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Geb.: 18.12.1946 in Letzau
Gest.: 21.5.2014 in Untertürken
© privat

Peter Klewitz

Der in Burghausen lebende Journalist, Schauspieler, Drehbuchautor und Theaterpädagoge Peter Klewitz wächst in Schwandorf auf und studiert in Regensburg Germanistik und Geschichte. Während eines Zeitungsvolontariats lernt er den Schriftsteller Eugen Oker kennen, der ihn in seinem Interesse an Mundartliteratur beeinflusst. Hauptberuflich ist Peter Klewitz danach für mehrere bayerische Zeitungen als Redakteur tätig, zuletzt als Korrespondent für die Weidener Tageszeitung Der neue Tag mit eigener Redaktion in Regensburg.

Erste Texte erscheinen in Zammglaabt (Regensburg 1977), in Schnittpunkt (Edelhausen 1982), im Weidener Lesebuch (Weiden 1983) und im Oberpfälzer Mundart Lesebuch (Regensburg 1983).

30 Jahre lang ist Peter Klewitz in der Theaterlandschaft zuhause. Er schreibt drei historische Festspiele für Orte in Ostbayern: Vom Hussenkrieg für Neunburg vorm Wald, das auf den spätmittelalterlichen Gesang Vom Hussenkrieg des Schwarzhofener Humanisten Paul Zeidler zurückgeht, Lieber bairisch sterben für Aidenbach und Gefangen in Trausnitz für den gleichnamigen Ort bei Pfreimd. Daneben entstehen weitere Stücke für das experimentelle Theater, zum Teil satirische Popularisierungen klassischer Stücke der Weltliteratur (Hamlet – mia gangst und Wia's uns taugt nach Shakespeare oder Banditen nach Schillers Die Räuber).

2000 erscheint im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz (Amberg) sein Handbuch Theaterlust. Festspiele in Ostbayern – ein Vademecum für jeden Theaterinteressierten. 2001 wird sein deutsch-tschechisches Freilichtspiel Auf der Goldenen Straße zuerst in Bärnau (Landkreis Tirschenreuth), dann im tschechischen Tachov (Tachau) aufgeführt. Der bunte Bilderbogen um alltägliche Sorgen und weltpolitische Nöte spielt um 1360 in einer Herberge zwischen Bärnau und Tachov.

2007 gründet Klewitz die Volksbühne Spinnrad, das erste professionelle Volkstheater der Oberpfalz mit Residenz im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen (später Regensburg). Seit 1990 arbeitet der engagierte Theaterprotagonist in Workshops und Seminaren mit Jugendlichen, Erwachsenen, Pädagogen, Managern, Behinderten im Theaterbereich und im Bereich des Kommunikationstrainings.

2005 produziert er den Mittelalter-Kinofilm Ekkelins Knecht – für den er auch das Drehbuch schreibt – mit einem Minimalbudget, doch mit der aktiven Unterstützung von rund 200 ehrenamtlichen Mitwirkenden und Helfern. An geldwerter Leistung werden so rund zwei Millionen Euro eingebracht. Klewitz versteht dieses Projekt als gesellschaftspolitisches Signal und resümiert: „Ekkelins Knecht ist ein Ritterfilm, der ganz anders ist als alles, was man unter diesem Sujet sonst versteht. Hier wird das Mittelalter (anno domini 1381) aus dem Blickwinkel der kleinen Leute geschildert, die dem Spiel der Mächtigen ausgeliefert sind.“ Das fränkisch-oberpfälzische Historiendrama ist nicht zuletzt eine Geschichte verlorener Ideale. Umgesetzt wird Ekkelins Knecht durch den Münchner Regisseur Reinhard Kungel.

Es entstehen weitere Filme zum Thema Mittelalter für den Geschichtsunterricht an Schulen und Freilichtspiele im ostbayerischen Raum, so u.a. die Neuburger Kaiserhochzeit.

Im Sommer 2012 kehrt der zuletzt in Burghausen lebende Peter Klewitz in die Oberpfalz zurück und inszeniert in Schwandorf den Agatha-Christi-Krimi Ein unerwarteter Gast. Am 21. Mai 2014 stirbt der Autor bei einem Reitunfall in Untertürken im Landkreis Rottal-Inn.

Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

„su“ (2014): Peter Klewitz bei Reitunfall gestorben. In: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg), Kultur, 23. Mai.

Stumpfi, Karl (2014): Peter Klewitz hinterlässt tiefe Spuren. In: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg), Kultur, 24. Mai.


Externe Links:

Literatur von Peter Klewitz im BVB

Ekkelins Knecht

Spinnrad

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