Peter de Mendelssohn
Neben dem Berliner Tagesspiegel ist auch die Gründung der Süddeutschen Zeitung maßgeblich auf das Wirken des Autors und Journalisten Peter de Mendelssohn (1908-1982) zurückzuführen. Darüber hinaus veröffentlicht er mehrere Romane, Essaybände und literaturkritische Schriften sowie Werke über Thomas Mann.
Werdegang
Peter de Mendelssohns Biografie ist eine europäische Lebensgeschichte. De Mendelssohn wird am 1. Juni 1908 in München geboren. Der Vater ist Goldschmied und zieht mit seinem Sohn in die Künstlerkolonie Hellerau bei Dresden. Nach dem Abitur studiert Peter de Mendelssohn einige Semester Englisch und Staatswissenschaften und beginnt anschließend als Volontär beim Berliner Tageblatt zu arbeiten. 1926 lernt er Klaus und Erika Mann kennen, häufig ist er im Haus von Thomas Mann in der Poschinger Straße 1 zu Gast.
Als freier Schriftsteller und Verleger lebt Peter de Mendelssohn Anfang der 1930er Jahre in Frankreich. Peter de Mendelssohn schreibt unter dem Pseudonym Carl Johann Leuchtenberg. 1933 muss der Autor das nationalsozialistische Deutschland verlassen. Der Weg führt zunächst nach Wien. Im Exil lernt de Mendelssohn die österreichische Schriftstellerin, Kritikerin und Journalistin Hilde Spiel kennen. Das Paar heiratet 1936, geht nach London und erhält Anfang der 1940er-Jahre die britische Staatsbürgerschaft. In London ist de Mendelssohn als Journalist tätig und wird 1938 leitender Auslandsredakteur des Exchange Telegraph.
Nach Kriegsende 1945 kommt Peter de Mendelssohn als britischer Presseoffizier zurück nach Deutschland und beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau der Medienlandschaft. Neben dem Berliner Tagesspiegel ist auch die Gründung der Süddeutschen Zeitung maßgeblich auf sein Wirken zurückzuführen. Als Berichterstatter nimmt er am Nürnberger Kriegsverbrecherprozess teil. Peter de Mendelssohn bleibt nicht in Deutschland, sondern kehrt nach London zurück, wo er schreibt, übersetzt und publiziert, sich „kurzerhand in einen brillanten englischen Autor verwandelte“ (Albert von Schirnding). Für den Bayerischen Rundfunk berichtet er aus London zu Themen aus Politik und Kultur. Erst 1970 entschließt sich Peter de Mendelssohn zur Rückkehr in seine Heimatstadt München. Er stirbt am 10. August 1982 in München.
Wichtige Werke (Auswahl)
In seinem ersten Roman Fertig mit Berlin?, der 1930 bei Rowohlt in der Reihe Deutsche Jugend erscheint, setzt er sich mit dem Zeitungsbetrieb auseinander. 1934 veröffentlicht er den in Tirol verfassten Roman Wolkenstein oder die ganze Welt. 1938 erscheint sein autobiografischer Roman All that Matters in englischer Sprache. In England entstehen mehrere Essaybände und literaturkritische Schriften sowie eine Biografie über Winston Churchill. 1970 erscheint seine gewaltige, eineinhalbtausend Seiten starke Monografie über Samuel Fischer und den S. Fischer Verlag.
Seit den 1970er-Jahren widmet er sich v. a. dem Leben und Werk Thomas Manns. De Mendelssohn kommentiert die ersten Bände der Frankfurter Ausgabe und ediert die Tagebücher des „Zauberers“. 1975 erscheint im S. Fischer Verlag Der Zauberer. Das Leben des deutschen Schriftstellers Thomas Mann. Teil 1: 1875-1918; der zweite Band Jahre der Schwebe (1992) wird posthum aus den nachgelassenen Kapiteln ediert.
Mitgliedschaften
Von 1972 bis 1975 ist de Mendelssohn Vizepräsident der deutschen Sektion des P.E.N-Club, dem er seit 1935 angehört. 1974 wird er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1975 Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.
