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Chamisso, Pfeife rauchend (Zeichnung von F. C. Weiß)
Dotierung: Hauptpreis mit 15.000 € und zwei Förderpreise mit je 7.000 €
Eigene Bewerbung: nein
Vergabe: wird nicht mehr vergeben
Ort: München
Organisation: Robert Bosch Stiftung
Kontakt:

Adelbert-von-Chamisso-Preis

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Ann Cotten, Gewinnerin des Adelbert-von-Chamisso-Preises 2014 © Yves Noir / Robert Bosch Stiftung

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Die PreisträgerInnen verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache. Damit ist der Preis der einzige seiner Art in Deutschland. Die Auszeichnung wird jährlich verliehen. Der Hauptpreis ist mit 15.000 € dotiert, die bis zu zwei Förderpreise mit je 7.000 €. Am Tag nach der Preisverleihung präsentieren die PreisträgerInnen traditionsgemäß ihre aktuellen Bücher im Literaturhaus München.

Der Adelbert-von-Chamisso-Preis geht auf eine Initiative Harald Weinrichs zurück, der die weitere Entwicklung maßgeblich mit beeinflusst. Der Preis wird anfangs definiert als Auszeichnung für deutsch schreibende AutorenInnen nicht deutscher Muttersprache. Wird die mit dem Preis gewürdigte Literatur seit den 80er-Jahren zunächst noch „Gastarbeiterliteratur“ genannt, entwickelt sie sich nach Öffnung des Eisernen Vorhangs zur sogenannten „Migrationsliteratur“, die verstärkt auch außereuropäische Einflüsse umfasst. Die gesellschaftliche Realität zeigt heute, dass eine stetig wachsende Autorengruppe mit Migrationsgeschichte Deutsch als selbstverständliche Muttersprache spricht. Für die Literatur dieser AutorenInnen ist der Sprach- und Kulturwechsel zwar thematisch oder stilistisch prägend, sie ist jedoch zu einem selbstverständlichen und unverzichtbarem Bestandteil deutscher Gegenwartsliteratur geworden.

V.l.n.r.: Adelbert-von-Chamisso-Preisträger 2015 Sherko Fatah und die FörderpreisträgerInnen 2015 Olga Grjasnowa und Martin Kordić © Yves Noir / Robert Bosch Stiftung

Seit der ersten Preisverleihung 1985 an Aras Ören und Rafik Schami werden mehr als sechzig SchriftstellerInnen aus über zwanzig Herkunftsländern ausgezeichnet. Die Ehrengabe zum Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung geht bisher an drei Persönlichkeiten, die durch ihr Lebenswerk in besonderer Weise im Sinne des Preises wirken: Jiří Gruša, Imre Kertész und Harald Weinrich.

Die Chamisso-PreisträgerInnen sind nicht nur hervorragende VertreterInnen der deutsch-sprachigen Gegenwartsliteratur, sondern haben auch eine wichtige Vorbild- und Vermittlungsfunktion. Die lebhafte Resonanz auf die zahlreichen Lesungen der PreisträgerInnen an Schulen, Bibliotheken und Kultureinrichtungen im gesamten deutschsprachigen Raum zeigt das hohe Interesse an ihrer Literatur und am vielstimmigen Reichtum der deutschen Sprache. Es macht den besonderen Charakter des Adelbert-von-Chamisso-Preises aus, dass er nicht allein in einer Prämierung besteht, sondern durch eine Begleitförderung das Lesen der AutorInnen gerade auch an Schulen ermöglicht.

Der Preis wird in dieser Form 2017 zum letzten Mal verliehen.



Externe Links:

Der Adelbert-von-Chamisso-Preis im Literaturhaus München

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Adelbert-von-Chamisso-Preises sowie die Ehrengabe

Preisverleihung 2015

Informationen zur Begleitförderung des Adelbert-von-Chamisso-Preises

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