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Edelstetten, Schwäbisches Literaturschloss e.V.

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© Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten, e.V.

Im Schwäbischen Barockwinkel bei Günzburg liegt das Schloss Edelstetten. Als Kloster ist es seit 1500 zunächst weltliches Damenstift für adlige Frauen, die dort bis zu ihrer Heirat versorgt werden. Im Zuge der Säkularisation geht Edelstetten in weltlichen Besitz über, das Barockkloster 1804 in den der Fürstenfamilie Esterházy. Die ungarische Adelsfamilie hat sich durch ihre Treue zu den österreichischen Habsburgern während der Napoleonischen Kriege ausgezeichnet. Der Erwerb von Edelstetten als neuer Reichsgrafschaft ermöglicht den Esterházys, Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat des Heiligen Römischen Reiches zu erhalten – ein Privileg, das sie allerdings nur kurz, bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806, genießen können. Berühmt wird die Familie Esterházy als Förderer von Joseph Haydn, Franz Liszt und Franz Schubert. Ganz nach dieser mäzenatischen Familientradition liegt es heute im Interesse der Besitzerin Ursula Fürstin Esterházy, das historische Gebäude in Schwaben einer lebendigen Nutzung für Kunst und Kultur zuzuführen.

So wird 2009 gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft unter dem Ordinarius Professor Dr. Hans Wellmann der Verein „Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten“ gegründet. Zielsetzung des Vereins ist es, schwäbische Literatur und schwäbischen Dialekt zu fördern und zu pflegen – durch Veranstaltungen, Publikationen und in der Zukunft vielleicht auch mit einem Archiv und Museum. Den Vereinsvorsitz führt bis 2014 Dr. Georg Simnacher, Bezirkstagspräsident a. D. Seitdem hat Prof. Klaus Wolf das Amt inne, seines Zeichens Augsburger Lehrprofessor für Deutsche Literatur und Sprache des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit dem Schwerpunkt Bayern.

Der Vorstand; © Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten, e.V.

In eindrucksvoller Schlosskulisse, beispielsweise im Chinesischen Saal, der aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist, lesen heute regelmäßig schwäbische Literaten aus ihren Werken. Auch werden die großen Dichterinnen und Dichter Bayerisch-Schwabens wie Arthur Maximilian Miller, Sebastian Sailer und Ludwig Aurbacher in Erinnerung gebracht. Hier bekommt zudem der schwäbische Dialekt seine Bühne, sei es im Mundart-Kabarett, beim Hoigata von Heimatschriftstellern oder auch aus wissenschaftlicher Sicht. Der Verein hat dafür den „Sprechenden Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben“ erstellt, der auf dem „Kleinen Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben“ (Wißner-Verlag, 2007) basiert und auf ca. 180 Karten und dazugehörigen Kommentaren einen wissenschaftlich fundierten und zugleich für den Laien verständlichen Überblick über die Vielfalt der Dialekte Bayerisch-Schwabens und des angrenzenden Oberbayern bietet. Der Sprechende Sprachatlas wird in der Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO) präsentiert.

   

© Stephan Kellner; Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten, e.V.

Jedes Jahr zum Vatertag wird ein Literarischer Salon veranstaltet. Unter der Leitung von Prof. Klaus Wolf wurde 2015 ein Symposium zum Thema „Dramatisches Schwaben“ abgehalten, bei dem Schriftsteller wie Sebastian Wild und Sebastian Seiler besprochen wurden. 2016 können sich kulturbeflissene schwäbische Väter statt auf den Bierwagen ins Literaturschloss zum schwäbischen Poetry Slam flüchten. Ab 2018 wird sogar ein schwäbischer Jedermann aufgeführt.

 

 

Sekundärliteratur:

Von Hagen, B.; Wegener-Hüssen, A. (2014): Denkmäler in Bayern - Landkreis Günzburg - Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Denkmäler. Hg. von Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. München.


Externe Links:

Grußwort des Vorsitzenden Prof. Dr. Klaus Wolf

Sprechender Sprachatlas

Schwäbisches Literaturarchiv

Artikel in der Augsburger Allgemeinen

Facebookseite der Institution

Die Institution in der BSB

 

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