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Das Ansbacher Rathaus (c) Stadt Ansbach

Ansbach

Um das Jahr 750 gründet der fränkische Edelfreie Gumbertus am Zusammenfluss des Onoldsbachs und der Rezat ein Benediktinerkloster. Während der folgenden Jahrhunderte wachsen das Chorherrenstift und die benachbarte Siedlung zusammen, die 1221 erstmals als Stadt und unter dem Namen „Onoldsbach“ erwähnt wird. Unsicher ist bis heute, ob der Name „Ansbach“, der sich erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts endgültig durchsetzt, nur eine dialektale Abwandlung der ursprünglichen Bezeichnung darstellt oder auf andere Ursprünge zurückgeht.

Ab 1331 ist die Stadt den Hohenzollern unterstellt, bereits 30 Jahre später wird mit dem Bau der Wasserburg begonnen, die später zur Residenz erweitert und bis ins 18. Jahrhundert kontinuierlich und stets im zeitgemäßen Stil aus- und umgebaut wird. Renaissance wie Barock und Rokoko sind in Ansbach auch literarisch präsent: Am 24. August 1420 wird im Schloss Sommersdorf bei Ansbach Albrecht von Eyb geboren, der sich als humanistischer Schriftsteller und Übersetzer – unter anderem von Giovanni Boccaccio und dem antiken Dichter Plautus – einen Namen macht. 300 Jahre später, am 3. Oktober 1720, erblickt Johann Peter Uz in Ansbach das Licht der Welt, der als vorbildlicher Vertreter des literarischen Rokoko in die Literaturgeschichte der Stadt eingeht. Von 1754-56 gibt er zusammen mit dem Dichter Johann Friedrich von Cronegk, ebenfalls ein Ansbacher, die moralische Wochenschrift Der Freund heraus.

Nicht nur die Literatur, sondern auch die Bildende Kunst zeichnet ganz verschiedene Bilder des Findlings Kaspar Hauser: Zeichnung von Johann Georg Laminit (1829), Gemälde von Johann Friedrich Carl Kreul (1830), Hauser-Denkmal (1981)

Als mithin geschichtsträchtigstes in der Ansbacher Literaturhistorie darf wohl das Jahr 1796 gelten. Am 12. Mai stirbt Johann Peter Uz, am 24. Oktober wird Karl August Georg Maximilian Graf von Platen-Hallermünde, heute als August von Platen 

bekannt, geboren, der den Großteil seiner Kindheit ins Ansbach verbringt und nicht nur wegen seiner Lyrik in aller Munde sein wird, sondern auch wegen der so genannten Platen-Affäre: antisemitische Anwürfe gegen Heinrich Heine, die dieser mit bösen Bemerkungen über Platens Homosexualität kontert.

Das Datum des 30. September 1796 trägt zudem ein Schriftstück, dessen Bedeutung für die Geschichte Bayerns kaum unterschätzt werden kann. Da der letzte Markgraf seinen Anspruch abtritt, fällt Ansbach 1791 an Preußen, weshalb der spätere und erste bayerische König Maximilian I. Joseph sich Ende des 18. Jahrhunderts, auf der Flucht vor der französischen Revolutionsarmee, dorthin ins Exil zurückzieht – wo ihm Maximilian Graf von Montgelas seine als „Ansbacher Memoire“ bekannt gewordene Programmschrift über die Notwendigkeit einer (ab 1799 weitgehend umgesetzten) Neuordnung der bayerischen Verwaltung überreicht.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gerät Ansbach wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: als im Jahr 1831 der „rätselhafte Findling“ namens Kaspar Hauser im Hause eines Ansbacher Lehrers untergebracht wird – und nur zwei Jahre später an den Folgen einer Stichverletzung stirbt, die ihm im Hofgarten der Ansbacher Residenz, unweit des Standbilds für den Dichter Johann Peter Uz, beigebracht worden war. Seit 1981 findet sich ein Denkmal für Kaspar Hauser am Anfang der Platenstraße, und auch literarisch ist das „Kind von Europa“ längst unsterblich geworden, da sich zahlreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller seiner angenommen haben, darunter nicht zuletzt Jakob Wassermann in seinem Roman Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens (1908).

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