Sophia Merwald
Sophia Merwald, geboren 1998 in Weiden in der Oberpfalz, ist eine in München lebende Schriftstellerin. Sie schreibt Texte, die Lust und Schmerz verhandeln, gesellschaftliche Gegenräume erschaffen und eine neue Sprache suchen, die diese auszuloten erst ermöglicht.
Werdegang
Sophia Merwald wächst in dörflicher Nähe zu Würzburg auf. Sie studiert Journalistik sowie Literatur- und Kulturwissenschaften in Eichstätt und Lillehammer. Während des Abiturs beginnt sie, Theaterkritiken zu schreiben. Das journalistische Handwerk lernt sie an der Uni und entdeckt dort auch die Freude an der Fiktion. An der Ludwig-Maximilians-Universität München absolviert sie ein Masterstudium in Film- und Medienkultur-Forschung. Sie lebt in München und arbeitet als Schriftstellerin sowie freie Kulturjournalistin.
Wichtige Werke (Auswahl)
Sophia Merwald schreibt Lyrik und Prosa, die in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften erscheint, darunter BELLA triste („Weil Ma und ich keine Angst vor Bäumen haben“), Das Narr („KEINSOWEITERUNDSOFORT“), metamorphosen („Dich wieder-holen, bis du bleibst“) und manuskripte. 2026 erscheint ihr Debütroman Sperrgut bei park x ullstein.
Stil / Rezeption
In ihren Werken eröffnet Sophia Merwald, die sich selbst als „Schwellen-Gängerin“ bezeichnet, eine Vielzahl an Orten, die zwischen Utopie und Dystopie, zwischen Wurzelschlagen und Entwurzelung, zwischen Natur und Gesellschaft, zwischen Surrealität und Wirklichkeit oszillieren. So verhandelt ihre Kurzgeschichte „Deckung suchen (einen Vater)“ (2022) nach eigener Aussage „Losigkeiten: Heimatlosigkeit, Vaterlosigkeit, Haltlosigkeit“, während ihr Roman Sperrgut ein gleichsam als Figur in Erscheinung tretendes Haus namens „Lusthansa“ als Heterotopie, als gesellschaftlichen Gegenraum inszeniert, der Solidarität, Frauen und Queerness ins Zentrum rückt.
„Ein surrealistisches Wunderwerk“ nennt Corinne Orlowski (WDR Westart) Sophia Merwalds Debüt und attestiert ihm eine „Poetik der Solidarität“, die mit einer neuen Sprache einhergehe, „weil mit der alltäglichen das zu Beschreibende gar nicht zu fassen ist.“ Anna Steinbauer beschreibt in der Süddeutschen Zeitung, wie aus „fantasievollen Wortgebilden ein ganz und gar synästhetisches Leseerlebnis“ entstehe.
Es ist Merwalds erfinderische, unverbrauchte Sprache, auf die die meisten Rezensionen rekurrieren – eine Sprache, die reich an Metaphern, Assoziationsketten und Neologismen ist und die sich aus einer lyrischen Lust an der Beobachtung speist. „Ich könnte aus Versehen sagen, was ich nur gedacht haben wollte, und die Sprache nutzen, wie sie nicht gedacht ist“, sinniert die Protagonistin in Sperrgut, und auch Merwald erschafft eine „Welt aus einer wie frisch erfundenen Sprache“, wie die Jury des Alfred-Döblin-Preises ihre Entscheidung begründet.
Preise & Auszeichnungen
2018 ist Sophia Merwald Finalistin der PULS-Lesereihe des Bayerischen Rundfunks, 2022 ist sie für den Klopstockpreis für junge Lyrik sowie für den WORTMELDUNGEN Förderpreis nominiert. 2023 erhält sie für ihr Romanprojekt Sperrgut den Irseer Pegasus Autor:innenpreis sowie den Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis der Stadt München. 2025 wird der Text mit dem Alfred-Döblin-Preis der Akademie der Künste Berlin und des Literarischen Colloquium Berlin ausgezeichnet. 2026 gewinnt sie den Lyrik-Wettbewerb TEXTSTREICH.
Außerdem ist sie Stipendiatin diverser Förderprogramme, etwa des Klagenfurter Literaturkurses 2024 und der Bayerischen Akademie des Schreibens 2021; bei einer Lesung im Rahmen des Stipendienprogramms fallen ihre Texte der Lyrikerin Nora Gomringer auf. 2021 und 2024 nimmt sie an der Lyrikwerkstatt Open Poems am Haus für Poesie in Berlin teil. Zwei Aufenthaltsstipendien verbringt sie 2023 im mare-Künstlerhaus der Roger Willemsen Stiftung und 2025 in Gelsenkirchen als writer in residence.
Tätigkeiten im literarischen Betrieb
Die Autorin gibt Workshops zum Rage Writing, dem Schreiben mit und durch Wut, begonnen am Literaturhaus München.
