Info
Geb.: 15. 8.1768 in Dinkelsbühl
Gest.: 3. 9.1854 in Augsburg
Kupferstich von Gottlieb Friedrich Butzinger um 1868. Aus: Manz' Conversationslexikon (Bayerische Staatsbibliothek München/Porträtsammlung)
Titel: Dr. theol. h.c.
Namensvarianten: Christoph Johannes Nepomuk Friedrich von Schmid

Christoph von Schmid

Christoph Schmid wird als Sohn eines fürstbischöflich-augsburgischen Beamten in Dinkelsbühl geboren und wird mit fünfzehn Jahren an das Gymnasium nach Dillingen versetzt, wo er auch studiert und 1791 zum Priester geweiht wird. Mit dem dort lehrenden Pastoraltheologen, dem späteren Regensburger Bischof Johann Michael Sailer, verbindet ihn eine lebenslange Freundschaft. Danach wirkt Schmid bis 1795 als Kaplan in Nassenbeuren, in Seeg bei Füssen macht er Erfahrungen mit der umstrittenen pietistischen „Allgäuer Erweckungsbewegung“, der er jedoch nicht angehört.

Zeitgleich mit dem Antritt einer Stelle als Schulbenefiziat 1796 (seit 1809 auch als Distriktschulinspektor) in Thannhausen beginnt Schmids literarische Karriere. Er schreibt kindgerechte Schulbücher, eine von ihm verfasste Biblische Geschichte für Kinder (6 Bde., 1801) erzielt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts rund 200 Auflagen. Zu seinen Erzählungen gelangt er über das Volksbuch. Deren bekannteste sind: Genoveva (1810), Die Ostereier (1816), Heinrich von Eichenfels (1817), Rosa von Tannenburg (1823) und Der Weihnachtsabend (1825). Die populären profanen Erzählungen, die in insgesamt 24 Sprachen übersetzt werden, basieren auf einem Wirklichkeitsverständnis, das überall Gottes Vorsehung sieht und in dem trotz aller Widrigkeiten das Gute am Ende über das Böse siegt. Seit 1800 gehen aus Schmids pädagogischer Arbeit zudem Kinder- und Erwachsenenkatechismen hervor, die über Generationen hinweg als religiöser Leitfaden dienen. Von seinen Gedichten und Liedern erreichen „Ihr Kinderlein kommet“, „Beim letzten Abendmahle“ und „Wie lieblich schallt durch Busch und Wald des Waldhorns süßer Klang“ bis heute einen hohen Bekanntheitsgrad.

Um sein Talent als Jugendschriftsteller zu profilieren, lehnt Schmid zahlreiche Professuren (Pädagogik in Dillingen 1804, Moral- und Pastoraltheologie in Heidelberg 1804, Exegese in Landshut 1816) ab; in Thannhausen und von 1816 bis 1826 als Pfarrer von Oberstadion bei Ulm schreibt er die meisten seiner Werke. 1826 ernennt ihn König Ludwig I. auf Betreiben Sailers schließlich zum Domkapitular in Augsburg. Schmid übt von nun an als Schulreferent des bischöflichen Ordinariats, ab 1832 auch als „königlicher Kreischolarch“ für Schwaben und Neuburg seine bisherige Tätigkeit auf höherer Ebene aus. Daneben schreibt er, allein zwischen 1824 und 1829 erscheinen vier Bände Erzählungen für Kinder und Kinderfreunde.

Gegen Ende seines Lebens werden Schmid noch zahlreiche Ehrungen zuteil: 1837 erhebt ihn der bayerische König in den Adelsstand, 1848 ernennt ihn die Prager Universität aus Anlass ihrer Fünfhundertjahrfeier zum Ehrendoktor der Theologie, 1850 bekommt er das Komturkreuz des Verdienstordens vom Heiligen Michael verliehen. Sein letztes größeres Werk bilden die Erinnerungen aus meinem Leben (1853), in deren Mittelpunkt eine Würdigung Sailers steht.

Ein Jahr darauf stirbt Schmid in Augsburg an Cholera.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Meier, Uto: Schmid, Christoph Johannes Nepomuk Friedrich von. In: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 144f., http://www.deutsche-biographie.de/pnd118759523.html, (18.02.2012).

Weichslgartner, Alois J. (2001): Schreiber und Poeten. Schriftsteller aus Altbayern und Schwaben im 19. Jahrhundert. Bayerland Druckerei und Verlagsanstalt, Dachau.


Externe Links:

Literatur von Christoph von Schmid im BVB

Literatur über Christoph von Schmid im BVB

Christoph von Schmid in der BLO

Werke bei gutenberg.spiegel.de

Seite über Christoph von Schmid

Presseartikel

Christoph von Schmid im Literaturland Baden-Württemberg

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