Tal 50
80331 München
Leitung: Frau Sabine Rinberger
Öffnungszeiten: Mo., Di., Do.: 11.01-17.29 Uhr; Fr. u. Sa.: 11.01-17.59 Uhr, So.: 10.01-17.59 Uhr
Telefon: 089 / 223266
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Valentin-Karlstadt-Musäum

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(c) Valentin-Karlstadt-Musäum

Seit 1959 beherbergt das Isartor ein ganz besonderes Kuriositäten-Kabinett: Das Valentin-Karlstadt-Musäum.

Das Isartor, 1337 im Rahmen der Stadterweiterung unter Kaiser Ludwig dem Bayern erbaut, ist früher das wichtigste Einlasstor Münchens gewesen. Bei Fliegerangriffen im Zweiten Weltkrieg wird das Bauwerk schwer beschädigt. Die Stadt München überlässt nach dem Krieg die Ruine einem „Valentinisartorausstellungsturmausschuss“, der zuerst nur im Südturm eine Erinnerungsstätte für Karl Valentin, seine Partnerin Liesl Karlstadt und die Münchner Volkssänger einrichtet. Den Ausbau des Musäums organisiert und finanziert, sogar teilweise aus eigener Tasche, der Kunstmaler und Monacensiasammler Hannes König. Ihn unterstützen dabei zahlreiche Münchner Bürger und Bürgerinnen und Künstlerkollegen. Hannes König vermacht seine Sammlung der Stadt München.

Von der Idee her orientiert sich die Ausstellung an Valentins 1934 eröffneten „Panoptikum“, dem mit selbst angefertigten Kuriositäten und Absurditäten gefüllten Gruselkeller im Hotel Wagner. Dort hat er beispielsweise den Stein gezeigt, mit dem David Goliath erschlägt. Der Gruselkeller floppt allerdings – ein großer finanzieller Verlust für die beteiligte Liesl Karlstadt. 

Um ihre entscheidende Rolle als Partnerin, Mitautorin der Stücke, kongeniale Schauspielerin und wohl auch als Nervenärztin des labilen Valentin und Organisatorin des Duos zu unterstreichen, wird das Valentin-Musäum seit 2001 „Valentin-Karlstadt-Musäum“ genannt. Eine Ausstellung im 2. Stock widmet sich der Schauspielerin Liesl Karlstadt. Auch ihre Karriere nach dem Tod Valentins wird berücksichtigt: Karlstadt feiert in der Nachkriegszeit große Erfolge als Volksschauspielerin und Rundfunkstar.

 

Links: Volkssängerausstellung. Rechts: Turmstüberl (c) Valentin-Karlstadt-Musäum

Die Ausstellung wird 2008 von der Museumsdirektorin Sabine Rinberger neu gestaltet und präsentiert Bühnenmensch und Privatmensch Karl Valentin in all seinen Facetten und Komplexitäten. Höhepunkte des Museums sind Absurditäten wie der Nagel, an den Valentin seinen bürgerlichen Schreinerberuf hängte, der seltene Tropfen Beamtenschweiß, ein alter Hut, der fellbesetzte Winterzahnstocher, der nichtrauchende Vesuv (weil das Rauchen im Museum verboten ist) oder die geschmolzene Eisskulptur.

Hintergrundinformationen über die beiden genialen Komiker Valentin und Karlstadt liefern persönliche Gegenstände, Originaldokumente, Fotografien und Postkarten. Einige Gegenstände und Dokumente aus dem Nachlass Karl Valentins können vom Valentin-Karlstadt-Musäum von der Familie erworben werden, ein Teil des Nachlasses von Liesl Karlstadt wird von ihrer Schwester Amalie dem Musäum vermacht. Die Ausstellung stützt sich auf Objekte aus dem umfangreichen Archiv des Museums selbst, greift aber auch auf Reproduktionen der Archivalien im Kölner Nachlass, der Monacensia und des Münchner Stadtarchivs zurück. Zahlreiche Ton- und Filmdokumente und ein Kino, in dem die Filme des Komikerpaares laufen, lassen die Beiden lebendig werden und unterstreichen ihre Rolle als Pioniere des Films.

Zur Olympiade in München wird auch der zweite Turm des Isartors in Stand gesetzt. Seither werden hier Sonderausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen präsentiert. Mit der Neugestaltung des Musäums 2007/2008 findet hier auch wieder die Geschichte der Münchner Volkssänger Einzug. Diese „erste Popkultur Münchens“ entwickelt sich aufbauend auf der Wiener Volkssängertradition in den damals unterprivilegierten Vororten Münchens. Ein Teil des umfangreichen Bestandes des dazugehörigen Archivs (Noten, Liedtexte, Tonträger, Plakate etc.) wird in Sonderausstellungen zugänglich gemacht.

(c) Valentin-Karlstadt-Musäum

Ein Muss bei einem Musäums-Besuch ist die Einkehr im achteckigen Turmstüberl im dritten Stock. Es ist im Stil der Jahrhundertwende eingerichtet mit Originalmöbeln des Café Stefanie aus der Zeit der Altschwabinger Bohème. Außerdem sind hier die berühmten Münchner Originale in Holz aufgestellt, beispielsweise der Finessensepperl, Postillon d’Amour oder der Münchner Kocherl. Das Stüberl lädt mit Blick ins Tal zum Verweilen ein, bei einem Haferl Kaffee und Schmalznudeln oder einem kühlen Weißbier und frischen Weißwürscht. Hier finden auch regelmäßig Konzerte, Lesungen oder Kabarett statt sowie das Turmsingen oder der Volkssängernachmittag.


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