Rainald Goetz
Der 1954 geborene Rainald Goetz gehört zu den radikalen Chronisten der deutschen Gegenwart und gilt als prägender Kopf der Popliteratur. In seinen Romanen, Theaterstücken und Blogs seziert er die Auswüchse von Subkultur, Medienwelt und Spitzenwirtschaft.
Werdegang
Rainald Goetz wird in München geboren. Er besucht ein humanistisches Gymnasium, verbringt ein High-School-Jahr in Michigan. Nach dem Abitur studiert er an der Münchner LMU und an der Pariser Sorbonne Medizin und Geschichte, die er beide mit Promotion abschließt. Bereits 1976 beginnt er, für die Süddeutsche Zeitung zu schreiben, später kommen die Musikzeitschrift Spex, das Kulturmagazin Merkur und das Societyblatt Vanity Fair als Auftraggeber hinzu. Solch vorderhand journalistische Arbeiten gehen oft in seine Romane und Prosabände ein. Rainald Goetz lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin.
Noch bevor sein erstes Buch erscheint, wird Goetz der breiteren Masse bekannt: Während seiner Lesung beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb im Jahr 1983 schlitzt er sich mit einer Rasierklinge die Stirn auf; er beendet die Lesung blutüberströmt.
Wichtige Werke (Auswahl)
1983 publiziert er seinen Debütroman Irre, der von seiner Arbeit in der Psychiatrie handelt. In der Folge reüssiert der Autor auch als Dramatiker, 1986 erscheint die Trilogie Krieg. Es folgen Dramen, Hörstücke, Tagebücher und gedruckte Weblogs, die allesamt von einem großen Interesse an Medien und deren Rhetorik, an verschiedenen Jugendkulturen sowie an den, auch sprachlichen, Strukturen und Versehrtheiten zeitgenössischer Subjektivität geprägt sind. Mit dem Netztagebuch Abfall für alle (1999) wird Goetz zu einem Pionier des literarischen Bloggens in Deutschland. Der Techno-Roman Rave erscheint ein Jahr zuvor. Zusammen mit dem Stück Jeff Koons, der Erzählung Dekonspiratione und Celebration. Texte und Bilder zur Nacht bilden sie die fünfteilige Reihe Heute morgen (1998–2000).
2008 erscheint der „Bericht“ loslabern, in dem Goetz die Nullerjahre besichtigt; elfter september 2010 sammelt Bilder aus dieser Zeit, aufgenommen vor allem in Berlin. 2012 kommt sein Roman Johann Holtrop heraus, in dem Goetz Aufstieg und Fall des Spitzenmanagers der Assperg AG, Dr. Johann Holtrop, thematisiert. Nach einer längeren literarischen Pause, wird wird sein Theaterstück Baracke 2023 am Deutschen Theater Berlin (Regie: Claudia Bossard) uraufgeführt.
Preise & Auszeichnungen
Seine Trilogie Krieg wird 1988 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. 2015 erhält er den Georg-Büchner-Preis und 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Sekundärliteratur:
Die neue Erzählung Rave von Rainald Goetz und ihre mediale Umwelt, (o.J.).
Macher, Hannes S. (2004): Rainald Goetz (*24.5.1954). Das Leben in Deutschland als Alptraum. In: Schweiggert, Alfons; Macher, Hannes S. (Hg.): Autoren und Autorinnen in Bayern. 20. Jahrhundert. Bayerland Verlag, Dachau, S. 380.
Rainald Goetz und sein zweiter Roman Kontrolliert, (1996).
Rainald Goetz über die Steinzeit der elektronischen Welt, (o.J.).
Externe Links:
Literatur von Rainald Goetz im BVB
Literatur über Rainald Goetz im BVB
Rainald Goetz in der Wikipedia
Der 1954 geborene Rainald Goetz gehört zu den radikalen Chronisten der deutschen Gegenwart und gilt als prägender Kopf der Popliteratur. In seinen Romanen, Theaterstücken und Blogs seziert er die Auswüchse von Subkultur, Medienwelt und Spitzenwirtschaft.
Werdegang
Rainald Goetz wird in München geboren. Er besucht ein humanistisches Gymnasium, verbringt ein High-School-Jahr in Michigan. Nach dem Abitur studiert er an der Münchner LMU und an der Pariser Sorbonne Medizin und Geschichte, die er beide mit Promotion abschließt. Bereits 1976 beginnt er, für die Süddeutsche Zeitung zu schreiben, später kommen die Musikzeitschrift Spex, das Kulturmagazin Merkur und das Societyblatt Vanity Fair als Auftraggeber hinzu. Solch vorderhand journalistische Arbeiten gehen oft in seine Romane und Prosabände ein. Rainald Goetz lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin.
Noch bevor sein erstes Buch erscheint, wird Goetz der breiteren Masse bekannt: Während seiner Lesung beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb im Jahr 1983 schlitzt er sich mit einer Rasierklinge die Stirn auf; er beendet die Lesung blutüberströmt.
Wichtige Werke (Auswahl)
1983 publiziert er seinen Debütroman Irre, der von seiner Arbeit in der Psychiatrie handelt. In der Folge reüssiert der Autor auch als Dramatiker, 1986 erscheint die Trilogie Krieg. Es folgen Dramen, Hörstücke, Tagebücher und gedruckte Weblogs, die allesamt von einem großen Interesse an Medien und deren Rhetorik, an verschiedenen Jugendkulturen sowie an den, auch sprachlichen, Strukturen und Versehrtheiten zeitgenössischer Subjektivität geprägt sind. Mit dem Netztagebuch Abfall für alle (1999) wird Goetz zu einem Pionier des literarischen Bloggens in Deutschland. Der Techno-Roman Rave erscheint ein Jahr zuvor. Zusammen mit dem Stück Jeff Koons, der Erzählung Dekonspiratione und Celebration. Texte und Bilder zur Nacht bilden sie die fünfteilige Reihe Heute morgen (1998–2000).
2008 erscheint der „Bericht“ loslabern, in dem Goetz die Nullerjahre besichtigt; elfter september 2010 sammelt Bilder aus dieser Zeit, aufgenommen vor allem in Berlin. 2012 kommt sein Roman Johann Holtrop heraus, in dem Goetz Aufstieg und Fall des Spitzenmanagers der Assperg AG, Dr. Johann Holtrop, thematisiert. Nach einer längeren literarischen Pause, wird wird sein Theaterstück Baracke 2023 am Deutschen Theater Berlin (Regie: Claudia Bossard) uraufgeführt.
Preise & Auszeichnungen
Seine Trilogie Krieg wird 1988 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. 2015 erhält er den Georg-Büchner-Preis und 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Die neue Erzählung Rave von Rainald Goetz und ihre mediale Umwelt, (o.J.).
Macher, Hannes S. (2004): Rainald Goetz (*24.5.1954). Das Leben in Deutschland als Alptraum. In: Schweiggert, Alfons; Macher, Hannes S. (Hg.): Autoren und Autorinnen in Bayern. 20. Jahrhundert. Bayerland Verlag, Dachau, S. 380.
Rainald Goetz und sein zweiter Roman Kontrolliert, (1996).
Rainald Goetz über die Steinzeit der elektronischen Welt, (o.J.).
