Geb.: 21. 1.1950 in Tännesberg
https://www.literaturportal-bayern.de/images/lpbauthors/2014/klein/Fenzl_Paul_lpb_klein.jpg
© Paul Fenzl
Namensvarianten: Paulina Miller

Paul Fenzl wird als Sohn eines Weideners zwar in Tännesberg (Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab) geboren, wächst aber ab 1954 in Oberhinkofen bei Regensburg auf. Seine Gymnasialzeit verbringt er am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium in Regensburg. Auch während seines Studiums für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen bleibt er seiner Heimatstadt treu. Ab 1975 unterrichtet er an verschiedenen Volksschulen im Landkreis Regensburg bis zu seiner Pensionierung im Sommer 2013.

Seine Liebe zur Schriftstellerei entdeckt Paul Fenzl „spätberufen“ im Jahr 2009. Es folgen erste Veröffentlichungen von Kurzgeschichten im Regensburger Magazin Donaustrudel, danach eine Regensburg-Krimireihe, die inzwischen fünf Krimis umfasst und seit September 2011 beim Spielberg-Verlag erscheint. Mit Köstlbachers erster Fall (2011) rückt Paul Fenzl sein geliebtes Regensburg in kriminalistisch spannender, zugleich humorvoller, mitunter auch zynischer Art und Weise ins Licht. Köstlbachers Marotten machen ihn menschlich und reduzieren ihn nicht auf einen reinen Ermittler.

Im Februar 2012 folgt Villapark und im Herbst bereits der dritte Krimi, Köstlbachers Albtraum, im Mai 2013 Tod einer Tanzschülerin und Ende November Der Biergartenmörder. Weggesperrt, der sechste Köstlbacher-Fall, erscheint im September 2014. Es sind „Krimis mit Lokalkolorit“ (Fenzl über sich), die den in diesem Genre allgemein üblichen, oberflächlichen Unterhaltungsfaktor weit überschreiten. Insgesamt sind sieben Fälle des Kommissars Köstlbacher vom Autor angedacht. Mit Ausgebrannt im August 2015 wird die Reihe zu einem Abschluss gebracht.

Im März 2013 beteiligt sich Paul Fenzl mit seinem Kurzkrimi „Mord am Fischmarkt“ an der Anthologie Regensburger Requiem. Kurzkrimis von der Donau, herausgegeben von Barbara Krohn.

Der Autor geht in seinen Kriminalgeschichten mit der Sprache um wie ein Maler mit seinem Pinsel. Zeitweise erinnert sein Stil an die „Brenner“-Detektivgeschichten aus der Feder des Wiener Autors Wolf Haas (Jg. 1960), die Paul Fenzl zu seinen Lieblingsbüchern zählt.

Im Juni 2014 erscheint seine Sammlung Sagen aus Bayern. Von Heiligen, Hexen und Halunken im Münchner Volk-Verlag. Mit Worterklärungen und kurzen Hintergrundinformationen zur regionalen Verortung und Geschichte ergänzt, entfalten die weitgehend im Original belassenen Texte ihren ganz eigenen Charakter. Entstanden ist ein voluminöses, volkskundliches und geographisches Reise- und Lesebuch, basierend auf Alexander Schöppners dreibändigem Sagenbuch der Bayerischen Lande (1852/53) – voller Spuk, Aberglaube und Wunder.

Blick fürs Wesentliche nennt Paul Fenzl sein im Dezember 2014 erschienenes Geschichtenbuch. Damit eröffnet er ein buntes Kaleidoskop aus präzisen Schnappschüssen des individuellen Daseins und Erklärungen der Stärken und Schwächen des menschlichen Lebens. Mit Regensburg und überall. Satirische Kurzgeschichten (2015) präsentiert der Kriminalschriftsteller eine Sammlung hintergründiger, bissiger und dennoch überaus humorvoller Geschichten.

2016 erscheint der utopische Fantasy-Thriller Schwarz. Streng geheim, eine Story, die u.a. an die bekannte Fernsehserie „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ erinnert: Tief unter der Schlossruine Hohenstein in Bayern forschen Wissenschaftler am Phänomen Zeit mit dem Ziel, sie zum Zweck bemannter Raumfahrt zu umgehen. Unter dem (weiblichen) Pseudonym Paulina Miller erscheint An stillen Tagen (eBook, ePUB) über den Baulöwen Wolfgang Richter, der in einen Sog von Verführung, Lust und Erfüllung gezogen wird und sich unversehens wechselweise zwischen drei verführerischen Frauen wiederfindet. Ein Roman über die Liebe, wie ihn manchmal das Leben schreibt und der wegen seiner Thematik „von einer Frau“ erzählt wird.

Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Kratzer, Hans (2014): Wo die wilden Teufel wohnen. Paul Fenzl hat die bayerischen Sagen von Alexander Schöppner als Lesebuch mit hohem Gebrauchswert neu herausgebracht. In: Süddeutsche Zeitung (München), 15. Oktober.

Strasser, Christine (2013): Paul Fenzl lässt die Mörder tanzen. Er unterrichtete Kinder und züchtete Pferde, dann erfand er den Kommissar Köstlbacher. In: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg), Regensburg-Stadt, 28. Mai.


Externe Links:

Literatur von Paul Fenzl im BVB

Homepage des Autors

Paul Fenzl auf XING

Paul Fenzl im Volk Verlag

Paul Fenzl im SüdOst-Verlag

Youtube-Video

BR-Gespräch mit Paul Fenzl

Paul Fenzl im Kriminetz

Kurzporträt in der Mittelbayerischen Zeitung

Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayerischen Lande

Großes Porträt in der MZ Regensburg



Kommentare

Bernhard M. Baron am 22.09.2014 um 08:38

Sagen haben (nicht nur in Bayern – aber da besonders) wieder Konjunktur! Edierte schon Gustav Schwab 1838f. seine Sagen des klassischen Altertums, sammelten die Gebrüder Grimm ab 1806f. Märchen und Sagen, so war in Bayern wohl der aus Amberg in der Oberpfalz stammende Franz Xaver Schönwerth (1810-1886) ein forcierter, engagierter und akribischer Vorreiter als Sammler und Forscher regionaler Sagen. Es ist das Verdienst der Ingolstädter Germanistin und Volkskundlerin Emmi Böck (1932-2002), ab 1960 das größte private Sagenarchiv des bayerischen Raumes aufgebaut zu haben. In Orientierung ihres Vorbilds Schönwerth sichtete, ordnete u n d lokalisierte die Sagensammlerin Emmi Böck die bairischen Sagen in ihrer echten und ungeschönten Realität (Sagen aus der HallertauSagen aus NiederbayernRegensburger Stadtsagen u.a.). Paul Fenzl, Regensburger Pädagoge und erfolgreicher Krimi-Autor, hat sich den Theologen und Pädagogen Alexander Schöppner (1820-1860), den klassischen Sagensammler Bayerns ausgesucht – der trotz seines beeindruckenden dreibändigen Sagenbuches der Bayerischen Lande (1852/53) bei uns (fast) in Vergessenheit geraten ist. Seine gigantische, opulente, atemberaubende und rührende Sammelleidenschaft entdeckte der passionierte Sagenfreund Paul Fenzl, ordnete „die schönsten, kraftvollsten und originellsten Stücke“ und fasste sie kommentiert – nach Regionen geordnet – in ein prächtiges Volks-Lesebuch. Es entstand ein neues Vademecum für alle bairischen Heimat- und Literaturfreunde, ja für Pädagogen und Schüler ein ergänzendes Unterrichtsmittel für den Deutsch-, Geschichts- und Heimatkunde-Unterricht. Der Untertitel „Von Hexen, Heiligen und Halunken“ zeigt dem interessierten Leser auf, welchen inneren Leitfaden der Herausgeber Paul Fenzl seinen Lesern vorgibt. Besonders die detaillierten Verortungen, die kurzen Hintergrundtexte zum historischen Kern und die Erläuterung alter, kaum mehr gebräuchlicher Begriffe machen die „Sagen aus Bayern“ (inclusive der früher einmal dazugehörigen (Rhein-)„Pfalz“ aber auch zu einem hilfreichen Nachschlagewerk für Jung und Alt! Ein Buch, das in keiner bayerischen Familie fehlen sollte und sich vorzüglich deshalb auch als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk empfiehlt!



Kommentar schreiben:
Name (notwendig):

E-Mail-Adresse (wird nicht angezeigt):

Webseite:

Ihr Kommentar: