Lyrik im Dialog (Folge 5): Lyrik als Performance und Widerstand
Lyrik im Dialog: Gedichte, die man unbedingt lesen und besprechen sollte! Ein Podcast für Lyrik und Lyrikkritik im Literaturportal Bayern; gefördert vom
Kulturreferat der Stadt München.
*
Lyrik im Dialog ist ein Podcast für Lyrikkritik. Slata Roschal,
Christoph Georg Rohrbach und
Dirk Uwe Hansen, alle drei selbst als Lyrikschreibende, Lyrikvermittelnde und Lyrikübersetzende tätig, empfehlen in insgesamt sieben über das Jahr verteilten Folgen inspirierende Gedichtbände, die man unbedingt lesen sollte. Dabei widerlegt das Kritikerteam so manche Vorurteile (Lyrik ist weder stets gereimt noch kitschig) und macht mit seiner angeregten Diskussion und den ausgewählten Leseproben Lust auf Gedichte – auf feine und kluge Texte.
In der fünften Folge: Lyrik als Performance und Widerstand, die ab dem 25. September
hier im Literaturportal verfügbar ist, empfiehlt das Kritikerduo, dieses Mal bestehend aus Slata Roschal und Christoph Georg Rohrbach, wieder drei sehr unterschiedlich akzentuierte, anregende und wichtige Gedichtbände.
Unterstützt die regionalen Buchläden! Außerdem appellieren sie an unser aller Solidarität in punkto Bücherkauf. Die folgenden drei Werke bitte daher auch unbedingt über die Verlage und Buchhandlungen beziehen. Denn die reale Unterstützung von Literatur fängt vor dem Lesen bereits beim Kaufverhalten an:
Franziska Winkler (Hg.),
handverlesen: Gebärdensprachpoesie in Lautsprache (hochroth Verlag 2023). Ausgezeichnet mit einer Verlagsprämie des Freistaats Bayern, Bayerns beste Independent Bücher 2023, stellt dieses Werk unsere Lesegewohnheiten auf höchst produktive Weise auf den Kopf. Anders als die tradierten Lesegedichte ist die Gebärdensprachpoesie visuell, sinnlich und nutzt den dreidimensionalen Raum. Per eingespeistem QR-Code kann man die Originalgedichte neben der Lautsprache auch per Video erleben. Ein Lyrikerlebnis der ganz besonderen Art.
Jule Weber,
ich zeichne meinen standort auf die haut (Haymon Verlag 2025). Die versierte und preisgekrönte Slampoetin Jule Weber lotet in ihrem Gedichtband die Grenzen zwischen Lyrik und Performance aus und setzt sich mit ihren Versen, die zwischen reicher Bildersprache und prosaisch klug platzierten, prägnanten Provokationen changieren, mit der auch feministisch motivierten Frage auseinander: „Wie setze ich Grenzen?“ Dies ist ein Gedichtband, der lange nachhallt. Denn schließlich besteht laut dieser Verse der „radikalste Akt des Widerstands“ darin, „gegen alle Erwartungen glücklich zu sein.“
Nancy Hünger,
4 Uhr kommt der Hund. Ein unglückliches Sprechen (edition AZUR 2020). Das Motto dieses überaus eindringlichen, bemerkenswerten Gedichtbands, die Losung Shibboleth, spielt auf elementare Grenzerfahrungen an – auf Ich-Verlust, Todesnähe, Depression: Es gibt Dinge, die sich dem Erzählen entziehen, die man nur über den „Herzmund“ aussprechen kann. Und nicht einmal mehr ein Wort entscheidet mitunter über Leben und Tod, sondern dessen richtige Aussprache. Selten erscheint die Entscheidung gegen die Prosa und für die Kraft der Lyrik so logisch und folgerichtig wie in diesem Werk von Nancy Hünger.
Lyrik im Dialog setzt darüber hinaus auch auf den Dialog mit seinen Zuhörerinnen und Zuhörern. Das Team freut sich über inspirierende Titelvorschläge! Bitte als PDF an:
Die sechste Folge wird dann am 30. Oktober im Literaturportal Bayern zu hören sein.
