Theresa Klesper
Theresa Klesper, geboren 1979 in Erding, ist Lyrikerin und Autorin. Ihre Gedichte nehmen häufig Wald- oder Naturphänomene zum Ausgangspunkt und nähern sich ihren Themen auf sprachlich behutsame, von leisen Brüchen durchzogene Weise.
Werdegang
Theresa Klesper wächst in einem Dorf in Oberbayern auf. Zwischen 1999 und 2000 studiert sie an der Universität Augsburg zunächst Sozioökonomie, bevor sie ein Magisterstudium der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft, Psychologie und Kommunikationswissenschaft aufnimmt, das sie 2007 abschließt. Zwischen 2006 und 2009 lebt sie zeitweise in Berlin. Sie arbeitet zunächst als Redakteurin, Deutschlehrerin für Geflüchtete, im Buchhandel und im Verlagswesen, bevor sie sich als Coach, Yogalehrerin und Autorin selbstständig macht. Ihre Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert sie berufsbegleitend zwischen 2007 und 2011. Seit 2018 lebt Klesper mit ihrer Familie bei Pfaffenhofen a. d. Ilm auf dem Land.
Wichtige Werke (Auswahl)
Theresa Klespers Gedichte und essayistischen Texte erscheinen in Zeitschriften und Anthologien, unter anderem in den Publikationen BELLA triste, lauter niemand, außer.dem, Sprache im technischen Zeitalter und die horen. 2025 erscheint ihr erster Gedichtband Moos und Trompeten bei GINSTERPRESS. Ihre zweite, bisher unveröffentlichte Lyrikanthologie trägt den Arbeitstitel Heimat der Wimpernpferde.
Stil / Rezeption
„Eine, deren Sprache Demut transportiert“, nennt Literaturkritikerin Beate Tröger (der Freitag) die „eindringlich dichtende“ Autorin und hebt die zarten „Bewegungen der Sprache“ im Gedichtband Moos und Trompeten (2025) hervor. Auch Autor Tom Schulz betont in seinem Nachwort die „Zartheit“ und die „Verletzlichkeit“ der Gedichte, die in Zyklen aufbereitet sind. Es ist in vieler Hinsicht eine Lyrik der leisen Töne, die Klesper auszeichnet: Schauplatz zahlreicher Gedichte ist der Wald; zu den wiederkehrenden Motiven gehören etwa die Stille und das (weidende) Reh: „ich wähle die Rehe gegen das Summen / der Autos – jetzt ist es für eine Sekunde still“.
Dass sich dabei auch Brüche in die scheinbare Idylle mischen, wenn etwa „die Formel / für das mögliche Gedicht“ in der „Wunde / des Rehs“ verortet wird, stellen Slata Roschal und Dirk Hansen im Literaturportal-Podcast „Lyrik im Dialog“ fest. Der „Wechsel zwischen lauten und leisen Tönen“ (Roschal) sei im Titel des Bands bereits angelegt. Auf formaler Ebene werden diese Brüche als Enjambements und zerstückelte Wörter sichtbar, welche die Wachsamkeit des Rezipienten zugleich fordern und fördern. „Klesper hat eine wunderbare Art, Wörter auseinanderzunehmen.“ (Hansen)
Roschal hebt auch die gesellschaftliche Relevanz der Gedichte hervor, wenn etwa in körbeweise Meer die Dimensionen weiblicher Fürsorge(-Arbeit) poetisch verhandelt werden: „Meer / erinnern / tu ich kaum, nur an diesem Tag, da ich / Wäsche wusch und körbeweise die Farben / meiner Liebsten faltete“.
Auch in der Begründung der Jury des Kunstförderpreises der Stadt Augsburg wird auf den „unverbrauchten Umgang mit Sprache“ in den Gedichten Klespers verwiesen, die sich dennoch „nicht in eine hermetische Innenwelt zurückziehen“.
Preise & Auszeichnungen
2009 erhält Klesper ein Werkstattstipendium des Münchner Lyrik Kabinetts. 2013 wird sie mit dem Kunstförderpreis in der Sparte Literatur der Stadt Augsburg ausgezeichnet. 2026 wird sie vom Adalbert Stifter Verein als Stifter-Stipendiatin ausgewählt.
