James Krüss zum 100. Geburtstag
Am 31. Mai 2026 wäre James Krüss 100 Jahre alt geworden. Neuerscheinungen anlässlich des Jubiläums sind wie Antworten auf sein Werk. Sie ermöglichen Wieder- und Neuentdeckungen. Die Autorin und Literaturkritikerin Christine Knödler nimmt uns mit auf eine kleine Reise durch ein bewegtes Leben, von Buch zu Buch, von Gedicht zu Gedicht.
*
Wer an James Krüss denkt, denkt vermutlich an Inseln: an Helgoland, wo Krüss am 31. Mai 1926 geboren wurde, und an Gran Canaria, wo er von 1966 bis zu seinem Tod am 2. August 1997 lebte. Der denkt an den Mann mit Wollmütze, den Kopf voller Seemannsgarn, an Möwen, Meer und mehr, an Wind und Wetter, Sturm, Sand, samt und sonders, mithin an die Krüsssche Kunst minimaler Buchstabenverdrehung mit maximaler Wirkung. Der denkt an den Silbenjongleur und virtuosen Sprachakrobaten, an den Lautmaler, leichtfüßigen Luftikus und Worterfinder. Oder an den Tinte trinkenden, schmunzelnden Zauberer.
Und zauberte mit Tinte
Es lebte einst der Zauberer / Kori, Kora, Korinthe / Der saß in einem Tintenfass / Und zauberte mit Tinte.
James Krüss hat ABC- und Buchstaben-Gedichte geliebt, den freien Höhenflug, ausgehend von bekanntem Muster, um in Nonsens-Gedichten derartige Ordnungssysteme wieder auf den Kopf zu stellen. Bekennend unernst, aber durchaus mit ernstem Unterton, war er in seiner Prosa und in seiner Lyrik vor allem ein Geschichtenerzähler von Format.
Selbst vielsprachig unterwegs und sehr viel unterwegs – Krüss war zudem ein passionierter Reisender – hat er mit den Möglichkeiten der verschiedenen Sprachen und der eigenen Sprache gespielt. Damit hat er sein Publikum beglückt, sensibilisiert, ganz gewiss angesteckt und vor allem immer wieder überrascht.
Der wohltemperierte Leierkasten, Wenn die Möpse Schnäpse trinken. Die schönsten Gedichte, Kleine Katzen sind so drollig und so wollig und so mollig. Gedichte und Geschichten über Katzen, allesamt in diesem Jubiläumsjahr bei Reclam wieder erschienen, sprechen davon Bände.
Die Polulangrischen Lieder zeigen den Dichter von seiner vielleicht schrägsten, jedenfalls skurrilen, konsequenten und überaus kühnen Seite. Gesammelt, herausgegeben, mit Vorbemerkung, Anmerkungen, Fußnoten, Zeichnungen und einem Literaturverzeichnis von James Krüss, ist alles darin ausgedacht: die Inseln, die Sprachen, das Alphabet, die literaturwissenschaftlichen und historischen Verweise, die ganze behauptete Intertextualität.
21 Gesänge, von der Hymne übers Reise- bis zum Küchenlied, von der Sombusischen Sonnenode über das Zwilblizische Gewitterlied bis zum Totengesang der Wunglotten bedeuten 21 Mal Nonsense auf höchstem Niveau. Alles erfunden, alles nicht existent. Jetzt aber doch.
Denn so ist das mit Ideen: Einmal aufgeschrieben, sind sie fortan in der Welt. So wie Zauberer Korinthe. Der findet außerdem: „Und wenn ihr dies nicht glauben wullt / Vom Schri, vom Schra, vom Schreiben / Dann seid ihr schließlich selber schuld / Und lasst es eben bleiben.“
Wer sich jedoch darauf einlässt, wird fündig werden.“
Höpftbönöff!
Aber dass die Küchenschaben / Auch schon eine Zeitung haben, / Das ist weniger bekannt. / Täglich liest man dort / Nur das eine Wort: Höpftbönnöff!
Eine Zeitung für Bienen ist, folgt man Krüss in seinem Gedicht Höpftbönöff, ein alter Hut. Dass Küchenschaben ebenfalls in dem Metier unterwegs sind, ist ein typischer Coup. Der hat einen autobiografischen Bezug. Krüss war gerade mal zehn Jahre, als er auf Husum eine Schülerzeitung gründete. Der Titel? Die Kneifzange, denn da gab es einen Lehrer, der den Kindern an den Ohren zog, um sie auf Spur zu bringen. Schon als James ein kleiner Junge war, schrieb er dagegen an.
Krüss hat den Zweiten Weltkrieg erlebt und später die Zerstörung seiner geliebten Insel. 1944, nach abgeschlossener Lehrerausbildung, meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe und trat der NSDAP bei.
Der Zweite Weltkrieg endet, bevor er an die Front muss. Von Aussig in der Tschechoslowakei kehrt er zu Fuß und mit dem Fahrrad nach Cuxhaven zurück, unterwegs räumt er gedanklich auf mit der eigenen Begeisterung für und Verführung durch den Nationalsozialismus. Über 40 Jahre später wird er das in seinem autofiktionalen Roman Der Harmlos zumindest so beschreiben.
