Bayerns beste Independent Bücher 2026
Mit der Empfehlungsliste „Bayerns beste Independent Bücher“ werden zehn herausragende Neuerscheinungen von unabhängigen Verlagen aus Bayern gewürdigt.
*
Der Traum des Jaguars von Miguel Bonnefoy; Übersetzung aus dem Französischen von Kirsten Gleinig, erschienen im Eisele Verlag, München (Belletristik)
Als eine stumme Bettlerin in Maracaibo, Venezuela, ein Neugeborenes auf den Stufen einer Kirche findet und sich seiner annimmt, ahnt sie nicht, welch außergewöhnliches Schicksal dem Waisenkind bevorsteht. Antonio Borjas Romero wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf und wird doch zu einem der berühmtesten Männer seines Landes. Auch gewinnt er die Liebe seines Lebens für sich: die talentierte Ana Maria, die sich als Ärztin einen Namen machen und in den Wirren der Revolution ihre Tochter gebären wird. Sie tauft sie auf den Namen ihrer stolzen Nation: Venezuela. Doch die hat nur Augen für Paris, ihre große Sehnsucht ...

Der Traum des Jaguars (Eisele Verlag)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verlegerin Julia Eisele
Heute bin ich ein Horizont / Hoje sou um horizonte von Leonardo Tonus (Hg.) et al.; Übersetzung aus dem Portugiesischen von Lilli-Hannah Hoepner, erschienen im Hagebutte Verlag, München (Lyrik)
Die Anthologie Heute bin ich ein Horizont / Hoje sou um horizonte lädt die Leserinnen und Leser dazu ein, einen vielfachen Horizont zu durchschreiten: den der zeitgenössischen brasilianischen Poesie, den der Gastfreundschaft zwischen den Sprachen und Kulturen und den der Vorstellungskraft, die sich – wie der Horizont selbst – stets über das hinaus öffnet, was wir zu sehen vermögen. Die elf Autorinnen und Autoren spiegeln in ihren Gedichten die literarische, kulturelle und ethnische Diversität Brasiliens. Ihre Lyrik wurde erstmalig ins Deutsche übertragen und ist auch in der Originalsprache enthalten. Alle Gedichte sind individuell bebildert – von insgesamt 21 Illustratorinnen und Illustratoren.

Heute bin ich ein Horizont (Hagebutte Verlag)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verleger Martin Pflanzer
1e*r schreibt sich in den Abgrund. Sammlung der Gedichte von LJ Jeschke, erschienen im hochroth Verlag, München (Lyrik)
Nach LJ Jeschkes mehrfach prämiertem Debüt Die Anthologie der Gedichte betrunkener Frauen (hochroth München, 2019) liegt nun der zweite Band vor: 1e*r schreibt sich in den Abgrund. Sammlung der Gedichte ist ein Dokument des halben Jahrzehnts 2020–2025. Die Texte beschäftigen sich mit Arbeit und Freizeit und den Grenzen der Mittagspause, mit der Innerlichkeit des ‚German genders‘ und der Möglichkeit von ‚transition‘. Vorerst gilt: Wer nicht passt, wird von den Agenten und Agentinnen der FDP heimgesucht. Kein Wunder, dass immer wieder die Rede ist von Trauer und Düsternis. Und doch bestehen die Gedichte darauf, dass über Vergangenes und Zukunft – fragmentarisch – gesprochen werden kann. Gedichte zum Sammeln und Versammeln, Gedicht-Notizen, die erweitert werden können um eigene.