Externe Links:
Literatur von Sophia Merwald im BVB
Sophia Merwald bei park x ullstein
Sophia Merwald, geboren 1998 in Weiden in der Oberpfalz, ist eine in München lebende Schriftstellerin. Sie schreibt Texte, die Lust und Schmerz verhandeln, gesellschaftliche Gegenräume erschaffen und eine neue Sprache suchen, die diese auszuloten erst ermöglicht.
Werdegang
Sophia Merwald wächst in dörflicher Nähe zu Würzburg auf. Sie studiert Journalistik sowie Literatur- und Kulturwissenschaften in Eichstätt und Lillehammer. Während des Abiturs beginnt sie, Theaterkritiken zu schreiben. Das journalistische Handwerk lernt sie an der Uni und entdeckt dort auch die Freude an der Fiktion. An der Ludwig-Maximilians-Universität München absolviert sie ein Masterstudium in Film- und Medienkultur-Forschung. Sie lebt in München und arbeitet als Schriftstellerin sowie freie Kulturjournalistin.
Wichtige Werke (Auswahl)
Sophia Merwald schreibt Lyrik und Prosa, die in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften erscheint, darunter BELLA triste („Weil Ma und ich keine Angst vor Bäumen haben“), Das Narr („KEINSOWEITERUNDSOFORT“), metamorphosen („Dich wieder-holen, bis du bleibst“) und manuskripte. 2026 erscheint ihr Debütroman Sperrgut bei park x ullstein.
Stil / Rezeption
In ihren Werken eröffnet Sophia Merwald, die sich selbst als „Schwellen-Gängerin“ bezeichnet, eine Vielzahl an Orten, die zwischen Utopie und Dystopie, zwischen Wurzelschlagen und Entwurzelung, zwischen Natur und Gesellschaft, zwischen Surrealität und Wirklichkeit oszillieren. So verhandelt ihre Kurzgeschichte „Deckung suchen (einen Vater)“ (2022) nach eigener Aussage „Losigkeiten: Heimatlosigkeit, Vaterlosigkeit, Haltlosigkeit“, während ihr Roman Sperrgut ein gleichsam als Figur in Erscheinung tretendes Haus namens „Lusthansa“ als Heterotopie, als gesellschaftlichen Gegenraum inszeniert, der Solidarität, Frauen und Queerness ins Zentrum rückt.
„Ein surrealistisches Wunderwerk“ nennt Corinne Orlowski (WDR Westart) Sophia Merwalds Debüt und attestiert ihm eine „Poetik der Solidarität“, die mit einer neuen Sprache einhergehe, „weil mit der alltäglichen das zu Beschreibende gar nicht zu fassen ist.“ Anna Steinbauer beschreibt in der Süddeutschen Zeitung, wie aus „fantasievollen Wortgebilden ein ganz und gar synästhetisches Leseerlebnis“ entstehe.
Es ist Merwalds erfinderische, unverbrauchte Sprache, auf die die meisten Rezensionen rekurrieren – eine Sprache, die reich an Metaphern, Assoziationsketten und Neologismen ist und die sich aus einer lyrischen Lust an der Beobachtung speist. „Ich könnte aus Versehen sagen, was ich nur gedacht haben wollte, und die Sprache nutzen, wie sie nicht gedacht ist“, sinniert die Protagonistin in Sperrgut, und auch Merwald erschafft eine „Welt aus einer wie frisch erfundenen Sprache“, wie die Jury des Alfred-Döblin-Preises ihre Entscheidung begründet.
Preise & Auszeichnungen
2018 ist Sophia Merwald Finalistin der PULS-Lesereihe des Bayerischen Rundfunks, 2022 ist sie für den Klopstockpreis für junge Lyrik sowie für den WORTMELDUNGEN Förderpreis nominiert. 2023 erhält sie für ihr Romanprojekt Sperrgut den Irseer Pegasus Autor:innenpreis sowie den Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis der Stadt München. 2025 wird der Text mit dem Alfred-Döblin-Preis der Akademie der Künste Berlin und des Literarischen Colloquium Berlin ausgezeichnet. 2026 gewinnt sie den Lyrik-Wettbewerb TEXTSTREICH.
Außerdem ist sie Stipendiatin diverser Förderprogramme, etwa des Klagenfurter Literaturkurses 2024 und der Bayerischen Akademie des Schreibens 2021; bei einer Lesung im Rahmen des Stipendienprogramms fallen ihre Texte der Lyrikerin Nora Gomringer auf. 2021 und 2024 nimmt sie an der Lyrikwerkstatt Open Poems am Haus für Poesie in Berlin teil. Zwei Aufenthaltsstipendien verbringt sie 2023 im mare-Künstlerhaus der Roger Willemsen Stiftung und 2025 in Gelsenkirchen als writer in residence.
Tätigkeiten im literarischen Betrieb
Die Autorin gibt Workshops zum Rage Writing, dem Schreiben mit und durch Wut, begonnen am Literaturhaus München.