Nach dem Krieg gründet er die Zeitschrift Helgoland, sozusagen Höpftbönöff für Exil-Helgoländer. Ein zweites Mal entscheidet er sich für eine Lehrerausbildung, macht in Lüneburg sein Examen als Volksschullehrer – praktizierender Pädagoge wird er allerdings nie. Das sollte ihn mit seinem Mentor Erich Kästner verbinden, den er in seiner Münchner Zeit kennen lernt. Auch ihm schlägt er ein Zeitungsprojekt vor, daraus wird zwar nichts, aber Kästner ebnet ihm den Weg zum Rundfunk und ermutigt ihn, Kinderbuchautor zu werden.
Und so schrieb James Krüss Hörspiele, arbeitete für Schallplattenfirmen und später fürs Fernsehen; Sendungen wie „James Tierleben“, die er konzipierte und moderierte, machten ihn bekannt. Was für Kinder geeignet ist, wie viel Kindlichkeit, wie viel Schillersche Naivität es braucht, hat ihn ein Leben lang beschäftigt.
Sinn und Unsinn, alle beide
So viele Tage, wie das Jahr hat / So viele Mal findet Ihr / Gescheitheit, Anmut, Ernst und Freude / Und Sinn und Unsinn, alle beide / Im Buche hier.
1956 erschien sein erstes Kinderbuch Der Leuchtturm auf den Hummerklippen im Hamburger Oetinger Verlag, 1960 wurde er für Mein Urgroßvater und ich mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. 1959 brachte er die Anthologie So viele Tage wie das Jahr hat. 365 Gedichte für Kinder & Kenner. Gesammelt und aufgeschrieben von James Krüss im Mohn Verlag in Gütersloh heraus. Zum 100. hat Reclam den Band mit Illustrationen von Julia Dürr neu verlegt.
James Krüss ist hier nicht der Autor, sondern der Herausgeber. Wen er ausgesucht hat, sagt viel über sein Verständnis von Lyrik, Literatur, Kinderliteratur aus. Allein das Nachwort ist eine Kostbarkeit: Auf 30 Seiten denkt der Dichter schreibend über Gedichte für Kinder und Kindergedichte Nur für Erwachsene nach. Was Kindergedichte sein können und sind, was für Kinder geeignet ist, auch ohne für Kinder geschrieben worden zu sein, ist bis heute lesenswert.
Das Nachwort korrespondiert zudem formschön mit dem Vorwort, bei Krüss ist das natürlich ein Vorgedicht: So viele Tage wie das Jahr hat – nur für Kinder ist Türöffner zu einem vielstimmigen Lyrik-Hausbuch, das seinerseits Türöffner wird in den unerschöpflichen Kosmos der Poesie. Mit dabei sind Klassiker: Goethe, Schiller, Mörike, Keller, Rückert, von Fallersleben, außerdem Vertreter der modernen Kinderlyrik: Ringelnatz, Morgenstern, Paula und Richard Dehmel, schließlich die Zeitgenossen: Josef Guggenmos und Peter Hacks, mit dem Krüss befreundet war.
Weitere Stimmen kommen in der Neuauflage dazu, das zeichnet den Band zusätzlich aus: Gedichte wurden, so machen es die Anmerkungen vorbildlich transparent, behutsam dem heutigen Sprachgebrauch angepasst, andere, die inzwischen als diskriminierend wahrgenommen werden, wurden weggelassen, stattdessen kommen Dichterinnen, die bei Krüss weitgehend gefehlt haben, nun zu Wort. Das ist konsequent, klug und zeitgemäß. Und es stellt sich die Frage, was Krüss uns heute noch zu sagen hat.
Gedi-Geda-Gedichte
Doch dann pfeift sie und sie bimmelt, rattert, knattert, dampft und faucht, ruckelt, zuckelt, klappert, plappert, bebt und bibbert, rollt und raucht.
Eine ganze Menge, so scheint es. Und das bei allen Einschränkungen. Ein moderner Denker war Krüss nicht, ein widerständiger Geist auch nicht. Sein Frauenbild beispielsweise: konservativ, sein Umgang mit der jüngsten Vergangenheit: verhalten. Damit befand er sich im Konsens mit der jungen bundesrepublikanischen Gesellschaft. Auch sein Schreiben fügt sich ein in den Ton der Zeit. Seinen spielerischen, immer wieder experimentellen, eigenen Umgang mit Sprache hat er trotzdem gefunden und sich schreibend positioniert: lieber bestärkend als verunsichernd, lieber bestätigend als kritisch, stets unterhaltend und lehrreich. Schmunzelnd eben.
Und offensichtlich inspirierend. Wie sehr, beweist der Gedichtband Gedi, Geda, Gedichte. Reimlichkeiten für Klein und Groß, herausgegeben von Uwe-Michael Gutzschhahn. Der Übersetzer, Autor und Krüss-Fan aus Kindertagen, seit er Mein Urgroßvater und ich gelesen und geliebt hat, war oft auf Helgoland. Seine Idee: ein fünftägiges Dichtertreffen zu Ehren des Jubilars auf Helgoland abzuhalten und dort für, über, von James Krüss aus zu dichten und mit der eigenen Stimme, dem eigenen Sound, Witz und Weltsicht loszulegen.
