Info
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Blick auf die Ansbacher Schlossbibliothek (c) privat
Reitbahn 5
91522 Ansbach
Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-17 Uhr; Do: 10-18 Uhr
Telefon: 0981/95 38 5-0
Fax: 0981/95 38 5-27
Website
E-Mail: info[at]schlossbibliothek-ansbach.de

Schlossbibliothek Ansbach

Am 21. Dezember 1720 stiftet Markgraf Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach (reg. 1703-1723) auf Betreiben seiner kunstsinnigen Gemahlin Christiane Charlotte, die erste öffentliche Bibliothek in der Residenzstadt Ansbach. Er erklärt per Dekret die bisherige fürstliche Hausbibliothek zur öffentlichen Landesbibliothek. Zur Förderung und Vermehrung der Bücherbestände wird verordnet, dass neben dem fürstlichen Zuschuss jeder Diener bei Antritt eines neuen Amtes einen finanziellen Beitrag zur Bibliothekskasse leisten solle, „… sie mögen Namen haben wie sie wollen“.

Nach mehreren Umzügen und wegen gewachsener Bestände erhält die Bibliothek 1745 schließlich im dritten Stock des Schlosses einen repräsentativen Bibliothekssaal und zwei Nebenräume. An diese anschließend befinden sich Münz- und Medaillenkabinett sowie die fürstliche Kunstkammer (Statuen und Skulpturen, Porzellan, Graphik und Erdgloben). Diese Sammlungen dienen damals auch der fürstlichen Reputation, sie stehen Interessierten zum „Perlustrieren“  offen. 1738 bestätigt der Nachfolger und Sohn Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach (reg. 1729-1757) im sogenannten Fundationsbrief die Stiftung seiner Eltern; dieser nachmalige Gründungsakt ist Voraussetzung für das weitere Gedeihen der Einrichtung: Am Ende der Markgrafenzeit zählt die Bibliothek dank einer klugen Erwerbungspolitik, vieler Ankäufe und zahlreicher Schenkungen über 20.000 Bände.

Infolge der Abdankung des letzten Markgrafen Carl Alexander (reg. 1757-1791) und des Übergangs der zollerischen Fürstentümer an Preußen erleidet das „edle Kleinod“ und „Zierde Ansbachs“ allerdings gewaltige Einbußen. Mit der von der preußischen Regierung befohlenen Abführung der größeren und wertvolleren Teile der Schlossbibliothek 1805/06 an die neugegründete Universitätsbibliothek Erlangen beginnt ein Niedergang: 12.400 Bände, darunter 151 Prachthandschriften des 9. bis 15. Jahrhunderts, 471 Wiegendrucke, 47 Bände mit Landkarten, 20 Bände mit Handzeichnungen, Holzschnitten und Kupferstichen (darunter das berühmte Selbstbildnis Albrechts Dürers aus dem Jahr 1492) und 85 Kunstwerke werden eilig in Kisten verpackt und abtransportiert. Zurück bleibt ein trauriger Rest von ca. 7.000 Bänden, der in den ersten Jahrzehnten unter bayerischer Regierung wegen fehlender Mittel nicht oder nur kaum vermehrt werden kann. Die Betreuung der Bibliothek, vordem in der Hand engagierter Bibliothekare, erfolgt nur noch durch nebenamtliche Kanzleibeamte.

Größeren Zuwachs erfährt die Bibliothek erst wieder im Jahr 1824 durch die Literalien des Rezatkreises  (Gesetze, Kommentare, Amtsblätter der Regierung) und 1865 durch die Integration der Bibliothek des 1830 gegründeten Historischen Vereins Mittelfranken. Letztere erbringt der Bibliothek eine reiche Sammlung fränkischen Heimatschrifttums.

Die Galerie in der Schlossbibliothek erinnert an das alte Markgrafentheater (c) privat

1946 wird eine hauptamtliche Bibliothekskraft angestellt, 1959 die Bibliothek der Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Bibliotheken unterstellt und in den Staatshaushalt aufgenommen. Nach der Ausgliederung der „Amtsbücherei“, die in der Residenz verbleibt, bezieht die Bibliothek 1988 erstmals ein eigenes Haus, das Markgrafentheater, das zuvor für Bibliothekszwecke umfänglich saniert wird. Der geräumige Lesesaal mit umlaufender Galerie, einem Freihandbestand von derzeit etwa 35.000 Bänden (Stand: 2012) und der Auslage von Tageszeitungen und Zeitschriften, bietet angefangen bei  Neuerwerbungen bis zu digitalen Medien heute ein breite Palette bibliothekarischer Dienstleistungen.

Die Staatliche Bibliothek Ansbach mit inzwischen 122.450 Medien Bestand versteht sich als wissenschaftliche Regionalbibliothek mit speziellem Sammelauftrag für das regionale Schrifttum; sie versorgt über die Grenzen des Landkreises hinaus die Benutzer mit Literatur des gehobenen Bedarfs und rundet vor Ort das bibliothekarische Spektrum mit der Hochschulbibliothek (hier besteht eine enge technische Kooperation) und Stadtbücherei  Ansbach zusammen ab.

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