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Geb.: 20.11.1961 in Neustadt a.d. Waldnaab
© Max Rauch
Titel: Dr. med.

Thomas Bäumler

Thomas Bäumler wird in der „Stadt des Bleikristalls“, Neustadt a.d. Waldnaab, geboren, gelegen an der historisch-touristischen „Glasstraße“ – seine Familie stammt jedoch aus dem benachbarten Glasmacherort Altenstadt a.d. Waldnaab, wo er auch aufwächst. Bäumler wird Ministrant, ist Mitglied in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG). Er besucht in Altenstadt die Grundschule, in Weiden das Augustinus-Gymnasium und macht 1981 sein Abitur. Von 1979 bis 1981 ist er Bezirksvorsitzender der KJG in der Diözese Regensburg, 1981/82 leistet er einen verkürzten Grundwehrdienst bei der Bundeswehr als Funker. Es folgt ein Studium der Humanmedizin in Erlangen (1982-88), von wo aus Bäumler sich auch am Widerstand gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf (bei Schwandorf) beteiligt. Danach ist er als Frauenarzt in der Schweiz und in Nordbayern tätig. Seit 1991 wieder wohnhaft in Altenstadt, führt er ab 1994 gemeinsam mit einem Kollegen eine frauenärztliche Gemeinschaftspraxis in Neustadt a.d. Waldnaab.

Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Heimatarchäologe Thomas Bäumler ist seit 2013 literarisch tätig. Sein futuristischer Kurzroman Askifou. Eine deutsche Flucht führt den Leser in das Horrorszenario eines verarmten, überalterten Deutschlands des Jahres 2042, in dem – nach Zerfall der Euro-Zone – die D-Mark wieder eingeführt wird und der Staat seine Bürger auf Schritt und Tritt überwacht. Die Dystopie erscheint 2017 ausschließlich als E-Book.

Auf der Leipziger Buchmesse 2015, bei der „Leipziger Kriminacht“ sowie im Messe-Literaturcafé präsentiert Bäumler sein brisantes Krimiroman-Debüt Priester – Neffe – Tod. Gerti Zimmermann recherchiert.

Das sozialkritische Erstlingswerk ist thematisch in der nördlichen Oberpfalz angesiedelt, handelt in dem fiktiven Oberpfälzer Waidbuch (Waidhaus) unweit der tschechischen Grenze, aber auch in Waldsassen, Weiden, Regensburg und Prag. Mit seinem Roman gibt der schreibende Mediziner einem Opfer sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Umfeld eine Stimme und zeigt gleichzeitig auf, welche religiösen wie gesellschaftlichen Ursachen derartige Umtriebe fördern und wie die Hölle über das unschuldige Leben eines jungen Menschen losbricht. Thomas Bäumler dazu: „Der Kriminalroman beginnt mit einem rituellen Mord an einem Priester und entwickelt die Vorgeschichte zu diesem Drama mit Hilfe eines Tagebuchs des Missbrauchsopfers, das einer Volontärin einer fiktiven Heimatzeitung in die Hände fällt, woraufhin sie auf eigene Faust zu recherchieren beginnt und letztendlich die gesamte verworrene Geschichte auflöst.“ Bäumler kreiert so den ersten Fall der jungen Journalistin Gerti Zimmermann, die noch am Anfang ihrer Karriere steht.