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Lyrik im Dialog: Gedichte, die man unbedingt lesen und besprechen sollte! Ein Podcast für Lyrik und Lyrikkritik im Literaturportal Bayern; gefördert vom
Kulturreferat der Stadt München.
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Lyrik im Dialog ist ein Podcast für Lyrikkritik. Slata Roschal,
Christoph Georg Rohrbach und
Dirk Uwe Hansen, alle drei selbst als Lyrikschreibende, Lyrikvermittelnde und Lyrikübersetzende tätig, empfehlen in insgesamt sieben über das Jahr verteilten Folgen inspirierende Gedichtbände, die man unbedingt lesen sollte. Dabei widerlegt das Kritikerteam so manche Vorurteile (Lyrik ist weder stets gereimt noch kitschig) und macht mit seiner angeregten Diskussion und den ausgewählten Leseproben Lust auf Gedichte – auf feine und kluge Texte.
In der fünften Folge: Lyrik als Performance und Widerstand, die ab dem 25. September
hier im Literaturportal verfügbar ist, empfiehlt das Kritikerduo, dieses Mal bestehend aus Slata Roschal und Christoph Georg Rohrbach, wieder drei sehr unterschiedlich akzentuierte, anregende und wichtige Gedichtbände.
Unterstützt die regionalen Buchläden! Außerdem appellieren sie an unser aller Solidarität in punkto Bücherkauf. Die folgenden drei Werke bitte daher auch unbedingt über die Verlage und Buchhandlungen beziehen. Denn die reale Unterstützung von Literatur fängt vor dem Lesen bereits beim Kaufverhalten an:
Franziska Winkler (Hg.),
handverlesen: Gebärdensprachpoesie in Lautsprache (hochroth Verlag 2023). Ausgezeichnet mit einer Verlagsprämie des Freistaats Bayern, Bayerns beste Independent Bücher 2023, stellt dieses Werk unsere Lesegewohnheiten auf höchst produktive Weise auf den Kopf. Anders als die tradierten Lesegedichte ist die Gebärdensprachpoesie visuell, sinnlich und nutzt den dreidimensionalen Raum. Per eingespeistem QR-Code kann man die Originalgedichte neben der Lautsprache auch per Video erleben. Ein Lyrikerlebnis der ganz besonderen Art.
Jule Weber,
ich zeichne meinen standort auf die haut (Haymon Verlag 2025). Die versierte und preisgekrönte Slampoetin Jule Weber lotet in ihrem Gedichtband die Grenzen zwischen Lyrik und Performance aus und setzt sich mit ihren Versen, die zwischen reicher Bildersprache und prosaisch klug platzierten, prägnanten Provokationen changieren, mit der auch feministisch motivierten Frage auseinander: „Wie setze ich Grenzen?“ Dies ist ein Gedichtband, der lange nachhallt. Denn schließlich besteht laut dieser Verse der „radikalste Akt des Widerstands“ darin, „gegen alle Erwartungen glücklich zu sein.“
Nancy Hünger,
4 Uhr kommt der Hund. Ein unglückliches Sprechen (edition AZUR 2020). Das Motto dieses überaus eindringlichen, bemerkenswerten Gedichtbands, die Losung Shibboleth, spielt auf elementare Grenzerfahrungen an – auf Ich-Verlust, Todesnähe, Depression: Es gibt Dinge, die sich dem Erzählen entziehen, die man nur über den „Herzmund“ aussprechen kann. Und nicht einmal mehr ein Wort entscheidet mitunter über Leben und Tod, sondern dessen richtige Aussprache. Selten erscheint die Entscheidung gegen die Prosa und für die Kraft der Lyrik so logisch und folgerichtig wie in diesem Werk von Nancy Hünger.
Lyrik im Dialog setzt darüber hinaus auch auf den Dialog mit seinen Zuhörerinnen und Zuhörern. Das Team freut sich über inspirierende Titelvorschläge! Bitte als PDF an:
Die sechste Folge wird dann am 30. Oktober im Literaturportal Bayern zu hören sein.
