Dotierung: undotiert
Eigene Bewerbung: nein
Vergabe: unregelmäßig
Ort: Münchner Volkstheater
Organisation: Stadt München
Kontakt:

Großer Valentin-Karlstadt-Preis

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Alfons Schweiggert und Helge Schneider bei der Preisverleihung 2012 © Robert Haas

Anlässlich des 125. Geburtstags des Münchner Komikers Karl Valentin wird 2007 im Münchner Volkstheater erstmals der „Große Karl-Valentin-Preis“ vergeben. Die undotierte Auszeichnung wird an KünstlerInnen vergeben, die in der Nachfolge Valentins herausragende künstlerische Leistungen vorweisen können oder die sich um die geniale Persönlichkeit Valentins und dessen Werk besonders verdient gemacht haben. Die einzigartige und skurrile Auszeichnung lehnt sich an den Humor des Münchner Komikers an, denn sie besteht aus absolut „nichts“.

Der Preis geht auf eine Initiative des Münchner Schriftstellers und Valentin-Biografen Alfons Schweiggert zurück. Schweiggert ist auch der Gründer und Vorstandsmitglied der Valentin-Karlstadt-Gesellschaft (2007) und des Valentin-Karlstadt-Fördervereins „Saubande“ (2012). Mit dem Preis würdigt er Valentin nicht nur als Humorist, Liederparodist und genialen Komiker, sondern auch als Schauspieler, Clown, Regisseur, Schriftsteller, Verleger, Sammler und Museumsdirektor und nicht zuletzt auch als bildenden Künstler.

Mit der ersten Vergabe des Großen Karl-Valentin-Preises am 18. Februar 2007 an Gerhard Polt und die Biermösl Blosn ist die Aufforderung an die Preisträger verbunden, die Auszeichnung ihrerseits weiterzugeben. Als Laudator fungiert der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Polt und die Biermösl Blosn entschieden sich 2010, den Großen Karl-Valentin-Preis an den Komiker und Liedermacher Fredl Fesl weiterzugeben.

Gerhard Polt (rechts) überreicht Helge Schneider zwei Eimer voll Farbe als Auszeichnung © Robert Haas

2012 wird der Preis dann zum dritten Mal vergeben. Die Verleihung an den Komiker und Jazzmusiker Helge Schneider erfolgt durch Gerhard Polt, Hans Well, Michael Well und Christoph Well. Die Laudatio hält der Filmregisseur und Schriftsteller Alexander Kluge. Er würdigt Schneider als „unverwechselbar. Er erschafft mit seinen vielfältigen Fähigkeiten eine besondere Parallelwelt der Schrägheit.“ Seine Komik habe einen Kern im bitteren Ernst, er sei ein Philosoph wie Karl Valentin.

Im März 2017 übergibt Helge Schneider den Preis an den Schauspieler und Kabarettisten Sigi Zimmerschied. Der Preis wird damit zum vierten Mal verliehen. Die Laudatio auf Sigi Zimmerschied hält Kabarettistin Luise Kinseher, die in die Rede auch Auszüge aus ihrer Magisterarbeit über den Preisträger von 1994 einfließen lässt. Die Oberammergauer Band Koflgroa, das fernöstliche Duo Coconami und Die Original Bauernsfünfer aus der Oberpfalz sorgen für die musikalische Unterhaltung am Abend der Preisverleihung im Münchner Volkstheater.

Am 4. Juli 2019 beschließt der Kulturausschuss des Münchner Stadtrats, dass der 2007 begründete Große Karl Valentin-Preis mit Zustimmung des Preisgründers Alfons Schweiggert sowie der von ihm begründeten und geleiteten Valentin-Karlstadt-Gesellschaft und dem Valentin-Karlstadt-Fördervereins „Saubande“ künftig von der Stadt München unter dem erweiterten Namen „Großer Valentin-Karlstadt-Preis“ als städtischer Preis weitergeführt wird.

Wie bisher besteht auch der Valentin-Karlstadt-Preis als einziger Preis weltweit aus „nichts“. Den Preis erhalten auch künftig Personen oder Institutionen, die in der Nachfolge Valentins und Karlstadts herausragende künstlerische Leistungen vorweisen können oder die sich um die genialen Persönlichkeiten und deren Werk besonders verdient gemacht haben. Es können dies Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Künste – darstellende, bildende Künste, Literatur, Film und Musik – sein. Ausgewählt werden können nicht nur Künstler aus Bayern, sondern aus der ganzen Welt, da Valentin ein Künstler von Weltrang war, der bis heute in der ganzen Welt einen Namen hat und dessen Bühnenwerke in allen Weltsprachen aufgeführt werden.

Künftig bestimmt eine fachkundige Jury den oder die jeweiligen Preisträger und den „Rahmen“ der Vergabe, die dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Zusammensetzung der Jury:

  • der letzte Preisträger/die letzte Preisträgerin bzw. ein/einer von ihm/ihr benannten Vertreter/Vertreterin
  • ein Mitglied der Valentin Familie bzw. Valentin-Nachlassverwaltung
  • ein Vorstandsmitglied der „Valentin-Gesellschaft“ mit dem Gründer des Großen Karl Valentin-Preises
  • die Leitung des „Valentin Karlstadt-Musäums“ oder einer Vertretung
  • ein Vorstandsmitglied des Valentin-Karlstadt-Fördervereins „Saubande“

Der städtische Große Valentin-Karlstadt-Preis wird wie bisher kontinuierlich aber nicht zwingend jedes Jahr vergeben. Ein jährlicher „Verleihungszwang“ ist mit der Eigenart von Karl Valentin nicht kompatibel.



Externe Links:

Großer Karl-Valentin-Preis in der Wikipedia

Preisverleihung 2017 an Sigi Zimmerschied (BR)

Preisverleihung 2012 an Helge Schneider (SZ)

Preisverleihung 2010 an Fredl Fesl (BR)

 

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