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Geburtsjahr: 1557
in München
Todesjahr: 1614 in Ingolstadt

Ferdinand Crendel

Der Münchner Ferdinand Crendel tritt 1574 dem Jesuitenorden bei, wird Lehrer der Grammatik-, sieben Jahre der Humanitäts- und vier Jahre der Rhetorikklasse. Von ihm stammt eine jesuitische Schulkomödie nach dem Vorbild des Jacob Pontanus (1542-1626) und Jakob Gretsers (1562-1625), dem er wissenschaftlich zuarbeitet, unter dem Titel Abulojatreutes sive Ignaviae proscriptio: „Ein Student wird durch die Ignavia verführt, die Verderberin deswegen geächtet. Die Virtus verteilt die Schulpreise. Der Herold Aretaphoetegeraodotes belohnt die Faulen. Stück und Preisverteilung sind ineinander verwebt. Das Stück zählt etwa 25 Spieler, mit Allegorien durchsetzt. Es atmet ganz den Geist Pontan[u]s, den Geist eines schulmeisterlichen, verchristlichten Humanismus.“ (Johannes Müller)

Das Stück wird 1588 in Dillingen aufgeführt. Neben Augsburg als Bischofssitz zählt die Universitätsstadt Dillingen zu den wichtigsten geistigen Zentren jesuitischer Literaturpflege in Schwaben, in der auch andere barocke Autoren wie Wolfgang Starck, Anton Claus, der erwähnte Jacob Pontanus sowie Jakob Bidermann (1578-1639) wirken.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Müller, Johannes (1930): Das Jesuitendrama in den Ländern deutscher Zunge vom Anfang (1555) bis zum Hochbarock (1665). Bd. 2 (Schriften zur deutschen Literatur für die Görresgesellschaft, 8). Benno Filser Verlag, Augsburg, S. 11.

Pörnbacher, Karl (2002): Schwäbische Literaturgeschichte. Tausend Jahre Literatur aus Bayerisch Schwaben. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, S. 148.


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