kirner, Gerald Karrer und Bele Turba (Valentin-Karlstadt-Theater), Wolfgang Krebs, Joe Heinrich mit seiner Karl Valentin-Puppe. (Archiv: Alfons Schweiggert, München)

Schon Valentins Tochter Bertl Böheim-Valentin (1910-1985) wünscht sich eine Vereinigung, „die in großem und seriösem Stil Forschungen über das Leben, das Schaffen und das Volkssängerumfeld des ‚bayerischen Till Eulenspiegels‘ anstellt“, wie sie betonte, „und dadurch die Valentinforschung den Händen derjenigen entreißt, die sich an Valentin nur bereichern wollen ... Wer hat Mut und Energie genug“, so fragt sie, „um Schutz-Mann oder Schutz-Frau des ‚Don Quichotte der Kleinkunst‘ zu werden?“ Auch Karl Wanninger, der Chefredakteur der tz, fordert am 3. Februar 1978 – 30 Jahre nach Valentins Tod – eine „Schutzgemeinschaft Valentin gegen falsche Deuter, unerträgliche Schwätzer und Epigonen“.

Ende 2006 regt der Münchner Schriftsteller Alfons Schweiggert die Gründung einer derartigen Valentin-Schutzvereinigung an. Valentins Enkelin Anneliese Kühn und die Urenkelin Rosemarie Scheitler stimmen dem Vorschlag ebenso zu wie Rechtsanwalt Gunter Fette, Valentins Münchner Nachlassverwalter.

Anlässlich des 125. Geburtstags Valentins am 4. Juni 2007 erfolgt dann im Geburtshaus Karl Valentins, Zeppelinstraße 41, die Gründung unter dem Namen „Karl Valentin-Gesellschaft n.e.V.“. Auf Anregung der Mitglieder wird der Name später zu „Valentin-Karlstadt Gesellschaft n.e.V.“ erweitert.

Schon der Münchner Schriftsteller Ernst Hoferichter warnt, Valentins Humor dürfe keinesfalls „zu einem Parteiprogramm und zu Laubsägearbeiten des Geistes verwässert werden“, weshalb eine bürokratisch gestaltete Vereinigung mit Satzung, Statuten, Geschäftsführer, Beirat und Kassenprüfer Valentin ganz sicherlich nicht wolle, aber durchaus Menschen, die sich für ihn einsetzen. Aus diesem Grund vermeidet die „Valentin-Karlstadt Gesellschaft n.e.V.“ solche bürokratischen Eindrücke und Aktivitäten und gründet sich als n.e.V., als „nicht eingetragener Verein“, also als eine Gruppe ähnlich Gesinnter, die ohne Vereinsmeierei untereinander in Kontakt stehen. Die Gesellschaft zählt auf das freiwillige, zwanglose  Engagement der Mitglieder. Dazu gehören neben den Nachkommen Valentins und Liesl Karlstadts u.a. Valentin-BiografInnen und SchriftstellerInnen, SchauspielerInnen, KabarettistInnen und viele andere. Alle Mitglieder haben eine besondere Beziehung zu Karl Valentin und Liesl Karlstadts künstlerischem Wirken und engagieren sich dafür.

Geistiger Vorstand der Gesellschaft ist Karl Valentin. Präsident der Gesellschaft ist Alfons Schweiggert, der von Valentins Nachkommen und von Gunter Fette unterstützt wird.

Die „Valentin-Karlstadt Gesellschaft n.e.V.“ will Valentins und Liesl Karlstadts geistiges Erbe lebendig halten und die Erforschung und Darstellung des künstlerischen Wirkens der beiden fördern. Dies soll durch Veranstaltungen und Publikationen über Leben und Werk Valentins und seiner Partnerin Karlstadt erfolgen. 2007 wird von Alfons Schweiggert der Großen Karl Valentin-Preis begründet, der aus NICHTS besteht und 2007 an Gerhard Polt und die Biermösl Blosn verliehen wird. Die „Valentin-Karlstadt Gesellschaft n.e.V.“ setzt sich außerdem dafür ein, dass München zur Stadt Valentins und Liesl Karlstadts erhoben wird.

Weitere Vorhaben sind:

  • die Benennung einer Münchner oder bayerischen Schule nach Karl Valentin
  • die Aufstellung der Büsten von Valentin und Liesl Karlstadt in der Ruhmeshalle auf der Theresienwiese in München
  • die Einrichtung eines eigenen „Valentin-Karlstadt-Theaters“ in München mit regelmäßig stattfindenden „Valentin-Karlstadt-Theaterfestspielen“, vor allem auch mit Gruppen aus anderen Ländern
  • die Belebung weiterer Stätten in und um München, die mit Valentin und Liesl Karlstadt in Verbindung stehen, u.a. Valentin-Geburtshaus in der Au in Kooperation mit den Freunden der Vorstadt Au, Valentins-Wohnhaus in Planegg in Kooperation mit der Urenkelin Rosemarie Scheitler.

Zu den Mitgliedern, die in öffentlichen Veranstaltungen in die Gesellschaft aufgenommen worden sind, gehören:

  • Gerhard Polt und die ehemalige Biermösl Blosn (Michael Well, Hans Well, Stofferl Well) (im Volkstheater, München anlässlich der Verleihung des „Großen Karl Valentin-Preises“ am 18. Februar 2007)
  • Der Schauspieler Fritz Wepper (im Theater Schloss, München am 12. Oktober 2008)
  • Der Kabarettist Django Asül (beim Kraillinger KultArt-Festival am 16. Juli 2010)
  • Der Liedermacher Konstantin Wecker, der Regisseur Jo Baier und der Schauspieler Johannes Herrschmann (im Kupferhaus, Planegg, am März 2011)
  • Der Kabarettist Wolfgang Krebs und die Couplet AG (beim „Satire-Fassl“ im Augustiner am 18. Oktober 2012)
  • Die Schriftsteller Friedrich Ani und Anton G. Leitner, sowie Till Hofmann (Chef des Lustspielhauses, der Lach- und Schießgesellschaft, des Vereinsheims und des Ringelnatz) und Michi Sailer (im „Vereinsheim Schwabing“ am 30. Oktober 2012)

Verstorbene Mitglieder sind: Anneliese Kühn (Valentins Urenkelin), Jörg Hube (Schauspieler), Ruth Drexel (Schauspielerin), Georg Lohmeier (Autor), Rudi Seitz (Präsident der Akademie der Bildenden Künste, München), Kurt Wilhelm (Regisseur), Walter Fiedler (Nachlassverwalter Liesl Karlstadt).