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20.04.2026, 16:00 Uhr
Redaktion
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Lyrik im Dialog (Folge 3): Wanderungen und Totentänze

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V.l.n.r.: Dirk Uwe Hansen, Slata Roschal, Christoph Georg Rohrbach © Literaturportal Bayern

Lyrik im Dialog: Gedichte, die man unbedingt lesen und besprechen sollte! Ein Podcast für Lyrik und Lyrikkritik im Literaturportal Bayern; gefördert vom Kulturreferat der Stadt München

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Lyrik im Dialog ist ein Podcast für Lyrikkritik. Slata Roschal, Christoph Georg Rohrbach und Dirk Uwe Hansen, alle drei selbst als Lyrikschreibende, Lyrikvermittelnde und Lyrikübersetzende tätig, empfehlen in insgesamt sieben über das Jahr verteilten Folgen inspirierende Gedichtbände, die man unbedingt lesen sollte. Dabei widerlegt das Kritikerteam so manche Vorurteile (Lyrik ist weder stets gereimt noch kitschig) und macht mit seiner angeregten Diskussion und den ausgewählten Leseproben Lust auf Gedichte auf feine und kluge Texte.

In der dritten Folge: Wanderungen und Totentänze, die ab dem 23. April hier im Literaturportal verfügbar ist, lädt uns das Kritikerduo Slata Roschal und Georg Christoph Rohrbach zu einer inspirierenden Wanderung durch die poetisierten Naturräume ein, in denen es nicht nur Gipfelkreuzen an den Kragen geht und es höchst vielschichtig „gewettert“ und gewittert, sondern auch Totentänze in ihrer politischen Lesart, als Metaphernreigen einer kulturellen Krise, hörend erfahrbar werden. 

Zeit also, genau hinzusehen und zu hören, mit der Besprechung der folgenden drei Gedichtbände:    

Daniel Bayerstorfer und Tobias Roth, Kreuzfällen. Epyllion (Verlagshaus Berlin 2025). In diesem vielschichtigen Langedicht über das Fällen von Gipfelkreuzen wird aus dem empirisch-humoristischen und multidimensionalen Unterwegssein in der Natur (nicht nur des Alpenraums) eine ebenso poetische wie geistreiche Auseinandersetzung mit dem religiösen Symbol des Kreuzes „in der Pupille des Winters.“

Jakob Leiner, Gewetter (Quintus Verlag 2022). Bereits der assoziationsreiche Titel lädt die Lesenden auf lakonisch-unaufgeregte wie vielstimmig-kluge Weise dazu ein, gemeinsam spazieren zu gehen und dabei der Poesie, die sich im „natürlichen Raum“ verbirgt, auf die Spur zu kommen. Denn, „verehrte Empörte", es ist, laut Gewetter übrigens auch erlaubt, „weg und ziellos zu sein.“

Andreas Unterweger, Totentanz (Ausstellungstext, Galerie Marenzi 2025: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.). Der Tod als Gleichmacher, der Totentanz als Zeichen der kulturellen Krise – dem Autor gelingt ein eleganter Spagat zwischen Kulturgeschichte und Gegenwartsbezug. Die mittelalterliche Motivik wird in diesen explizit politischen Gedichten anschaulich und poetisch pointiert fruchtbar gemacht. „Der Tod“, so Unterweger, „führt keine Koalitionsgespräche.“     

Des Weiteren wirbt Lyrik im Dialog auch für lyrische Einwanderungenin den Schulalltag. Denn leider kommen insbesondere zeitgenössische Gedichte in den allgemeinen Lehrplänen kaum vor, ebenso wenig die geschulte und gezielte Vermittlung eines lyrischen Kanons. Allen Lehrenden seien daher hiermit für die eigene, inspirierende Unterrichtsgestaltung und diesbezügliche Weiterbildung die folgenden Institutionen empfohlen:

Die Stiftung Lyrik Kabinett München (insbesondere mit ihrer Reihe Lust auf Lyrik. Gedichte an Schulen), das Literaturportal Bayern (u.a. mit den kreativen Schreib- und Dichterwerkstätten Zukunft öffnen an bayerischen Schulen), der Friedrich-Bödecker-Kreis e.V. sowie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit ihren jährlichen Lyrik-Empfehlungen (samt didaktischer Vermittlungstipps).     

Lyrik im Dialog setzt darüber hinaus auch auf den Dialog mit seinen Zuhörerinnen und Zuhörern. Das Team freut sich über inspirierende Titelvorschläge! Bitte als PDF an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Die vierte Folge wird dann am 26. Juni im Literaturportal Bayern zu hören sein.