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Geb.: 20. 8.1899 in Schweinfurt
Gest.: 7.11.1929 in München
Namensvarianten: M. Wels

Maria Luise Weissmann

Maria Luise Weissmann wird als älteste Tochter des Gymnasialprofessors und späteren Oberstudienrats Dr. Karl Weissmann und seiner Frau Klara, geb. Ernst, in Schweinfurt geboren; 1909 wird ihr Vater nach Hof in Oberfranken versetzt. Ihre Kinderjahre sind behütet, wie ihre Aufzeichnungen Aus einer Kindheit (postum 1932) bezeugen. Während des ersten Weltkrieges lebt sie in Nürnberg.

1918 tritt sie mit ersten literarischen Arbeiten hervor, teilweise unter dem Pseudonym M. Wels, im Fränkischen Kurier. Sie schließt enge literarische Freundschaften, u.a. mit Georg Britting, der in seiner expressionistischen Zeitschrift Die Sichel vier Gedichte von ihr abdruckt. Weissmann wird Sekretärin des Nürnberger Literarischen Bundes, wo sie bei einer Lesung im Juni 1918 ihren späteren Ehemann, den Verleger Heinrich F. S. Bachmair, kennenlernt.

1919 siedelt Maria Luise Weissmann dann nach München über, wo sie mit ihrem Cousin Wilhelm von Schramm in der neugegründeten Buchhandlung Die Bücherkiste arbeitet. Außerdem tritt sie der Gesellschaft für Buddhistisches Leben bei und wird Mitarbeiterin in dem damit lose verbundenen Verlag Oskar Schloß in Neubiberg. In Nürnberg wiederum beteiligt sie sich noch im November 1919 an der kurzlebigen literaturrevolutionären Vereinigung Das Junge Franken.

Nach der vorzeitigen Haftentlassung Bachmairs im Juli 1920, der bis zum Zusammenbruch der Räterepublik auf der Seite der Linken gekämpft hat und zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt worden ist, zieht Weissmann zu ihm nach Pasing bei München; im Juni 1922 verheiratet sie sich und lebt in den folgenden Jahren abwechselnd in Pasing, Dresden und München. Zeitgleich erscheint ihr erster Gedichtband Das frühe Fest in Bachmairs Verlag.

Charakteristisch für ihr gesamtes dichterisches Schaffen wird die im Geist Rilkes und Hofmannsthals voller subtiler Bildhaftigkeit gestaltete „Spannung zwischen endlicher menschlicher Existenz und ewigem vollkommenen Dasein“ (Hartmut Vollmer). Es folgen der lyrische Zyklus Robinson (1924) als bibliophiler Liebhaber-Druck bei Bachmair sowie sechs Sonette unter dem Titel Mit einer kleinen Sammlung von Kakteen (1926) als Privatdruck für die Gesellschaft Münchener Bücherfreunde. Darüber hinaus veröffentlicht Weissmann Nachdichtungen von sechs Sonetten Paul Verlaines (Les Amies/Freundinnen, 1927) und aus Pierre Louÿs Mytilenischen Elegien (1931) – vier ihrer Übertragungen aus den Séquences von Blaise Cendrars nimmt Bachmair in den Nachlassband auf.

Anfang November 1929 erkrankt Maria Luise Weissmann plötzlich an einer schweren Angina, die zu einer tödlichen Sepsis führt. Am 7. November stirbt sie im Alter von nur 30 Jahren in München. Ihre Erzählprosa sowie essayistischen Texte, u.a. zu Rainer Maria Rilke, Rudolf Alexander Schröder und Gustav Meyrink, erscheinen postum als Gesammelte Dichtungen (1932) bei Bachmair, ihre Gartennovelle wird 1949 noch einmal als Separatdruck veröffentlicht.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Dimpfl, Monika (2004): Maria Luise Weissmann (20.8.1899 – 7.11.1929). „Ich wünsche zu sein, was mich entflammt ...“. In: Schweiggert, Alfons; Macher, Hannes S. (Hg.): Autoren und Autorinnen in Bayern. 20. Jahrhundert. Bayerland Verlag, Dachau, S. 167f.

Pedarnig, Dietlind; Ziegler, Edda (Hg.) (2013): Bayerische Schriftstellerinnen. Ein Lesebuch. Allitera Verlag, München, S. 133-138.


Externe Links:

Literatur von Maria Luise Weissmann im BVB

Literatur über Maria Luise Weissmann im BVB

Maria Luise Weissmann in der BLO

Werke bei zeno.org

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