Sieben zeitgenössische Dichterinnen und Dichter antworten nun auf die Sprachkunst von James Krüss. Der Klang der Vokale, die Krüss so oft seinen Gedichten zugrunde legte, führt bei Uwe-Michael Gutzschhahn zum A-Gedicht Alter Wal. Manfred Schlüter macht aus dem Zauberer Kori Kora Korinthe Die Birnenfrau Halli Hallo Helene, aus Henriette Bimmelbahn wird in der Variation von Lena Raubaum Liselotte Hafenfähre.
Wo Henriette einst ruckelt, zuckelt, klappert, plappert, bebt und bibbert, rollt und raucht, schmaucht und pocht jetzt Lieselotte. Seemannsgarn wird kunstvoll weitergesponnen, zum Oh des Staunens und dem Ah des Genusses gesellt sich das E des Erinnerns und des Wellentals. Dorthin entführt Mona Harry. Michael Augustin erfindet Ein paar Inseltiere; Das Salzmeer von Nils Mohl hat es in sich und zeigt, wie weit Kinderlyrik heute geht. Leuchtturm – was weißt du?, fragt Arne Rautenberg. Die Antwort in bestern Minimal Art: weiß / rot / weiß / rot. Und weil es bei Krüss häufig ausreicht, an einem einzigen Buchstaben zu drehen, verwandelt Rautenberg Helgoland virtuos ins Helgaland.
Leichtes, Lustiges, Listiges steht neben Nachdenklichem, wie das Inselwetter ist die Stimmung heiter bis bewölkt, Sturmtief inbegriffen, zuweilen verhangen, die Zeit: vergangen, aber hinter Nebel und Sprühregen und sowieso unter Wasser erfrischend und lebendig bis heute.
James-Krüss-Turm der Internationalen Jugendbibliothek in München, 2026
Der kleine Stern hieß Erde
Bald gibt's nur Asche noch und Rauch / Und von uns Menschen auch.
Von der Lyrik zur Prosa. Vom Fantasten zum Realisten? Die Haiteks oder Was kostet die Welt. Kein Märchen ist ein bislang unveröffentlichter Text, pünktlich zum Jubiläum bei Oetinger erschienen. Sieben Kapitel erzählen im Schnelldurchlauf eine komprimierte Menschheitsgeschichte. Die ist tatsächlich kein Märchen, sie endet miserabel, der Unterschied zwischen den ersten Sätzen des Prologs und den letzten des Epilogs könnte größer kaum sein. „Es war einmal ein kleiner Stern / der hatte seine Kinder gern“ gibt den maximal harmlosen Anfang im Ton eines Schlaflieds. Doch was Fortschrittsgeschichte sein könnte, erweist sich als Rückschrittsgeschichte mit Apokalypse.
Was ist passiert? Der Mensch, sein Forscherdrang und Erfindungsgeist sind passiert, aber eben auch seine Maßlosigkeit und Unbelehrbarkeit.
Ausgerechnet James Krüss tritt als pessimistischer Mahner auf, Krüss, zur Erinnerung, der in Kinderromanen wie Mein Urgroßvater und ich vorgemacht hat, wie heitere Welterfindung über Worte geht, als Privatperson schnelle Autos liebte und als begnadeter Reimer die Welt der Maschinen belebt und vermenschlicht hat: Seit 1958 rattert Henriette Bimmelbahn durch Kinderzimmer, Der kleine Doppeldecker und Der blaue Autobus folgen, es sind allesamt freundliche Maschinen – bei den Haiteks ändert sich das radikal.
Der Text lässt sich als Fortschreibung des gesellschaftskritischen Kinderromans Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen von 1962 verstehen – Krüss’ größter Erfolg. Darin hat er sich Gedanken gemacht über Kapitalismus, Konsum, Warenwerte und wahre Werte.
Im Haitek setzt er diese Überlegungen fort. Bald ragen die wie babylonische Türme in den Himmel, aufhalten lassen sie sich nicht.
1991 geschrieben, hat Krüss darin eingewoben, was ihn umgetrieben hat. Auch hier gibt es eine Ober- und eine Unterschicht, Krüss teilt sie ein in Caputalisten und Olfaktoriat. Ist das jetzt lustig? Kritisch? Oder doch naiv?
Kapitalistische Ausbeutung und Wachstumswahn sind Kernpunkte seiner Gesellschaftskritik. Die erreicht zumindest eines: Sie holt den Schriftsteller aus der meist durchweg sonnigen, windzerzausten harmlosen Heiterkeits-Ecke heraus.
Das Lied des Menschen
Was Tiere sind, das sind und bleiben sie. / Ein Wolf bleibt Wolf. / Ein Löwe bleibt ein Löwe. / Doch ich kann alles sein, Delphin und Möwe. / Ich bin ein Mensch. Ich habe Phantasie.