Externe Links:
Theresa Klesper bei GINSTERPRESS
Theresa Klesper, geboren 1979 in Erding, ist Lyrikerin und Autorin. Ihre Gedichte nehmen häufig Wald- oder Naturphänomene zum Ausgangspunkt und nähern sich ihren Themen auf sprachlich behutsame, von leisen Brüchen durchzogene Weise.
Werdegang
Theresa Klesper wächst in einem Dorf in Oberbayern auf. Zwischen 1999 und 2000 studiert sie an der Universität Augsburg zunächst Sozioökonomie, bevor sie ein Magisterstudium der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft, Psychologie und Kommunikationswissenschaft aufnimmt, das sie 2007 abschließt. Zwischen 2006 und 2009 lebt sie zeitweise in Berlin. Sie arbeitet zunächst als Redakteurin, Deutschlehrerin für Geflüchtete, im Buchhandel und im Verlagswesen, bevor sie sich als Coach, Yogalehrerin und Autorin selbstständig macht. Ihre Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert sie berufsbegleitend zwischen 2007 und 2011. Seit 2018 lebt Klesper mit ihrer Familie bei Pfaffenhofen a. d. Ilm auf dem Land.
Wichtige Werke (Auswahl)
Theresa Klespers Gedichte und essayistischen Texte erscheinen in Zeitschriften und Anthologien, unter anderem in den Publikationen BELLA triste, lauter niemand, außer.dem, Sprache im technischen Zeitalter und die horen. 2025 erscheint ihr erster Gedichtband Moos und Trompeten bei GINSTERPRESS. Ihre zweite, bisher unveröffentlichte Lyrikanthologie trägt den Arbeitstitel Heimat der Wimpernpferde.
Stil / Rezeption
„Eine, deren Sprache Demut transportiert“, nennt Literaturkritikerin Beate Tröger (der Freitag) die „eindringlich dichtende“ Autorin und hebt die zarten „Bewegungen der Sprache“ im Gedichtband Moos und Trompeten (2025) hervor. Auch Autor Tom Schulz betont in seinem Nachwort die „Zartheit“ und die „Verletzlichkeit“ der Gedichte, die in Zyklen aufbereitet sind. Es ist in vieler Hinsicht eine Lyrik der leisen Töne, die Klesper auszeichnet: Schauplatz zahlreicher Gedichte ist der Wald; zu den wiederkehrenden Motiven gehören etwa die Stille und das (weidende) Reh: „ich wähle die Rehe gegen das Summen / der Autos – jetzt ist es für eine Sekunde still“.
Dass sich dabei auch Brüche in die scheinbare Idylle mischen, wenn etwa „die Formel / für das mögliche Gedicht“ in der „Wunde / des Rehs“ verortet wird, stellen Slata Roschal und Dirk Hansen im Literaturportal-Podcast „Lyrik im Dialog“ fest. Der „Wechsel zwischen lauten und leisen Tönen“ (Roschal) sei im Titel des Bands bereits angelegt. Auf formaler Ebene werden diese Brüche als Enjambements und zerstückelte Wörter sichtbar, welche die Wachsamkeit des Rezipienten zugleich fordern und fördern. „Klesper hat eine wunderbare Art, Wörter auseinanderzunehmen.“ (Hansen)
Roschal hebt auch die gesellschaftliche Relevanz der Gedichte hervor, wenn etwa in körbeweise Meer die Dimensionen weiblicher Fürsorge(-Arbeit) poetisch verhandelt werden: „Meer / erinnern / tu ich kaum, nur an diesem Tag, da ich / Wäsche wusch und körbeweise die Farben / meiner Liebsten faltete“.
Auch in der Begründung der Jury des Kunstförderpreises der Stadt Augsburg wird auf den „unverbrauchten Umgang mit Sprache“ in den Gedichten Klespers verwiesen, die sich dennoch „nicht in eine hermetische Innenwelt zurückziehen“.
Preise & Auszeichnungen
2009 erhält Klesper ein Werkstattstipendium des Münchner Lyrik Kabinetts. 2013 wird sie mit dem Kunstförderpreis in der Sparte Literatur der Stadt Augsburg ausgezeichnet. 2026 wird sie vom Adalbert Stifter Verein als Stifter-Stipendiatin ausgewählt.
