Info
Geb.: 16. 5.1976 in München
© Katrin Heim
Namensvarianten: Leonhard Florian Seidl, Leonhard Seidl; Arjuna Bhagavad

Leonhard F. Seidl

Leonhard F. Seidl wird 1976 in München geboren. Er arbeitet als Sozialpädagoge, Dozent für Kreatives Schreiben, Journalist, Biograf und freier Autor. Seidl ist seit 2026 Vorsitzender des Schriftstellerverbandes (VS) in Bayern. 

 Werdegang

Leonhard F. Seidl wächst nahe des oberbayerischen Isentals auf, studiert Sozialpädagogik und arbeitet – nach seiner Ausbildung als Krankenpfleger – in der Alten- und Krankenpflege. Zudem ist Seidl Kolumnist der literarischen Dienstagsreihe der Fürther Nachrichten „Fürther Freiheit“ und steht ab Dezember 2012 Pate für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Laurentius-Gymnasium Neuendettelsau und ab Mai 2013 an der Josef-Mayr-Nusser-Fachakademie für Sozialpädagogik Erlangen. Seidl zählt mit Zoë Beck, Klaus Farin, Nina George, Michael Wildenhain, Sophie Sumburane u.a. zu den Erstunterzeichnern der „Antwort 2018“, die als Reaktion auf die von Uwe Tellkamp, Vera Lengsfeld u.a. geschriebene „Gemeinsame Erklärung 2018“ am 29. März 2018 veröffentlicht und mittlerweile von Tausenden unterzeichnet worden ist, u.a. von Claus Leggewie, Pascal Beucker, Matthias Biskupek, Banda Internationale und Leander Sukov.

Wichtige Werke (Auswahl)

Seine Kurzprosa erscheint in verschiedenen deutschen und österreichischen Literatur- und Satirezeitschriften (u.a. Blumenfresser, Wortlaut, Eulenspiegel) und Anthologien (u.a. Landschaft mit Ufo, 2007; Nürnberg auf die kriminelle Tour, 2012), seine Kurzkrimis in Anthologien (Literarischer Krimi-Kalender), Zeitschriften und Tageszeitungen (Münchner Merkur, Donaukurier). Aus der Schreibwerkstatt „Beschriebene Blätter“ in der JVA Ebrach geht 2006 die Anthologie Stumme Schreie hervor.

Leonhard F. Seidl gibt sein Romandebüt 2011 mit dem Buch Mutterkorn. Darin wird u.a. der von Neonazis versuchte Anschlag auf die Grundsteinlegung des jüdischen Kulturzentrums in München 2003 thematisiert. Ende Januar 2014 erscheint sein Kriminalroman Genagelt, der im oberbayerischen Isental spielt und die Isentalautobahn, Vorurteile und Korruption thematisiert. 2015 erscheinen von ihm mehrere Kriminalbücher: ein „Krimineller Freizeitführer für Oberbayern“ (Wer mordet schon in Oberbayern?: 11 Krimis und 125 Freizeittipps), „30 Rätsel-Krimis“ (Django ermittelt in Bayern) sowie sein Kriminalroman Viecher, Freddie Deichslers zweiter Fall. 2017 erscheint sein Kriminalroman Fronten, der durch einen wahren Fall aus dem Jahr 1988 im oberbayerischen Dorfen inspiriert ist. Der Roman wird 2019 dramatisiert und in Fürth uraufgeführt. Fronten erscheint außerdem im ägyptischen Verlag Dar oktob auf Arabisch.

Im Mai 2018 veröffentlicht Seidl in dem Essayband Unsere Antwort. Die AfD und wir.: Schriftsteller*innen und der Rechtspopulismus zwei Beiträge. Darin wird ein Unvereinbarkeitsbeschluss von AfD-Mitgliedern im Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di und anderen Gewerkschaften kontrovers diskutiert. In einem taz-Kommentar vom 17. Mai 2018 spricht Seidl sich für eine Unvereinbarkeit einer AfD-Mitgliedschaft und Mitgliedschaft im Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus. 2020 erscheint sein Schelmenroman Der falsche Schah (Volk Verlag). 2022 erscheint zudem sein Kriminalroman Untergang (Edition Nautilus) sowie die Fritz-Oerter-Autobiografie Lebenslinien (Verbrecher Verlag), die er herausgibt und kommentiert. Seidl veröffentlicht ebenfalls literarische Reiseführer wie 111 Orte in der Frankenhöhe, die man gesehen haben muss (2023). 2025 werden seine bisherigen Nature-Writing-Texte in dem Band Beim Anschüren des Eisvogels gesammelt.