James Krüss hat aus all diesen Erfahrungen einen poetologischen Standpunkt abgeleitet. Das Gedicht Das Lied des Menschen legt davon beeindruckendes Zeugnis ab. Er war überzeugt davon, dass Geschichten und Gedichte, dass Worte und Bilder, dass die Fantasie das Denken beflügelt, Fragen und Hinterfragen überhaupt erst ermöglicht. Auch und gerade für Kinder. Wie andere große Autoren seiner Zeit, wie etwa Ottfried Preußler oder Michael Ende, folgte Krüss der Idee einer autonomen Kindheit voller Frei- und Spielräume, um kindliche Wünsche und eigene Fantasie auszuleben. Später gerieten diese Autoren deswegen unter Generalverdacht. Der große Vorwurf: Eskapismus. Weltflucht. Sie hingegen bekannten sich zum Schonraum Kindheit. Dass der offen ist für Wertevermittlung, Menschenliebe, für humanistisches Denken, dass der Fantasie immer auch Vernunft und Verantwortung zur Seite stehen, dass ein moralischer Kompass nicht nur für Inselmenschen wichtig ist, hat Krüss 1962 in seinem Essay Über den Zeigefinger in der Kinderliteratur festgehalten.
Den Zeigefinger oder Zeigestab lehnte er selbstverständlich ab. Ein Kinderbuchautor müsse kein Pädagoge sein, befand er. Wohl aber ein Moralist. Damit kommt er seinem einstigen Mentor Erich Kästner sehr nah. Aus dessen Füller wiederum stammen die vielleicht schönsten Anmerkungen zu James Krüss.
Zu dessen 35. Geburtstag am 31. Mai 1961 schrieb Kästner:
Er ist ein guter Jugendschriftsteller, weil er ein gute Schriftsteller ist [...] Der gute Jugendschriftsteller muss noch etwas ganz anderes sein und geblieben sein: ein Kind. Ein lebenslängliches Kind. [...] Er betrachtet die Welt, den Traum, die Fabel, die großen und kleinen Abenteuer des Lebens und auch die Sprache mit zwei Paar Augen. In seinem Kopf steckt ein zweiter, ein Kindskopf. Er lacht und weint zweistimmig. Er ist zwiefach neugierig und staunt doppelt. Und wenn er das Doppelte erzählt und zusammenreimt, klingt alles ganz einfach.
Das kann zum Feuer taugen, das bis heute leuchtet. Das gleichnamige Gedicht von James Krüss endet so: „Kleiner wird der Feuersbraus / Ein letztes Knistern / Ein feines Flüstern / Ein schwaches Züngeln / Ein dünnes Ringeln – Aus.“
Die Kästner-Zitate sind entnommen aus: James Krüss: Der wohltemperierte Leierkasten. Gedichte für Kinder, Eltern und andere Leute, mit Illustrationen von Eberhard Binder und einem Nachwort von Erich Kästner. Reclam 2026, S. 250f.
Zum Weiterlesen:
James Krüss. Ein Leben zwischen Inselwind und Wörtermeer
Paula Peretti, Dorthe Voss, illustriert von Maja Bohn
Atrium 2026, 16 Euro, ab 7 J.
Der wohltemperierte Leierkasten. Gedichte für Kinder, Eltern und andere Leute
James Krüss, mit Illustrationen von Eberhard Binder und einem Nachwort von Erich Kästner
Reclam 2026, 9 Euro
James Krüss für alle Lebenslagen. Die schönsten Gedichte und Geschichten
Hrsg. v. Ulrike Schuldes, mit Illustrationen von James Krüss und einem Nachwort von Tilman Spreckelsen
Reclam 2026, 8 Euro
Wenn die Möpse Schnäpse trinken. Die schönsten Gedichte
James Krüss, hrsg. v. Ulrike Schuldes, mit einem Nachwort von Hauke Krüss
Reclam 2026, 12 Euro
Kleine Katzen sind so drollig und so wollig und so mollig. Gedichte und Geschichten über Katzen
James Krüss, hrsg. v. Ulrike Schuldes, mit einem Nachwort von Ada Bieber
Reclam 2026, 12 Euro
Polulangrische Lieder
James Krüss
Reclam 2026, 16 Euro
So viele Tage wie das Jahr hat. 365 Gedichte für Kinder & Kenner
Gesammelt und herausgegeben von James Krüss, mit Illustrationen von Julia Dürr
Reclam 2026, 28 Euro
Gedi, Geda, Gedichte. Reimlichkeiten für Klein und Groß
Michael Augustin, Uwe-Michael Gutzschhahn, Mona Harry, Nils Mohl, Lena Raubaum, Arne Rautenberg, Manfred Schlüter
Hrsg. v. Uwe-Michael Gutzschhahn, mit Bildern von Henrike Wilson
Atrium 2026, 16 Euro, ab 5 J.
Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen
James Krüss
Oetinger 2026, 16 Euro, ab 10 J.
Die Haiteks oder: Was kostet die Welt. Kein Märchen
James Krüss, illustriert von Jörg Asselborn
Oetinger 2026, 20 Euro, ab 12 J.
