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Adalbert Stifter Verein München

Im Zentrum der Vereinsarbeit steht die Pflege und Förderung des deutsch-tschechischen Dialogs. Der Verein hält das deutschböhmische Kulturerbe lebendig und trägt zur besseren Kenntnis der gemeinsamen Kultur und ihrer europäischen Kontexte bei. 

Geschichte

Der Adalbert Stifter Verein wird 1947 in München von Wissenschaftlern, Künstlern und Schriftstellern aus Prag und den Sudetengebieten gegründet. Seine ursprüngliche Tätigkeit besteht in der kulturellen Betreuung und Förderung der Vertriebenen. In den 1950er Jahren entwickelt sich die Geschäftstelle zu einem Kulturinstitut im engeren Sinn, das sich auf die Erarbeitung von kulturgeschichtlichen Ausstellungen, die literaturgeschichtliche Forschung und die Förderung von Künstlern spezialisiert.

Seit 1952 wird der Verein von der Bundesregierung institutionell gefördert. Bereits in den 1960er Jahren unterhält er zahlreiche Kontakte zu tschechischen Künstlern und Wissenschaftlern. Nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei im Sommer 1968 bildet er in Zusammenarbeit mit InterNationes ein „Tschechoslowakisches Büro“, um tschechischen Emigranten zu helfen. Seit 1989 engagiert er sich neben seiner literatur- und kulturgeschichtlichen Tätigkeit verstärkt für den deutsch-tschechischen Kulturaustausch. 

Er arbeitet eng mit Germanisten und Kulturwissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und Tschechien zusammen, z. B. bei der Erarbeitung der Ausstellung „Praha – Prag 1900-1945. Literaturstadt zweier Sprachen, vieler Mittler“, die 2010 in acht deutschen Städten und 2012 in Prag zu sehen ist, und bei den zugehörigen Begleitpublikationen, oder aber bei dem Langzeitprojekt zur Erforschung der Kulturgeschichte der NS-Jahre in Böhmen und Mähren. Im Jahr 2005 beteiligt sich der Verein an den Veranstaltungen zum 200. Geburtstag Adalbert Stifters mit Podiumsgesprächen, Lesungen und Vorträgen. Im selben Jahr vergibt er auf einem Donauschiff bei Passau zum ersten Mal den Adalbert-Stifter-Preis für Schriftsteller und Übersetzer Mitteleuropas.

Im Mai 2017 feiert der Verein sein 70-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Senatssaal des Bayerischen Landtags. Festreden und weitere Beiträge, die Auskunft über die Vereinstätigkeit geben, sind in der Festschrift 70 Jahre Adalbert Stifter Verein dokumentiert.

Tätigkeitsfelder

Neben seinen Jahrbüchern veröffentlicht der Verein Publikationen zu Autoren, Landschaften und ethnographischen Besonderheiten der böhmischen Länder. Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt bildet die Ausstellungsarbeit. Ergänzt wird das physische Programm durch ein digitales Angebot, darunter Videoformate und digitale Ausstellungen, die Persönlichkeiten und Orte der böhmischen Kulturgeschichte einem breiten Publikum zugänglich machen. Im Bereich der Förderung vergibt der Verein Stipendien und Preise, darunter das Stifter-Stipendium für Autorinnen und Autoren mit Residenzaufenthalt in Horní Planá (Oberplan, dem Geburtsort Adalbert Stifters) sowie den Otokar-Fischer-Preis für herausragende geisteswissenschaftliche Arbeiten zu germanobohemistischen Themen.

Der Verein komplettiert das Tätigkeitsspektrum durch eigene Veranstaltungen, Publikationen, das traditionelle Böhmerwaldseminar und eine Projektförderung, die Initiativen im Bereich der böhmisch-deutschen Kulturarbeit unterstützt.


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