Info
Geb.: 14. 6.1892 in Erlangen
Gest.: 27.1.1955 in München
Fotografie Mai 1951 (Bayerische Staatsbibliothek/Timpe)
Namensvarianten: Ernst August Franz Penzoldt; Fritz Fliege (Pseud.)

Ernst Penzoldt

Als vierter Sohn des Medizinprofessors Franz Penzoldt und seiner Mutter Valerie wächst Ernst Penzoldt wohlbehütet in Erlangen auf. 1912 beginnt er an der Weimarer Kunsthochschule bei Albin Egger-Lienz ein Bildhauereistudium. Ein Jahr später wechselt er an die Kunstakademie in Kassel, die heutige Kunsthochschule Kassel.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldet er sich freiwillig beim Militär und dient dort als Sanitäter. Ab 1915 beginnt er Gedichte und Erzählungen zu schreiben. 1918 kommt Penzoldt nach Deutschland zurück, desillusioniert und verzweifelt, auch wegen des Todes seines Kameraden und Freundes Günter Stoll.

1919 zieht Penzoldt nach München und lernt dort seinen späteren Freund Ernst Heimeran kennen, in dessen Verlag er auch seine ersten Werke publiziert. Den Anfang macht er 1922 mit dem Gedichtband Der Gefährte, gefolgt von Idyllen (1923) und Der Schatten Amphion (1924). 1922 heiratet er Heimerans Schwester Friederike und hat mit ihr zwei Kinder.

In den 1920er-Jahren gelingt ihm dann der Durchbruch, als er literarische Werke wie Der Zwerg (1923), Der arme Chatterton (1928) und Etienne und Luise (1929) bei den renommierten Verlagen Reclam und Insel publiziert. 1924 ist er Mitgründer der Künstlervereinigung „Die Argonauten“, bei der er mit Literaten und Literaturkritikern wie Hans Brandenburg, Paul Alverdes, Eugen Roth und Hans Carossa zusammenarbeitet. 1927 bekommt Penzoldt die Chance, in dem berühmten literarischen Salon von Elsa Bernstein vor Gästen wie Thomas Mann zu lesen, der, nach eigenen Worten, die Qualitäten von Penzoldt gleich erkennt. 1929/30 schreibt Penzoldt sein erfolgreichstes Buch, Die Powenzbande, ein Roman gegen das Spießbürgertum.

Im Frühjahr 1938 wird Penzoldt in die Wehrmacht eingezogen. Während dieser Zeit schreibt er einige bedeutende Texte, wie zum Beispiel die Novelle Korporal Mombour. 1944 wird Penzoldt wegen einer Magenkrankheit aus der Armee entlassen.

Nach dem Krieg wird er in die Aufnahmekommission des „Schutzverbandes deutscher Schriftsteller“ berufen, bei der er u.a. mit Erich Kästner zusammenarbeitet. Im April 1948  wird er in das Direktorium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gewählt. Ab November 1949 ist Penzoldt schließlich Generalsekretär der westdeutschen Sektion des P.E.N.-Clubs, seit Dezember gleichen Jahres, auf Initiative Alfred Döblins, Ordentliches Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur.

Ernst Penzoldt wird 1948 der Förderpreis Literatur der Stadt München und 1954 der Immermann-Preis der Stadt Düsseldorf verliehen.

Verfasser: Kevin Gerken / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Klein, Christian (2006): Ernst Penzoldt – Harmonie aus Widersprüchen. Leben und Werk (1892-1955). Böhlau, Köln und Weimar.


Externe Links:

Literatur von Ernst Penzoldt im BVB

Literatur über Ernst Penzoldt im BVB

Ernst Penzoldt in der BLO

Zur Homepage des Autors

Ernst Penzoldt im Deutschen Scherenschnittverein e.V.

Ernst Penzoldt in der Wikipedia

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