James Krüss zum 100. Geburtstag>
Am 31. Mai 2026 wäre James Krüss 100 Jahre alt geworden. Neuerscheinungen anlässlich des Jubiläums sind wie Antworten auf sein Werk. Sie ermöglichen Wieder- und Neuentdeckungen. Die Autorin und Literaturkritikerin Christine Knödler nimmt uns mit auf eine kleine Reise durch ein bewegtes Leben, von Buch zu Buch, von Gedicht zu Gedicht.
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Wer an James Krüss denkt, denkt vermutlich an Inseln: an Helgoland, wo Krüss am 31. Mai 1926 geboren wurde, und an Gran Canaria, wo er von 1966 bis zu seinem Tod am 2. August 1997 lebte. Der denkt an den Mann mit Wollmütze, den Kopf voller Seemannsgarn, an Möwen, Meer und mehr, an Wind und Wetter, Sturm, Sand, samt und sonders, mithin an die Krüsssche Kunst minimaler Buchstabenverdrehung mit maximaler Wirkung. Der denkt an den Silbenjongleur und virtuosen Sprachakrobaten, an den Lautmaler, leichtfüßigen Luftikus und Worterfinder. Oder an den Tinte trinkenden, schmunzelnden Zauberer.
Und zauberte mit Tinte
Es lebte einst der Zauberer / Kori, Kora, Korinthe / Der saß in einem Tintenfass / Und zauberte mit Tinte.
James Krüss hat ABC- und Buchstaben-Gedichte geliebt, den freien Höhenflug, ausgehend von bekanntem Muster, um in Nonsens-Gedichten derartige Ordnungssysteme wieder auf den Kopf zu stellen. Bekennend unernst, aber durchaus mit ernstem Unterton, war er in seiner Prosa und in seiner Lyrik vor allem ein Geschichtenerzähler von Format.
Selbst vielsprachig unterwegs und sehr viel unterwegs – Krüss war zudem ein passionierter Reisender – hat er mit den Möglichkeiten der verschiedenen Sprachen und der eigenen Sprache gespielt. Damit hat er sein Publikum beglückt, sensibilisiert, ganz gewiss angesteckt und vor allem immer wieder überrascht.
Der wohltemperierte Leierkasten, Wenn die Möpse Schnäpse trinken. Die schönsten Gedichte, Kleine Katzen sind so drollig und so wollig und so mollig. Gedichte und Geschichten über Katzen, allesamt in diesem Jubiläumsjahr bei Reclam wieder erschienen, sprechen davon Bände.
Die Polulangrischen Lieder zeigen den Dichter von seiner vielleicht schrägsten, jedenfalls skurrilen, konsequenten und überaus kühnen Seite. Gesammelt, herausgegeben, mit Vorbemerkung, Anmerkungen, Fußnoten, Zeichnungen und einem Literaturverzeichnis von James Krüss, ist alles darin ausgedacht: die Inseln, die Sprachen, das Alphabet, die literaturwissenschaftlichen und historischen Verweise, die ganze behauptete Intertextualität.
21 Gesänge, von der Hymne übers Reise- bis zum Küchenlied, von der Sombusischen Sonnenode über das Zwilblizische Gewitterlied bis zum Totengesang der Wunglotten bedeuten 21 Mal Nonsense auf höchstem Niveau. Alles erfunden, alles nicht existent. Jetzt aber doch.
Denn so ist das mit Ideen: Einmal aufgeschrieben, sind sie fortan in der Welt. So wie Zauberer Korinthe. Der findet außerdem: „Und wenn ihr dies nicht glauben wullt / Vom Schri, vom Schra, vom Schreiben / Dann seid ihr schließlich selber schuld / Und lasst es eben bleiben.“
Wer sich jedoch darauf einlässt, wird fündig werden.“
Höpftbönöff!
Aber dass die Küchenschaben / Auch schon eine Zeitung haben, / Das ist weniger bekannt. / Täglich liest man dort / Nur das eine Wort: Höpftbönnöff!
Eine Zeitung für Bienen ist, folgt man Krüss in seinem Gedicht Höpftbönöff, ein alter Hut. Dass Küchenschaben ebenfalls in dem Metier unterwegs sind, ist ein typischer Coup. Der hat einen autobiografischen Bezug. Krüss war gerade mal zehn Jahre, als er auf Husum eine Schülerzeitung gründete. Der Titel? Die Kneifzange, denn da gab es einen Lehrer, der den Kindern an den Ohren zog, um sie auf Spur zu bringen. Schon als James ein kleiner Junge war, schrieb er dagegen an.
Krüss hat den Zweiten Weltkrieg erlebt und später die Zerstörung seiner geliebten Insel. 1944, nach abgeschlossener Lehrerausbildung, meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe und trat der NSDAP bei.
Der Zweite Weltkrieg endet, bevor er an die Front muss. Von Aussig in der Tschechoslowakei kehrt er zu Fuß und mit dem Fahrrad nach Cuxhaven zurück, unterwegs räumt er gedanklich auf mit der eigenen Begeisterung für und Verführung durch den Nationalsozialismus. Über 40 Jahre später wird er das in seinem autofiktionalen Roman Der Harmlos zumindest so beschreiben.
