Info
Geb.: 4.12.1866 in Landshut
Gest.: 29.3.1928 in München
Hanns Freiherr von Gumppenberg (Archiv Monacensia)
Namensvarianten: Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg; Jodok, Professor Immanuel Tiefbohrer

Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg

Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg wird am 4. Dezember 1866 in Landshut als Sohn des Postbeamten Karl Freiherr von Gumppenberg geboren. Wenig später zieht die Familie nach München, wo Hanns von Gumppenberg an der Königlichen Pagerie im Maximilianeum ausgebildet wird. Schon während der Schulzeit verfasst er erste literarische Texte. Nach dem Abitur am Münchner Wilhelmsgymnasium beginnt er 1885 ein Studium der Philosphie und Literaturgeschichte. Nach einigen Jahren wechselt er zur Juristischen Fakultät, bricht das Studium jedoch ab und entscheidet sich für ein Leben als freier Schriftsteller und Journalist.

1890 gründet er mit Georg Hoffmann, Julius Schaumberger und Otto Julius Bierbaum die Gesellschaft für Modernes Leben, die sich für die Verbreitung und Pflege modernen Denkens in Literatur und Theater, vor allem im Geist des Naturalismus, einsetzt.

Für die Münchner Neuesten Nachrichten schreibt er von 1901 bis 1909 Theaterkritiken, danach gibt er bis 1913 die Zeitschrift Licht und Schatten heraus. Anschließend arbeitet Hanns von Gumppenberg als Autor und Lektor für die Zeitschrift Jugend. Zugleich übersetzt er fremdsprachige Literatur, vor allem aus Skandinavien, wie Gedichte des schwedischen Nationaldichters Carl Michael Bellman.

Häufig besucht Hanns von Gumppenberg das Café Stefanie in der Theresienstraße, ein bekannter Treffpunkt der Münchner Bohème. Zu den Stammgästen zählen u.a. Frank Wedekind, Erich Mühsam, Leonhard Frank, Emmy Hennings, Johannes R. Becher und Heinrich Mann. Hier trägt Hanns von Gumppenberg seine kongenialen Parodien auf Verse von bekannten Dichtern verschiedener Epochen vor. Unter dem Pseudonym Jodok tritt er neben Frank Wedekind auch im Schwabinger Kabarett Die Elf Scharfrichter auf. Seine gesammelten Grotesken und Parodien veröffentlicht er in dem Buch Das teutsche Dichterroß: in allen Gangarten vorgeritten (1901), das ein großer Erfolg wird und bis 1929 in 14 Auflagen erscheint.

Hanns von Gumppenberg gehört zu der Schwabinger Bohème wie zur Münchner Moderne und korrespondiert mit vielen Schriftstellern, darunter Otto Julius Bierbaum, Michael Georg Conrad, Otto Falckenberg, Lion Feuchtwanger, Ludwig Ganghofer, Alfred Kubin, Heinrich Mann, Christian Morgenstern, Josef Ruederer, Karl Scharnagl, Ludwig Thoma, Frank und Tilly Wedekind sowie Stefan Zweig.

Der Erste Weltkrieg und die Inflation bringen ihn um den Großteil seines Vermögens. Er arbeitet und schreibt für die Zeitschrift Jugend, bis er am 28. März 1928 in München an einer Herzkrankheit stirbt. Seine Lebenserinnerungen werden 1929 posthum aus dem Nachlass zusammengestellt und veröffentlicht.

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek

Sekundärliteratur:

Füssl, Karl (2004): Hanns von Gumppenberg (4.12.1866 – 29.3.1928). Ein adeliger Kabarettromantiker? In: Schweiggert, Alfons; Macher, Hannes S. (Hg.): Autoren und Autorinnen in Bayern. 20. Jahrhundert. Bayerland Verlag, Dachau, S. 39f.

Hanns von Gumppenberg: Lebenserinnerungen. Aus dem Nachlaß des Dichters. Berlin u.a. 1929.


Externe Links:

Literatur von Hanns von Gumppenberg im BVB

Literatur über Hanns von Gumppenberg im BVB

Hanns von Gummpenberg in der BLO

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