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Rezension zu Norbert Göttlers „Striabäsn-Blues. Lyrik und Prosa“

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© Allitera Verlag

Mit Striabäsn-Blues hat Norbert Göttler ein neues Werk im so wichtigen, förderungswürdigen Bereich der Mundart-Lyrik vorgelegt. Der Lyriker Siegfried Völlger hat den Band für das Literaturportral Bayern gelesen. 

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Sieht man sich die Vita von Dr. Norbert Göttler an, ist man unbedingt beeindruckt von der Vielfalt der Arbeiten, der Tätigkeiten, die man da findet. Wann macht der das alles? Jetzt also wieder ein neues Buch – Striabäsn-Blues. Lyrik und Prosa.
Eine Mischung also. Traut er der Lyrik allein nicht? Oder der Prosa? In beiden Bereichen hat er nicht wenig veröffentlicht. Einmal hab ich auf einer Lesung eines seiner Gedichte öffentlich gelobt, ein andermal war ich sehr beeindruckt von einem Auszug aus Roter Frühling. Roman der Räterepublik. Das kann also nicht sein, dass er nicht auf seine Arbeit vertraut, weder in der Lyrik noch in der Prosa.

Mundart zum einen – mag ich immer, auch wenn ich mit manchen Formen nicht ganz glücklich bin, grammatikalische Formulierungen meist. Aber ich denke, das ist der Lesbarkeit geschuldet, falls sich das Buch zu Nicht-Bayern verirrt (das ist gemein, sowas zu sagen, es verirrt sich nicht, sondern es sollte willkommen sein).
Es gibt also Mundartgedichte, ohne und mit Reim, es gibt kurze Prosa Texte.
Ganz leicht wird man feststellen, dass sie zusammenpassen. Ich könnte es einen philosophisch-theologischen Geist nennen, aus dem heraus da geschrieben, gedacht und gefragt wird.

Ein Dichter wär ja arg vermessen, würde er meinen, dass er die umfassend richtigen Antworten hat, er wird immer fragen, Fragen entdecken, dort, wo vielleicht nicht so oft gefragt wird, und natürlich dort, wo viel gefragt wird, er wird vielleicht die Frage nur sorgfältiger formulieren, genauer.  So, dass nicht leicht zu antworten ist, dass die Antwort nicht zu schnell möglich ist.

Das tut er: anregen zum Selberdenken. Es sind Beschreibung der Welt, wie sie ist, ein Zitat zeigt das deutlich:
„… und macht sich davon auf ihrem Weg durch eine absurde Welt.“
Und vor allem andern, ich finde es besonders in den hochdeutschen Gedichten, berührend und gescheit, mutig und treffend, ist Norbert Göttler ein Dichter!
Aber wenn ich doch noch die Grübelwürfel erwähne, in denen Göttler sich mit Philosophen auseinandersetzt, Philosophensätze mit Mundart-Fragen konfrontiert, dann kann ich erweitern zum: Philosophen-Dichter. 
Was natürlich nur ein Aspekt des Ganzen ist, weil: Spaß hat man auf jeden Fall auch dabei!

Von der „Gelassenheit des Vergänglichen“ schreibt Göttler einmal, und ich denke, das passt recht gut als Beschreibung der Illustrationen von Martin Off. Sie geben keine Eindeutigkeit und man begibt sich ins Bild und kann sich darin bewegen, aber da wo man grad war, findet man im nächsten Moment schon wieder anderes – und vielleicht lernt man ein wenig darüber: „Gelassenheit des Vergänglichen“.

Norbert Göttler, Striabäsn-Blues. Lyrik und Prosa, Allitera Verlag, 136 S., ISBN: 978-3-96233-533-5

 

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