Nach dem Krieg gründet er die Zeitschrift Helgoland, sozusagen Höpftbönöff für Exil-Helgoländer. Ein zweites Mal entscheidet er sich für eine Lehrerausbildung, macht in Lüneburg sein Examen als Volksschullehrer – praktizierender Pädagoge wird er allerdings nie. Das sollte ihn mit seinem Mentor Erich Kästner verbinden, den er in seiner Münchner Zeit kennen lernt. Auch ihm schlägt er ein Zeitungsprojekt vor, daraus wird zwar nichts, aber Kästner ebnet ihm den Weg zum Rundfunk und ermutigt ihn, Kinderbuchautor zu werden.
Und so schrieb James Krüss Hörspiele, arbeitete für Schallplattenfirmen und später fürs Fernsehen; Sendungen wie „James Tierleben“, die er konzipierte und moderierte, machten ihn bekannt. Was für Kinder geeignet ist, wie viel Kindlichkeit, wie viel Schillersche Naivität es braucht, hat ihn ein Leben lang beschäftigt.
Sinn und Unsinn, alle beide
So viele Tage, wie das Jahr hat / So viele Mal findet Ihr / Gescheitheit, Anmut, Ernst und Freude / Und Sinn und Unsinn, alle beide / Im Buche hier.
1956 erschien sein erstes Kinderbuch Der Leuchtturm auf den Hummerklippen im Hamburger Oetinger Verlag, 1960 wurde er für Mein Urgroßvater und ich mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. 1959 brachte er die Anthologie So viele Tage wie das Jahr hat. 365 Gedichte für Kinder & Kenner. Gesammelt und aufgeschrieben von James Krüss im Mohn Verlag in Gütersloh heraus. Zum 100. hat Reclam den Band mit Illustrationen von Julia Dürr neu verlegt.
James Krüss ist hier nicht der Autor, sondern der Herausgeber. Wen er ausgesucht hat, sagt viel über sein Verständnis von Lyrik, Literatur, Kinderliteratur aus. Allein das Nachwort ist eine Kostbarkeit: Auf 30 Seiten denkt der Dichter schreibend über Gedichte für Kinder und Kindergedichte Nur für Erwachsene nach. Was Kindergedichte sein können und sind, was für Kinder geeignet ist, auch ohne für Kinder geschrieben worden zu sein, ist bis heute lesenswert.
Das Nachwort korrespondiert zudem formschön mit dem Vorwort, bei Krüss ist das natürlich ein Vorgedicht: So viele Tage wie das Jahr hat – nur für Kinder ist Türöffner zu einem vielstimmigen Lyrik-Hausbuch, das seinerseits Türöffner wird in den unerschöpflichen Kosmos der Poesie. Mit dabei sind Klassiker: Goethe, Schiller, Mörike, Keller, Rückert, von Fallersleben, außerdem Vertreter der modernen Kinderlyrik: Ringelnatz, Morgenstern, Paula und Richard Dehmel, schließlich die Zeitgenossen: Josef Guggenmos und Peter Hacks, mit dem Krüss befreundet war.
Weitere Stimmen kommen in der Neuauflage dazu, das zeichnet den Band zusätzlich aus: Gedichte wurden, so machen es die Anmerkungen vorbildlich transparent, behutsam dem heutigen Sprachgebrauch angepasst, andere, die inzwischen als diskriminierend wahrgenommen werden, wurden weggelassen, stattdessen kommen Dichterinnen, die bei Krüss weitgehend gefehlt haben, nun zu Wort. Das ist konsequent, klug und zeitgemäß. Und es stellt sich die Frage, was Krüss uns heute noch zu sagen hat.
Gedi-Geda-Gedichte
Doch dann pfeift sie und sie bimmelt, rattert, knattert, dampft und faucht, ruckelt, zuckelt, klappert, plappert, bebt und bibbert, rollt und raucht.
Eine ganze Menge, so scheint es. Und das bei allen Einschränkungen. Ein moderner Denker war Krüss nicht, ein widerständiger Geist auch nicht. Sein Frauenbild beispielsweise: konservativ, sein Umgang mit der jüngsten Vergangenheit: verhalten. Damit befand er sich im Konsens mit der jungen bundesrepublikanischen Gesellschaft. Auch sein Schreiben fügt sich ein in den Ton der Zeit. Seinen spielerischen, immer wieder experimentellen, eigenen Umgang mit Sprache hat er trotzdem gefunden und sich schreibend positioniert: lieber bestärkend als verunsichernd, lieber bestätigend als kritisch, stets unterhaltend und lehrreich. Schmunzelnd eben.
Und offensichtlich inspirierend. Wie sehr, beweist der Gedichtband Gedi, Geda, Gedichte. Reimlichkeiten für Klein und Groß, herausgegeben von Uwe-Michael Gutzschhahn. Der Übersetzer, Autor und Krüss-Fan aus Kindertagen, seit er Mein Urgroßvater und ich gelesen und geliebt hat, war oft auf Helgoland. Seine Idee: ein fünftägiges Dichtertreffen zu Ehren des Jubilars auf Helgoland abzuhalten und dort für, über, von James Krüss aus zu dichten und mit der eigenen Stimme, dem eigenen Sound, Witz und Weltsicht loszulegen.
