Literarische Liebespaare

Bayern war von jeher ein Landstrich, der Menschen aus aller Herren Länder anzog. Die Schönheit der Landschaft, die Kultur in den Städten und nicht zuletzt die vielgepriesene Liberalitas Bavariae führten dazu, dass es besonders am Beginn des 20. Jahrhunderts, als in vielen Ländern Zensur und politische Unterdrückung herrschte, Politiker, Philosophen, Künstler und Intellektuelle nach Bayern verschlug. Sie kamen um zu bleiben – zumindest eine Zeitlang. Unter den Expatriates, die nach Bayern kamen, waren auch Paare, die es zum einen zusammen und zum anderen jeder für sich zu außerordentlicher Berühmtheit brachten. Einige kamen einfach, um zu leben. Sie bildeten die berühmt-berüchtigte Schwabinger Bohème. Einige kamen, um im Schutz der liberalen bayerischen Gesetzgebung an der Veränderung der Gesellschaft mitzuwirken. Wieder andere wollten sich künstlerisch verwirklichen und fanden hier das richtige Umfeld für ihre Kunst. Die meisten ließen sich in München nieder. Nur ein paar wenige erkundeten das bayerische Umland, um festzustellen, dass es sich auch außerhalb der Hauptstadt wunderbar leben ließ.  Diese Wagemutigen zogen mit Sack und Pack aufs Land und sorgten für Staunen und Kopfschütteln.

Viele der Paare, die in Bayern in jener Zeit Zwischenstation gemacht hatten, haben Literaturgeschichte geschrieben – als Autoren oder als Rollenmodelle. Von ihnen wird im Folgenden die Rede sein. Ausgewählt wurden sie vor allem, weil sie über ihre literarische Wirkung hinaus auch Kultur und Sozialgeschichte geschrieben haben. Denn an ihrem Beispiel zeigt sich, dass der Begriff „Paar“ schon vor über 100 Jahren weitaus mehr beinhaltete als zwei Menschen, als Mann und Frau, als Du und ich.


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

Sekundärliteratur:

Literaturliste als PDF



Kommentar schreiben
https://www.literaturportal-bayern.de/images/lpbthemes/startpage/liebe_karlstadt_valentin_start.jpg
Liesl Karlstadt und Karl Valentin (Bayerische Staatsbibliothek/Porträtsammlung)