Stil / Rezeption

Im März 2018 wird das Filmporträt Ich schreibe Romane und keine Flugblätter über Leonhard F. Seidl veröffentlicht.

Preise & Auszeichnungen

Für sein Werk erhält der Autor u.a. ein Stipendium des „Bayerischen Seminars für Politik e.V.“ für politisch aktive junge SchriftstellerInnen (2007), einen Förderpreis beim Literaturwettbewerb der Buchmesse im Ried (2013), ein Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern für Schriftstellerinnen und Schriftsteller und den Kulturpreis Fürth (beide 2022). Seine Diplomarbeit Beschriebene Blätter – Kreatives Schreiben mit straffälligen Jugendlichen (2007) wird aufgrund des besonderen Praxisbezuges mit dem Preis der Stadtmission Nürnberg e.V. in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg ausgezeichnet. 

2014/15 nimmt er an der Bayerischen Akademie des Schreibens im Literaturhaus München und Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg teil, 2015/16 als Stipendiat an der Romanwerkstatt des Literaturforums im Brecht-Haus (Berlin). 2016 wird Leonhard F. Seidl Writer in Residence an der Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte (Meran). 2019 erhält Seidl ein Stipendium der Stiftung Literatur, ein Jahr darauf wird er Stipendiat in Lettland, im International Writers' and Translators' House in Ventspils, sein. 2020 wird er Turmschreiber in Abenberg und Literaturstipendiat des Mittelalterlichen Kriminalmuseums Rothenburg o.d.T. Außerdem wird er mit dem Austria Nationalpark Medienstipendium ausgezeichnet. Im Nationalpark Gesäuse lebt und schreibt er zwei Wochen lang in einer Selbstversorgerhütte ohne Strom. 2021 erhält Seidl das Waldzeit Nature Writing-Stipendium Thoreau 2.2 und das Hermann-Kesten-Stipendium. Im Folgejahr wird er ausgezeichnet mit dem Pécs Writers Program (Pécs, Ungarn) / Stipendium Internationaler Künstleraustausch Oberpfälzer Künstlerhaus sowie als Artist in residence – Nature Writing (vier Wochen im Nationalpark Thayatal – Narodní park Podyjí). 

Tätigkeiten im literarischen Betrieb

Leonhard F. Seidl arbeitet als Dozent für Kreatives Schreiben u.a. an der Faber-Castell-Akademie Stein und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Darüber hinaus tritt er als Organisator sowie Moderator von Lesereihen und literarischen Symposien auf. 2021 konzeptioniert und organisiert er das literarische Symposium „Richtige Literatur im Falschen – Literatur und ökologische Praxis“ im Jüdischen Museum Franken in Fürth gemeinsam mit Enno Stahl und Ingar Solty. Seidl hält dort einen Vortrag zu Tradition und Gegenwart des Nature Writing. Daran nehmen auch Ludwig Fischer, Markus Wissen und weitere Autorinnen und Literaturwissenschaftler teil. 

Mitgliedschaften

Seidl gehört der Neuen Gesellschaft für Literatur Erlangen, den Autorengruppen Wortwerk, Mundpropaganda, dem P.E.N.-Zentrum Deutschland sowie der Jury für den Elisabeth-Engelhardt-Literaturpreis an. Von 2007 bis 2010 ist er Vorsitzender des Schriftstellerverbandes (VS) in Mittelfranken, seit 2008 Juror des Literaturwettbewerbs der Nürnberger Kulturläden, seit 2012 Juror des Literaturwettbewerbs der Jungen Stimme e.V. zum Thema Alltagsrassismus. Der Autor ist seit Januar 2019 erneut Vorsitzender des Schriftstellerverbandes in Mittelfranken, seit 2026 Vorsitzender des Landesverbandes Bayern.

Verfasst von: Bayerische Staatsbibliothek


Externe Links:

Literatur von Leonhard F. Seidl im BVB

Website des Autors

Verwandte Inhalte