Schaezlerstraße 25
86152 Augsburg
Leitung: Dr. Reinhard Laube
Öffnungszeiten: Mo.-Fr.: 10.00-17.00 Uhr; Lesesaal: 10.00-17.30 Uhr.
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Fax: 0821 / 71013-2732
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Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Die 475 Jahre alte Staats- und Stadtbibliothek in Augsburg gehört dank ihrer traditionsreichen Geschichte mit rund 540.000 Bänden und vor allem  ihren großen und wertvollen historischen Beständen zu den bedeutendsten Stadt- und Regionalbibliotheken der Bundesrepublik. Der Doppelname der Bibliothek, „Staats- und Stadtbibliothek“ oder im 19. Jahrhundert „Vereinigte Königliche Kreis- und Stadtbibliothek“, leitet sich aus der Zeit der Säkularisation her, als umfangreiche Bestände aus 1802/3 aufgehobenen Augsburger und ostschwäbischen Klöstern mit der alten Stadtbibliothek vereinigt wurden. Diese Säkularisationbestände sind Eigentum des bayerischen Staates, alleiniger Unterhaltsträger der Bibliothek war von einem geringen Zuschuss des Freistaats Bayern abgesehen die letzten hundert Jahre die Stadt Augsburg. Zum 1. September 2012 geht die Bibliothek in staatliche Trägerschaft über.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts nimmt  die Bibliothek, die ihren Sitz in der Hauptstadt des Regierungsbezirks und auch der Diözese Augsburg hat, die Aufgaben einer Landesbibliothek für Bayerisch Schwaben wahr. Die Staats- und Stadtbibliothek ist bestrebt, das Schrifttum über diesen Landesteil möglichst lückenlos zu sammeln und erfasst auch die unselbständigen Veröffentlichungen. Seit 1911 hat sie das Pflichtexemplarrecht für amtliche Drucksachen aus dem Regierungsbezirk Schwaben, seit 1987 erhält sie ein Exemplar der in diesem Regierungsbezirk verlegten Druckwerke.

Die ersten Bestände der 1537 gegründeten Augsburger Stadtbibliothek stammen aus den Bibliotheken der mit der reformatorischen Bewegung aufgehobenen Bettelordensklöster. In den Jahren 1562 und 1563 wird ein eigenes Gebäude für die Stadtbibliothek errichtet, der erste freistehende, selbständige Bibliotheksbau der Neuzeit in Deutschland. In ihm bleibt die Stadtbibliothek 330 Jahre bis 1893 beherbergt. Stadtbibliothekar ist der Rektor des protestantischen Gymnasiums bei St. Anna, eine Personalunion, die 335 Jahre lang bis 1872 bestehen bleibt.

Als die bisherige Freie Reichsstadt 1806 an Bayern fällt, wird Augsburg Sitz einer schwäbischen Provinzial- oder Kreisbibliothek, die 1810 mit der Stadtbibliothek vereinigt wird. Mehr als 60.000 Bände aus Klosterbibliotheken Augsburgs und des ostschwäbischen und Eichstätter Raums gehen in sie ein, so dass der Bestand der Vereinigten Königlichen Kreis- und Stadtbibliothek nun über 100.000 Bände beträgt. In den Jahren 1892 und 1893 wird an der Schaezlerstraße ein neues Gebäude errichtet, in dem sich die Bibliothek heute noch befindet. Den Zweiten Weltkrieg übersteht die Bibliothek ohne nennenswerte Verluste, da das Gebäude trotz schwerer Luftangriffe auf Augsburg nur ganz geringfügige Schäden erleidet.

Mit über 3.600 Handschriftenbänden, darunter 1.000 mittelalterliche Codices, 2.800 Inkunabeln und rund 100.000 Titeln vor 1800 gehört die Staats- und Stadtbibliothek zu großen deutschen spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Sammlungen. Angesichts des unzureichenden Etats liegt der Schwerpunkt der bibliothekarischen Tätigkeit heute auf der Sammlung und Erschließung des regionalkundlichen Schrifttums und dem weiteren Ausbau und der Pflege der wertvollen historischen Bestände, vor allem der glanzvollen Tradition des Augsburger Buchdrucks und Verlagswesens und insgesamt der bedeutenden kulturellen Überlieferung dieser Stadt bis hin zu Bertolt Brecht. Neben den gängigen bibliothekarischen Dienstleitungen in der Literaturversorgung und Informationsvermittlung für die Bürger des Augsburger Raums stehen daher, zumal nach der Verselbständigung der heutigen Stadtbücherei im Jahre 1953 und der Gründung der Universität Augsburg im Jahre 1970, die Aufgaben einer Forschungs-, Archiv- und Regionalbibliothek und eines kulturellen Kompetenzzentrum im Vordergrund.

Verfasser: Dr. Helmut Gier / Stadt- und Staatsbibliothek Augsburg

Externe Links:

Bestandsgeschichte im Fabian (Handbuch der historischen Buchbestände)

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