1e*r schreibt sich in den Abgrund (hochroth Verlag)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verleger Hannes Munziger
Ein Hund namens Katze von Tomi Kontio; Übersetzung aus dem Finnischen von Maximilian Murmann, erschienen im Jupitermond Verlag, Würzburg (Kinder- und Jugendliteratur)
Ein Hund namens Katze erzählt von einem kleinen Welpen, der von seiner Mutter so genannt wurde, weil Katzen als unabhängig gelten. Doch der Hund fühlt sich vor allem einsam, bis er einem obdachlosen Mann begegnet. In warmherzigem Ton und mit leisem Humor entfaltet sich eine Geschichte über Freundschaft, Zugehörigkeit und das Bedürfnis, seinen Platz in der Welt zu finden. Tomi Kontio, einer der renommiertesten finnischen Kinderbuchautoren, und die vielfach ausgezeichnete Illustratorin Elina Warsta schaffen ein modernes Märchen, das poetisch, ehrlich und zutiefst menschlich ist.

Ein Hund namens Katze (Jupitermond Verlag)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verlegerin Susanne Götz-Schneck
100 Tage zu Hause von Matilda Gyllenberg; Übersetzung aus dem Finnlandschwedischen von Franziska Hüther, erschienen im limbion Verlag, Dießen a. Ammersee (Kinder- und Jugendliteratur)
Ein temporeicher Roman über Schulangst, Mut und Freundschaft – und einen Tintenfisch im Bauch. Nach den Weihnachtsferien schafft Nike es nicht mehr in die Schule: Alles ist zu laut, zu grell, zu viel. In ihrem Bauch lebt ein Tintenfisch, der manchmal einen Tentakel ausstreckt und jemanden berührt, den sie mag. Es macht „Slash!“, alles wird schwarz und plötzlich kann sie diesen Menschen nicht mehr ertragen. 100 Tage hält die Angst sie gefangen. Doch als ein Schwimmbad abbrennt, geraten sie und ihre Freundin Mia in einen Kriminalfall. Nike stellt sich ihren größten Ängsten und findet zurück ins Leben. Mit Witz, Tempo und Empathie erzählt Matilda Gyllenberg von einem Mädchen, das sich aus der Angst befreit – dicht an der Erlebniswelt junger Leserinnen und Leser (ab 9 J.).

100 Tage zu Hause (limbion Verlag)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verlegerin Lisa Hammerl
Alles soll sehr weiß sein von Ute Wegmann, erschienen im MaroVerlag, Augsburg (Belletristik)
Der Roman porträtiert selbstständige Frauen dreier Generationen in ihrem Alltag zwischen 1930 und 1990. Hertha bringt ihre 1935 geborene Tochter Ellen durch den Zweiten Weltkrieg. Sie arbeitet in der Wäscherei eines Klosters, das nach der Besetzung durch die SS zum Lazarett wird. Ellen baut als Sechzehnjährige die Firma der Eltern mit auf und erlebt die Wirtschaftswunderjahre. Ellens Tochter Dora verlässt das Dorf und studiert. Ihre Jugend ist geprägt von der Studentenbewegunge, der RAF-Zeit und der Forderung, die nationalsozialistischen Verbrechen aufzuklären. Doch zu Hause wird, wie überall, geschwiegen. Gesellschaftliche Prägungen und persönliche Haltungen der Familie und die Frage, wie die Frauen vor, während und nach dem Krieg lebten und arbeiteten, stehen im Mittelpunkt des Romans.

Alles soll sehr weiß sein (MaroVerlag)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verlegerin Sara Kaesmayr
Mach Kunst draus! von Kinderkunsthaus; Texte: Judith Silbereisen, Fotos und Videos: Elisa Spaltner, Grafik und Gestaltung: Anke Elbel, erschienen im Mixtvision Verlag, München (Kinder- und Jugendliteratur, Kunst- und Sachbuch)
Kunst entsteht dort, wo Neugier auf Material trifft: Mach Kunst draus! versammelt 30 kreative Projekte, die Kinder spielerisch an künstlerisches Gestalten heranführen und dazu einladen, selbstbestimmt und frei mit Formen, Farben und Techniken zu experimentieren. Ob abstrahierte Collagen in Yves-Klein-Blau, Einstrichzeichnungen wie Pablo Picasso oder Spachteltechnik mit Farbexplosion: Hier darf gedacht, gebaut, gescheitert und gestaunt werden. Jede Gestaltungstechnik ist mit einer kurzen, über einen QR-Code erreichbaren Videoanleitung ausgestattet, die komplett ohne Sprache auskommt. Pointierte Seitenblicke zu Künstlern wie Mark Rothko, Cy Twombly oder Riko Ueda schlagen Brücken zwischen Kunstgeschichte und Gegenwart, Atelier und Kinderzimmer.