Ein zweiter Kriminalroman mit derselben engagiert-aufklärenden Protagonistin, die im Übrigen aus Neustadt a.d. Waldnaab („vom Felixberg“) stammt, Frauengrund, erscheint im Mai 2017. Dieses Mal muss Gerti Zimmermann gleich zwei Aufgaben bewältigen: vergeben lernen und dazu die eigene Schwangerschaft. Ein Mitbewohner der Wohngemeinschaft wird in Rom ermordet. Gerti recherchiert und ihre Forschungen bringen sie an die Ufer des Tibers. Frauengrund wird 2017 für den Publikumspreis „The Beauty and the Book Award“ der Stiftung Buchkunst und der Frankfurter Buchmesse nominiert. Im September erscheint dann der dritte Kriminalroman: Liebe, Tod und Zoigl spielt im Oberpfälzer Waldnaabtal im beschaulichen Falkenberg. Sein vierter Roman Kain. Abel. Oberpfalz (September 2018) ist wieder eine Mischung aus Krimi, psychologischem Roman und regionalem Sittengemälde. Er führt den Leser – ausgehend von einer Leiche im Altenstädter Süßenloher Weiher – zurück bis in die letzten Kriegstage und lässt ihn noch einmal die Wirtschaftswunderzeit, die Zeit des Kalten Krieges und die Demonstrationen um die WAA Wackersdorf miterleben.

Thomas Bäumler zählt zu den sogenannten Dichterärzten, zu denen u.a. auch Paul Fleming, Friedrich Schiller, Gottfried Benn, Heiner Kipphardt, Ernst Augustin, Rainald Goetz oder Uwe Tellkamp gehören. Seit 2010 ist Bäumler zudem ehrenamtlicher Mitarbeiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (Fachgebiet Heimatarchäologie), Mitglied im LionsClub „Goldene Straße“ sowie Mitglied im SYNDIKAT, der Autorenvereinigung deutschsprachiger Kriminalliteratur.

Der Autor ist verheiratet mit der Heilpraktikerin und Psychoonkologin Annette Lang-Bäumler sowie Vater zweier Söhne. Er lebt in Altenstadt, dem Geburtsort des Heimatdichters Anton Wurzer und des „grünen“ Romanciers Jürgen Huber.

Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Baron, Bernhard M. (2015): Thomas Bäumler: Priester-Neffe-Tod [Rezension]. In: Lichtung. Ostbayerisches Magazin 28. Jg., Nr. 4, S. 55.

Becker, Tobias (2017): Das Psycholog. Zeitgeist. Regionales Essen und lokales Design, Provinzromane und Politiker mit Dialekt. Heimat ist das Losungswort der Gegenwart. In: Der Spiegel (Hamburg) Nr. 27, S. 121f.

Duhr, Norbert (2018): Oberpfalzkrimi keine leichte Kost. In: Der neue Tag (Weiden i.d. OPf.), Oberpfalz/Schirmitz, 7. Oktober.

Köppl, Max (2018), Thomas Bäumler: Liebe, Tod und Zoigl [Rezension]. In: Lichtung. Ostbayerisches Magazin, Nr. 3/Juli, S. 51.

Mittler, Dietrich (2015): Ein Arzt rechnet ab mit der katholischen Kirche. In: Süddeutsche Zeitung (Bayern), 27. April.

„ms“ [= Staffe, Martin] (2015): Tiefstes Vertrauen zerstört. In: Der neue Tag (Weiden i.d. OPf.), Kreisseite, Nr. 57, 10. März, S. 30.

Staffe, Martin (2017): Frauenarzt Dr. Thomas Bäumler präsentiert zweiten Oberpfalzkrimi. Zoigl-Mord im Waldnaabtal. In: Der neue Tag (Weiden i.d. OPf.), Freizeit-Landkreis, 15. Juli.

Stiegler, Holger (2015): Wenn Missbrauch das Leben prägt. Thomas Bäumler aus Altenstadt taucht in seinem Erstlingswerk ins oberpfälzisch-katholische Milieu ein. In: Der neue Tag (Weiden i.d. OPf.), Kultur, 26. März.


Externe Links:

Zur Homepage des Autors

Thomas Bäumler im Größenwahn Verlag

Thomas Bäumler im SYNDIKAT

Website zu Liebe, Tod und Zoigl

Interview zu Liebe, Tod und Zoigl

Video zu Liebe, Tod und Zoigl

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