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Thomas-Mann-Forum München

Um die dauerhafte Erinnerung an den Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann und den mehr als vierzigjährigen Aufenthalt der Familie Mann in München zu verstärken entsteht das Thomas-Mann-Forum München.

Geschichte

1999 wird der gemeinnützige Thomas-Mann-Förderkreis (seit 2012: Thomas-Mann-Forum München) e.V. gegründet. Ziel des Vereins ist anfangs der Auf- und Ausbau der zerstörten Villa der Manns im Herzogpark als Gedenk- und Dokumentationszentrum für Thomas Mann. Da sich das nicht verwirklichen lässt, werden Kooperationspartner in München und Umgebung gefunden, um in den dortigen Räumen dasjenige Programm mit Vorträgen und Diskussionen zu gestalten, das in einem ‚echten‘ Thomas-Mann-Haus in München angeboten worden wäre.

Mit dem seit 2015 in der Nachbarschaft der Musikhochschule eröffneten NS-Dokumentationszentrum besteht eine Kooperation in Form einer Broschüre, die 2018 erscheint und eine Polemik Thomas Manns zum Anlass für eine Dokumentation nimmt: „Bruder Hitler? Thomas Manns Entlarvung des Nationalsozialismus“.

In der Ludwig-Maximilians-Universität kann auf Initiative des Forums 2003 eine Thomas-Mann-Halle und mit einer Thomas-Mann-Büste von Gottfried Bermann-Fischer (1970) ausgestattet werden. In München bringt der Verein an vier ehemaligen Wohn- und Schreiborten Thomas Manns Gedenktafeln an: Feilitzschstraße 32: Buddenbrooks; Franz-Joseph-Straße 2: Königliche Hoheit; Mauerkircherstraße 13: Der Tod in Venedig; Thomas-Mann-Allee 10: Wohnhaus-Neubau. Dazu kommt eine Gedenktafel auf dem Waldfriedhof am einstigen Familiengrab der Manns. Die Gestaltung der Tafeln übernehmen die Künstler Joachim Jung und Robert Barta (Wohnhaus Mann). Zwischen 1999 und 2018 konnten in Thomas Manns „Villino“, dem ehemaligem Sommerhaus in Feldafing am Starnberger See, eine Dauerausstellung besichtigt sowie Villino-Konzerte (mit Grammophon) gegeben und Villino-Gespräche geführt werden. Nach der Schließung des Hauses wurden das Mobiliar und die Bibliothek in die Stadtbibliothek Bad Tölz überführt, wo dafür ein eigenes Thomas-Mann-Zimmer eingerichtet wurde. Mit dem originalen Büromobiliar der letzten Mann-Sekretärin Anita Naef und Bücherbeständen aus dem Villino richtet das Museum Polling eine eigene Anita-Naef-Bibliothek ein, aus der Bücher von und über Thomas Mann und seinen Umkreis ausgeliehen werden können.

Erfreulicherweise hat die Stadtbibliothek München mit dem Literaturarchiv Monacensia im Zuge eines großen Umbaus des Hildebrandhauses an der Maria-Theresia-Straße eine eigene Bibliothek zur Familie Mann eingerichtet, die zu den Öffnungszeiten zur Verfügung steht. Die Nachlässe der Kinder Erika, Klaus, Monika, Elisabeth und Michael Mann erfreuen sich dort lebhafter Nutzung. Viele Ausstellungen zum Thema unterstreichen die Bedeutung der Familie Mann für München.

Tätigkeitsfelder

Der Verein entfaltet seit 1999 rege Informationsarbeit für seine Mitglieder und die Öffentlichkeit. Er engagiert sich in der Vermittlung des Werks und Lebens von Thomas Mann: durch Vorträge, Lesungen, Diskussionen und Publikationen sowie durch die Pflege von Gedenkorten und die Zusammenarbeit mit Münchner Kulturinstitutionen. Die Thomas-Mann-Schriftenreihe (TMSR) erscheint seit 2001. 


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