Sieben zeitgenössische Dichterinnen und Dichter antworten nun auf die Sprachkunst von James Krüss. Der Klang der Vokale, die Krüss so oft seinen Gedichten zugrunde legte, führt bei Uwe-Michael Gutzschhahn zum A-Gedicht Alter Wal. Manfred Schlüter macht aus dem Zauberer Kori Kora Korinthe Die Birnenfrau Halli Hallo Helene, aus Henriette Bimmelbahn wird in der Variation von Lena Raubaum Liselotte Hafenfähre.
Wo Henriette einst ruckelt, zuckelt, klappert, plappert, bebt und bibbert, rollt und raucht, schmaucht und pocht jetzt Lieselotte. Seemannsgarn wird kunstvoll weitergesponnen, zum Oh des Staunens und dem Ah des Genusses gesellt sich das E des Erinnerns und des Wellentals. Dorthin entführt Mona Harry. Michael Augustin erfindet Ein paar Inseltiere; Das Salzmeer von Nils Mohl hat es in sich und zeigt, wie weit Kinderlyrik heute geht. Leuchtturm – was weißt du?, fragt Arne Rautenberg. Die Antwort in bestern Minimal Art: weiß / rot / weiß / rot. Und weil es bei Krüss häufig ausreicht, an einem einzigen Buchstaben zu drehen, verwandelt Rautenberg Helgoland virtuos ins Helgaland.
Leichtes, Lustiges, Listiges steht neben Nachdenklichem, wie das Inselwetter ist die Stimmung heiter bis bewölkt, Sturmtief inbegriffen, zuweilen verhangen, die Zeit: vergangen, aber hinter Nebel und Sprühregen und sowieso unter Wasser erfrischend und lebendig bis heute.
James-Krüss-Turm der Internationalen Jugendbibliothek in München, 2026
Der kleine Stern hieß Erde
Bald gibt's nur Asche noch und Rauch / Und von uns Menschen auch.
Von der Lyrik zur Prosa. Vom Fantasten zum Realisten? Die Haiteks oder Was kostet die Welt. Kein Märchen ist ein bislang unveröffentlichter Text, pünktlich zum Jubiläum bei Oetinger erschienen. Sieben Kapitel erzählen im Schnelldurchlauf eine komprimierte Menschheitsgeschichte. Die ist tatsächlich kein Märchen, sie endet miserabel, der Unterschied zwischen den ersten Sätzen des Prologs und den letzten des Epilogs könnte größer kaum sein. „Es war einmal ein kleiner Stern / der hatte seine Kinder gern“ gibt den maximal harmlosen Anfang im Ton eines Schlaflieds. Doch was Fortschrittsgeschichte sein könnte, erweist sich als Rückschrittsgeschichte mit Apokalypse.
Was ist passiert? Der Mensch, sein Forscherdrang und Erfindungsgeist sind passiert, aber eben auch seine Maßlosigkeit und Unbelehrbarkeit.
Ausgerechnet James Krüss tritt als pessimistischer Mahner auf, Krüss, zur Erinnerung, der in Kinderromanen wie Mein Urgroßvater und ich vorgemacht hat, wie heitere Welterfindung über Worte geht, als Privatperson schnelle Autos liebte und als begnadeter Reimer die Welt der Maschinen belebt und vermenschlicht hat: Seit 1958 rattert Henriette Bimmelbahn durch Kinderzimmer, Der kleine Doppeldecker und Der blaue Autobus folgen, es sind allesamt freundliche Maschinen – bei den Haiteks ändert sich das radikal.
Der Text lässt sich als Fortschreibung des gesellschaftskritischen Kinderromans Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen von 1962 verstehen – Krüss’ größter Erfolg. Darin hat er sich Gedanken gemacht über Kapitalismus, Konsum, Warenwerte und wahre Werte.
Im Haitek setzt er diese Überlegungen fort. Bald ragen die wie babylonische Türme in den Himmel, aufhalten lassen sie sich nicht.
1991 geschrieben, hat Krüss darin eingewoben, was ihn umgetrieben hat. Auch hier gibt es eine Ober- und eine Unterschicht, Krüss teilt sie ein in Caputalisten und Olfaktoriat. Ist das jetzt lustig? Kritisch? Oder doch naiv?
Kapitalistische Ausbeutung und Wachstumswahn sind Kernpunkte seiner Gesellschaftskritik. Die erreicht zumindest eines: Sie holt den Schriftsteller aus der meist durchweg sonnigen, windzerzausten harmlosen Heiterkeits-Ecke heraus.
Das Lied des Menschen
Was Tiere sind, das sind und bleiben sie. / Ein Wolf bleibt Wolf. / Ein Löwe bleibt ein Löwe. / Doch ich kann alles sein, Delphin und Möwe. / Ich bin ein Mensch. Ich habe Phantasie.
