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Frequenz: monatlich
Auflage: 5.000-6.000 Exemplare
Ort: München
Hg.: Paul Alverdes und Karl Benno von Mechow
Verlag: Albert Langen / Georg Müller

Das Innere Reich

Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben

Die vom Münchner Schriftsteller Paul Alverdes herausgegebene national-konservative Literaturzeitschrift erscheint von April 1934 bis Herbst 1944. Von 1934 bis 1938 ist Karl Benno von Mechow Mitherausgeber der Zeitschrift. Es werden dabei Auflagen von 5.000 bis 6.000 Exemplaren erreicht.

Das Innere Reich positioniert sich politisch linientreu und unterstützt offen die deutsche nationalsozialistische Ideologie durch programmatische Aufsätze von Paul Alverdes, in denen er zum einen die Exilanten kritisiert und zum anderen Adolf Hitler verherrlicht. Dies spiegelt sich auch im Titel wider, der als Antwort auf die Emigranten zu sehen ist. Inhaltlich wird ein breites literarisches Spektrum geboten, wobei auch Autoren publizieren, die sich nicht zum NS-Gedankengut bekennen. Unter den Schriftstellerinnen und Schriftstellern zählen u.a. Ludwig Friedrich Barthel, Ernst Bertram, Richard Billinger, Rudolf G. Binding, Johannes Bobrowski, Georg Britting, Günter Eich, Gertrud Fussenegger, Hans Grimm, Curt Hohoff, Peter Huchel, Erwin Guido Kolbenheyer, Karl Krolow, Oda Schaefer, Friedrich Schnack, Rudolf Alexander Schröder, Emil Strauß, Franz Tumler, Georg von der Vring, Ernst Wiechert und Heinrich Zillich.

Allgemein will man der deutschen Kultur und Dichtung dienen und für diese eine offene Plattform schaffen. Dabei wird versucht, die Zeitschrift thematisch weiterzuentwickeln. So prägen in den ersten Jahren noch heroische Beiträge über den Ersten Weltkrieg die Zeitschrift; mit der Zeit werden diese weniger, und es kommen weitere Themen hinzu. 1936 wird die Zeitschrift sogar kurzzeitig verboten, da zwei Artikel zum 150. Todestag von Friedrich II. von Preußen als unpassend betrachtet werden. Nach Interventionen des Verlegers Gustav Pezold und des Schriftstellers Ernst von Salomon bei mehreren NS-Größen wird das Verbot am 23. Oktober 1936 jedoch wieder aufgehoben. Zusätzlich enthält die nächste Ausgabe eine Entschuldigung des Herausgebers Paul Alverdes. So beendet erst die Papierknappheit 1944 das Erscheinen der Zeitschrift.

 

 

Verfasser: Leonard Roth / Bayerische Staatsbibliothek Sekundärliteratur:

Mallmann, Marion (1978): „Das innere Reich“. Analyse einer konservativen Kulturzeitschrift im Dritten Reich (Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft, 248). Bouvier Verlag, Bonn.

Volke, Werner (1983): Das Innere Reich. 1934-1944. Eine „Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben“ [Ausstellung vom Juli bis Dezember 1983 im Schiller-Nationalmuseum Marbach am Neckar] (Marbacher Magazin, 26). 2 Bde. Marbach am Neckar.

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