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(c) LOhrBär-Verlag
Obermünsterstraße 2
93047 Regensburg
Leitung: Dieter Lohr
Telefon: 0941/7081616
Fax: 03212/1232930
Website
E-Mail: lohrb[at]erverlag.de

LOhrBär-Verlag

Gegründet wird der Verlag April 2004 von dem Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Dieter Lohr in Regensburg. Der LOhrBär-Verlag gestaltet Hörbücher als eigenständige Kunstform und Textinterpretation gleichwertig neben dem geschriebenen Wort. Jeder der bisher 25 handverlesenen Titel wird mit hohem Aufwand produziert. Die Kombination aus mehreren Sprechern, Musik und Geräuscheffekten hat zur Folge, dass viele der Hörbücher wie eigenständige Hörspiele wirken. Einen Schwerpunkt stellen die Texte dar, die dialektal geprägt sind oder mit der umliegenden Region zu tun haben.

2016 wird der LOhrBär-Verlag mit dem vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst verliehenen Preis für einen bayerischen Kleinverlag ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es: „Insbesondere die Schönheit des Dialekts entfaltet sich beim Hören. Der LOhrBär-Verlag trägt maßgeblich zur Dialektpflege bei. Bewusst verortet er sich, mit offenem Blick über die nahe gelegene Grenze nach Tschechien, in der Region.“ Mit großer Leidenschaft finde „Spürohr“ Dieter Lohr zur stimmigen Gestaltung seiner Hörkunstwerke die „richtigen“ Sprecher und Musiker, so die Jury weiter.

Im bairischen Dialekt gesprochene Hörspiele wie Ludwig Bemelmans' Die blaue Donau, Bernhard Setzweins 3165 ‒ Monolog eines Henkers oder Die Rumplhanni von Lena Christ stehen neben den im „Schriftdeutsch“ geschriebenen Texten bayerischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Marieluise Fleißer, Georg Britting oder Eugen Oker. Dabei geht der Verlag dialektal über die Grenzen Bayerns hinaus, beispielsweise bei Robert Walsers Gehülfen in Schwyzerdütsch.

Auch inhaltlich haben die LOhrBär-Hörbücher viel mit der Region, aus der sie stammen, zu tun: mit dem Regensburger Kunstradfahrer Simon Oberdorfer, der 1944 im Konzentrationslager Sobibor von den Nazis ermordet wurde, oder mit den Auseinandersetzungen um die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf (Hoffnung Havanna / Der Fahrradspeichenfabrikkomplex). In den Böhmen- und Mähren-Anthologien geht es um Geschichte und Literatur der tschechischen Nachbarregionen, Eva Demski bereist in Mama Donau den Fluss ihrer Geburtsstadt von der Quelle bei Donaueschingen bis Constanţa am Schwarzen Meer.

Um dem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, produziert der Verlag maximal ein bis fünf Hörbücher pro Jahr. Dabei werden die Texte entweder hörspielmäßig (verschiedene Sprecher, Hintergrundgeräusche etc.) und mit musikalischer Begleitung aufbereitet, oder so, dass die Autorin/der Autor diese selber lesen. Entsprechend sind die vertonten Werke relativ kurz.

Neben literarischen Schwergewichten wie Robert Walser, Marie von Ebner-Eschenbach, Bohumil Hrabal oder Otfried Preußler zählen auch Newcomer zum Programm. Aktuelle Autoren des LOhrBär-Verlags sind derzeit: Joseph Berlinger, Eva Demski, Ota Filip, Elfi Hartenstein, Karin Holz, Matthias Kneip, Angela Kreuz, Barbara Krohn, Reiner Kunze, Dieter Lohr, Eugen Oker, Marita A. Panzer, Mike Reisinger, Bernhard Setzwein sowie Sigi Sommer.

Mehrere LOhrBär-Hörbücher sind ausgezeichnet worden: Im Oktober 2005 wird das Kinderhörbuch Babba, sagt der Maxl, du musst mir eine Geschichte erzählen von Eugen Oker in der Hörbuchbestenliste des Hessischen Rundfunks geführt, im Februar 2007 Die blaue Donau von Ludwig Bemelmans und im November 2011 Eine Zierde für den Verein von Marieluise Fleißer. Für den Deutschen Hörbuchpreis 2010 erhält das Wackersdorf-Feature Der Fahrradspeichenfabrikkomplex in der Kategorie „Beste Information“ eine Nominierung, Otfried Preußlers Flucht nach Ägypten wird als „HörbuchFavorit“ des Bayerischen Rundfunks bedacht, ebenso Die Rumplhanni und Der Gehülfe, die außerdem mit einem Platz in der hr2-Bestenliste im Januar / November 2015 gekürt werden.


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