James Krüss hat aus all diesen Erfahrungen einen poetologischen Standpunkt abgeleitet. Das Gedicht Das Lied des Menschen legt davon beeindruckendes Zeugnis ab. Er war überzeugt davon, dass Geschichten und Gedichte, dass Worte und Bilder, dass die Fantasie das Denken beflügelt, Fragen und Hinterfragen überhaupt erst ermöglicht. Auch und gerade für Kinder. Wie andere große Autoren seiner Zeit, wie etwa Ottfried Preußler oder Michael Ende, folgte Krüss der Idee einer autonomen Kindheit voller Frei- und Spielräume, um kindliche Wünsche und eigene Fantasie auszuleben. Später gerieten diese Autoren deswegen unter Generalverdacht. Der große Vorwurf: Eskapismus. Weltflucht. Sie hingegen bekannten sich zum Schonraum Kindheit. Dass der offen ist für Wertevermittlung, Menschenliebe, für humanistisches Denken, dass der Fantasie immer auch Vernunft und Verantwortung zur Seite stehen, dass ein moralischer Kompass nicht nur für Inselmenschen wichtig ist, hat Krüss 1962 in seinem Essay Über den Zeigefinger in der Kinderliteratur festgehalten.
Den Zeigefinger oder Zeigestab lehnte er selbstverständlich ab. Ein Kinderbuchautor müsse kein Pädagoge sein, befand er. Wohl aber ein Moralist. Damit kommt er seinem einstigen Mentor Erich Kästner sehr nah. Aus dessen Füller wiederum stammen die vielleicht schönsten Anmerkungen zu James Krüss.
Zu dessen 35. Geburtstag am 31. Mai 1961 schrieb Kästner:
Er ist ein guter Jugendschriftsteller, weil er ein gute Schriftsteller ist [...] Der gute Jugendschriftsteller muss noch etwas ganz anderes sein und geblieben sein: ein Kind. Ein lebenslängliches Kind. [...] Er betrachtet die Welt, den Traum, die Fabel, die großen und kleinen Abenteuer des Lebens und auch die Sprache mit zwei Paar Augen. In seinem Kopf steckt ein zweiter, ein Kindskopf. Er lacht und weint zweistimmig. Er ist zwiefach neugierig und staunt doppelt. Und wenn er das Doppelte erzählt und zusammenreimt, klingt alles ganz einfach.
Das kann zum Feuer taugen, das bis heute leuchtet. Das gleichnamige Gedicht von James Krüss endet so: „Kleiner wird der Feuersbraus / Ein letztes Knistern / Ein feines Flüstern / Ein schwaches Züngeln / Ein dünnes Ringeln – Aus.“
Die Kästner-Zitate sind entnommen aus: James Krüss: Der wohltemperierte Leierkasten. Gedichte für Kinder, Eltern und andere Leute, mit Illustrationen von Eberhard Binder und einem Nachwort von Erich Kästner. Reclam 2026, S. 250f.
Zum Weiterlesen:
James Krüss. Ein Leben zwischen Inselwind und Wörtermeer
Paula Peretti, Dorthe Voss, illustriert von Maja Bohn
Atrium 2026, 16 Euro, ab 7 J.
Der wohltemperierte Leierkasten. Gedichte für Kinder, Eltern und andere Leute
James Krüss, mit Illustrationen von Eberhard Binder und einem Nachwort von Erich Kästner
Reclam 2026, 9 Euro
James Krüss für alle Lebenslagen. Die schönsten Gedichte und Geschichten
Hrsg. v. Ulrike Schuldes, mit Illustrationen von James Krüss und einem Nachwort von Tilman Spreckelsen
Reclam 2026, 8 Euro
Wenn die Möpse Schnäpse trinken. Die schönsten Gedichte
James Krüss, hrsg. v. Ulrike Schuldes, mit einem Nachwort von Hauke Krüss
Reclam 2026, 12 Euro
Kleine Katzen sind so drollig und so wollig und so mollig. Gedichte und Geschichten über Katzen
James Krüss, hrsg. v. Ulrike Schuldes, mit einem Nachwort von Ada Bieber
Reclam 2026, 12 Euro
Polulangrische Lieder
James Krüss
Reclam 2026, 16 Euro
So viele Tage wie das Jahr hat. 365 Gedichte für Kinder & Kenner
Gesammelt und herausgegeben von James Krüss, mit Illustrationen von Julia Dürr
Reclam 2026, 28 Euro
Gedi, Geda, Gedichte. Reimlichkeiten für Klein und Groß
Michael Augustin, Uwe-Michael Gutzschhahn, Mona Harry, Nils Mohl, Lena Raubaum, Arne Rautenberg, Manfred Schlüter
Hrsg. v. Uwe-Michael Gutzschhahn, mit Bildern von Henrike Wilson
Atrium 2026, 16 Euro, ab 5 J.
Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen
James Krüss
Oetinger 2026, 16 Euro, ab 10 J.
Die Haiteks oder: Was kostet die Welt. Kein Märchen
James Krüss, illustriert von Jörg Asselborn
Oetinger 2026, 20 Euro, ab 12 J.