Externe Links:
Literatur von Peter de Mendelssohn im BVB
Neben dem Berliner Tagesspiegel ist auch die Gründung der Süddeutschen Zeitung maßgeblich auf das Wirken des Autors und Journalisten Peter de Mendelssohn (1908-1982) zurückzuführen. Darüber hinaus veröffentlicht er mehrere Romane, Essaybände und literaturkritische Schriften sowie Werke über Thomas Mann.
Werdegang
Peter de Mendelssohns Biografie ist eine europäische Lebensgeschichte. De Mendelssohn wird am 1. Juni 1908 in München geboren. Der Vater ist Goldschmied und zieht mit seinem Sohn in die Künstlerkolonie Hellerau bei Dresden. Nach dem Abitur studiert Peter de Mendelssohn einige Semester Englisch und Staatswissenschaften und beginnt anschließend als Volontär beim Berliner Tageblatt zu arbeiten. 1926 lernt er Klaus und Erika Mann kennen, häufig ist er im Haus von Thomas Mann in der Poschinger Straße 1 zu Gast.
Als freier Schriftsteller und Verleger lebt Peter de Mendelssohn Anfang der 1930er Jahre in Frankreich. Peter de Mendelssohn schreibt unter dem Pseudonym Carl Johann Leuchtenberg. 1933 muss der Autor das nationalsozialistische Deutschland verlassen. Der Weg führt zunächst nach Wien. Im Exil lernt de Mendelssohn die österreichische Schriftstellerin, Kritikerin und Journalistin Hilde Spiel kennen. Das Paar heiratet 1936, geht nach London und erhält Anfang der 1940er-Jahre die britische Staatsbürgerschaft. In London ist de Mendelssohn als Journalist tätig und wird 1938 leitender Auslandsredakteur des Exchange Telegraph.
Nach Kriegsende 1945 kommt Peter de Mendelssohn als britischer Presseoffizier zurück nach Deutschland und beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau der Medienlandschaft. Neben dem Berliner Tagesspiegel ist auch die Gründung der Süddeutschen Zeitung maßgeblich auf sein Wirken zurückzuführen. Als Berichterstatter nimmt er am Nürnberger Kriegsverbrecherprozess teil. Peter de Mendelssohn bleibt nicht in Deutschland, sondern kehrt nach London zurück, wo er schreibt, übersetzt und publiziert, sich „kurzerhand in einen brillanten englischen Autor verwandelte“ (Albert von Schirnding). Für den Bayerischen Rundfunk berichtet er aus London zu Themen aus Politik und Kultur. Erst 1970 entschließt sich Peter de Mendelssohn zur Rückkehr in seine Heimatstadt München. Er stirbt am 10. August 1982 in München.
Wichtige Werke (Auswahl)
In seinem ersten Roman Fertig mit Berlin?, der 1930 bei Rowohlt in der Reihe Deutsche Jugend erscheint, setzt er sich mit dem Zeitungsbetrieb auseinander. 1934 veröffentlicht er den in Tirol verfassten Roman Wolkenstein oder die ganze Welt. 1938 erscheint sein autobiografischer Roman All that Matters in englischer Sprache. In England entstehen mehrere Essaybände und literaturkritische Schriften sowie eine Biografie über Winston Churchill. 1970 erscheint seine gewaltige, eineinhalbtausend Seiten starke Monografie über Samuel Fischer und den S. Fischer Verlag.
Seit den 1970er-Jahren widmet er sich v. a. dem Leben und Werk Thomas Manns. De Mendelssohn kommentiert die ersten Bände der Frankfurter Ausgabe und ediert die Tagebücher des „Zauberers“. 1975 erscheint im S. Fischer Verlag Der Zauberer. Das Leben des deutschen Schriftstellers Thomas Mann. Teil 1: 1875-1918; der zweite Band Jahre der Schwebe (1992) wird posthum aus den nachgelassenen Kapiteln ediert.
Mitgliedschaften
Von 1972 bis 1975 ist de Mendelssohn Vizepräsident der deutschen Sektion des P.E.N-Club, dem er seit 1935 angehört. 1974 wird er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1975 Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.