Mach Kunst draus! (Mixtvision Verlag)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit der stellv. Verlegerin Lena Frenzel
Sorry Vienna. Short Stories von Lukas Kubina (Hg.); Übersetzung aus dem Englischen von Caroline Schmidt und Shane Anderson, erschienen bei Sorry Press Verlag (Belletristik)
Eine Stadt, dreizehn Kurzgeschichten. Der zweisprachige Sammelband (Deutsch / Englisch) führt die Leserinnen und Leser durch Wien. Spuren aus der Vergangenheit und Monster der Gegenwart kommen zusammen. Und zurecht drängt sich die Frage auf: „Ja bitte, wer fährt in den Urlaub, wenn er eh schon in Wien ist?“ Nach „Sorry Siracusa“ ist „Sorry Vienna“ der zweite Halt der nomadischen Sorry Press Writers Residency. An jedem Ziel entsteht ein Sammelband mit Kurzgeschichten von lokalen und Gastautorinnen und -autoren. Im Laufe der Zeit entsteht eine Bibliothek literarischer Reiseführer.

Sorry Vienna. Short Stories (Sorry Press)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verleger und Herausgeber Lukas Kubina
Einhorn, Leder, Sternenstaub – Blicke ins Universum der Queerkultur von Institut für moderne Kunst, Nürnberg (Hg.), erschienen bei strafruit publications (Kunst- und Sachbuch)
Das Universum queerer Kultur ist so bunt und vielfältig wie die Menschheit selbst. Und die Geschichte der Menschen, die sich als queer verstehen, reicht weiter zurück, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Denn Schwule, Lesben, Trans* und Inter, aber auch nichtbinäre Personen und viele weitere LGBTIQ* Identitätsentwürfe gab es – gerade in der Kunst – schon lange, bevor dafür Begriffe gefunden wurden. Marian Wild erforscht Geschichte und Erscheinungsformen queerer Kunst und Kultur, erklärt Schlüsselereignisse und stellt relevante Vertreter*innen der queeren Gemeinschaft vor. Als roter Faden dienen Werke der Bildenden Kunst, des Films und der Musik, die von queeren Künstler*innen geschaffen wurden, sich mit queeren Aspekten beschäftigen oder eine mögliche queere Lesart beinhalten.

Einhorn, Leder, Sternenstaub (starfruit publications)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verleger Manfred Rothenberger
Ortswechsel Bukarest. Ein Stadttagebuch von Arinda Crăciun (Text und Ill.), Eva Ruth Wemme (Text und Übersetzung aus dem Rumänischen), erschienen im Susanna Rieder Verlag, München (Kunst- und Sachbuch, Bibliophiles)
Dieses Stadttagebuch bietet einen neuen Blick auf die vielfältige europäische Metropole Bukarest und legt das Identitätsstiftende der rumänischen Hauptstadt frei. Informative Texte wechseln sich ab mit persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen der Autorinnen. Die rumänischstämmige Illustratorin Arinda Crăciun ist dabei stets eine Reisende, die temporär in ihre Heimat zurückkehrt und sie aus dieser Perspektive für andere Besucherinnen und Besucher zugänglich macht.

Ortswechsel Bukarest (Susanna Rieder Verlag)
Podcast: Christine Knödler im Gespräch mit Verlegerin Susanna Rieder
Externe Links:

