Info
Geb.: 13.12.1962 in Kempten (Allgäu)
Foto: Florian Deventer © Piper Verlag
Wirkungsorte:
Oberstaufen
Rieden am Forggensee

Nicola Förg

Die gebürtige Allgäuerin Nicola Förg wächst in Oberstaufen auf, absolviert dort die Grundschule und lebt dann in Kempten (Allgäu), wo sie 1982 das Hildegardisgymnasium mit Abitur beendet. Der Umgang mit Sprache prägt sie früh: in der Schülerzeitung, bei einem privaten Kemptner Radiosender und als Redakteurin des Stadtmagazins KEtschup. Nach dem Abitur reist sie im Rahmen eines Work-and-Travel-Aufenthalts durch Australien, bevor sie ab 1983 Germanistik und Geografie an der LMU München studiert. Ihr Studium finanziert die passionierte Skifahrerin u.a. mit dem Erteilen von Skikursen. Nach ihrem Studienabschluss arbeitet sie zwei Jahre für ein Reise- und Skimagazin, sucht dann aber mehr Kreativität und wagt den Sprung ins Freelancertum: Sie schreibt als freie Journalistin für verschiedene Tageszeitungen und Magazine. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich Reisen, Skisport, Reiten und Pferdehaltung. Nicola Förg veröffentlicht mehr als ein Dutzend Reiseführer und Bildbände, u.a. über Westkanada, Irland, skandinavische Länder sowie Alpenländer.

Die natur­ver­bundene Autorin engagiert sich auf ihrer wöchentlichen Tierseite im Münchner Merkur seit rund 15 Jahren bei Tier- und Umweltschutzthemen. Nicola Förg lebt mit ihrer Familie und vielen Tieren auf einem Hof – wo sie auch selber Heu macht und den Forst pflegt – im oberbayerischen Prem am Lech, direkt an der Grenze zum Ostallgäu.

2002 debütiert Nicola Förg als Autorin von Kriminalromanen. Schussfahrt (2002) ist der erste Band der Reihe um den Allgäuer Kommissar Gerhard Weinzirl. Auch die beiden Folgebände Funkensonntag (2003) und Kuhhandel (2004) sind im Allgäu angesiedelt, bevor sich die Hauptfigur nach Oberbayern versetzen lässt und die weiteren Bände Gottesfurcht (2005), Eisenherz (2006), Nachtpfade (2007), Hundsleben (2008), Markttreiben (2010) und Donnerwetter (2013) in Oberbayern spielen. Im 10. Band Heimatherz (2017) kehrt Kommissar Weinzirl mit seinen Ermittlungen ins Ostallgäu in die Forggensee-Gegend zurück.

Zu Nicola Förgs zweiter Krimi-Serie, den erfolgreichen Alpenkrimis mit der Garmischer Kommissarin Irmi Mangold und ihrer jungen Kollegin Kathi Reindl als Ermittlerinnen-Duo, gehören die bislang zwölf Bände Tod auf der Piste (2009), Mord im Bergwald (2010), Hüttengaudi (2011), Mordsviecher (2012), Platzhirsch (2013), Scheunenfest (2015), Das stille Gift (2016), Scharfe Hunde (2017), Rabenschwarze Beute (2019), Wütende Wölfe (2019), Flüsternde Wälder (2020) und Böse Häuser (2021). In Böse Häuser lässt die Autorin erstmals die Garmischer Kommissarin Irmi Mangold gemeinsam mit dem Allgäuer Kommissar Gerhard Weinzirl in der Auerberggegend ermitteln. Im März 2022 erscheint der 13. Band. Die Krimis der Irmi-Mangold-Reihe finden sich regelmäßig unter den Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste Paperback. Die Literatur­wissen­schaftlerin Katrin Sorko attestiert Nicola Förg in einem Aufsatz, unterschied­lichen weiblichen Lebensmodellen und Sichtweisen weit mehr Raum einzu­räumen, als dies in Allgäu­krimis anderer Autoren der Fall ist, wo vor­wiegend aus der Sicht eines männlichen Hauptprotagonisten erzählt wird.

Alle Irmi-Mangold-Krimis und einige Weinzirl-Krimis liegen als Hörbücher vor, zehn sind von Michaela May gelesen. Daneben ist Nicola Förg an zahlreichen Krimi-Anthologien beteiligt.

Nicola Förg legt als gelernte Journalistin Wert auf genaue Kenntnis ihrer Schauplätze und sorgfältige Recherche der von ihr behandelten Themenbereiche. In einigen ihrer Bücher geht es um Tier- und Naturschutzthemen, so widmet sie sich in Hundsleben (2008) beispielsweise Missständen im Tierschutzmilieu und in Mordsviecher (2012) dem Horten von Tieren (Animal Hoarding). In Scharfe Hunde (2017) geht es um den illegalen Welpenhandel, in Das stille Gift (2016) um den Einsatz von Glyphosat. Sie thematisiert auch gesellschaftsrelevante Themen wie Overtourism (Flüsternde Wälder) oder die Selbstinszenierung im Internet (Rabenschwarze Beute).

Nicola Förg ist mehrfach für ihr Tierschutz-Engagement ausgezeichnet worden: 2012 vom Bayerischen Tierschutzbund mit dem Bayerischen Tierschutz Zamperl, 2015 und 2016 vom Bayerischen Jagdverband und 2015 vom Garmischer Tierheim.

Mit ihrem Island-Roman Glück ist nichts für Feiglinge (2016) nimmt Nicola Förg einen Genre-Wechsel vor. 2019 kommt der in Irland angesiedelte Weihnachtsroman Das Winterwunder von Dublin heraus. Am 30. September 2021 erscheint der Roman Hintertristerweiher, eine Familiengeschichte auf mehreren Zeitebenen, die u.a. in der Nähe von Oberstaufen spielt und in der es um das Ungesagte zwischen den Generationen geht, um Heimat und Heimatlosigkeit sowie um Seelenorte und Seelen­verwandte.

Nicola Förg geht regelmäßig auf Lesereise im gesamten deutschsprachigen Raum und liest häufig auf allen großen Krimifestivals (Münchner Krimifestival, Attersee Festival, Mord am Hellweg u.a.). 2020 ist Nicola Förg beispielsweise gemeinsam mit Michaela May am Kolibri-Literaturfestival in Straubing zu Gast und 2021 liest sie beim Allgäuer Literaturfestival. Sie ist auch als Dozentin für Schreibwork­shops tätig, u.a. 2019 gemeinsam mit der Autorin Nina George (Das Lavendelzimmer), der Verlags­gründerin Julia Eisele und weiteren Akteuren des Literaturbetriebs beim Deutschen Autorentag in Hannover, ver­anstaltet von der Schule des Schreibens.

Verfasser: Digitaler Literaturatlas von Bayerisch Schwaben DigiLABS / Rosmarie Mair, M.A.

Sekundärliteratur:

Sorko, Katrin (2013): Die Frau neben Kommissar Kluftinger. Weibliche Lebenswelten in Allgäu-Krimis von Nicola Förg. In: Allgäuerinnen, hg. v. Barbara Lochbihler, S. 137-151.


Externe Links:

Zur Homepage der Autorin

Literatur von Nicola Förg im BVB

Literatur über Nicola Förg im BVB

„Ich muss am Tatort gewesen sein“ – Autorin Nicola Förg übers Krimischreiben

Co.Libri Literaturfestival Nicola Förg