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Geb.: 25. 3.1962 in Schwandorf
Foto: privat

Günter Maria Bregulla

Günter Maria Bregulla wächst auf in der Großen Kreisstadt Schwandorf als Sohn eines aus Oberschlesien stammenden Elektroingenieurs der Fa. Siemens. Das elterliche Wohnhaus – Marktplatz 13 – ist eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Häuser seit Mitte des 16. Jahrhunderts. Zusammen mit dem späteren Dramatiker Wolfsmehl drückt Günter Maria Bregulla im Schwandorfer Gymnasium die Schulbank. Bis heute verbindet die beiden eine Künstlerfreundschaft.

1982 lässt sich Bregulla zum Redakteur der Mittelbayerischen Zeitung (Regensburg) ausbilden, wo ihm seine Leidenschaft zur Fotografie zugute kommt. 1989 zieht er nach München, wo er als Musikredakteur der populären Jugendzeitschrift BRAVO arbeitet. Publizistische Reiseprojekte führen ihn u.a. in die Türkei, nach Kuba, Indien und Nepal. Ab Mitte der 1990er-Jahre baut er für den australischen Medienkonzern „PMP Communications“ den deutschen Attic Futura Verlag auf.

2002 macht Bregulla sich mit einem eigenen Verlag in München selbständig, der heute unter dem Namen „va bene publishing“ im Bereich Corporate Publishing und Content Marketing tätig ist. Parallel konzentriert er sich immer mehr auf seine künstlerische Arbeit, die er seit 2014 in der Firma „BULLGEAR Vision“ bündelt. Seine im Journalismus geprägten Wurzeln bilden den Ausgangspunkt künstlerischer Arbeiten zu politischen und sozialen Fragen, die ihn selbst bewegen und denen er in vielen seiner Werke (Fotomalerei, Gemälde, Prosa und Lyrik) individuellen Ausdruck verleiht.

Für die Erinnerung

Verblasst
Und doch von Macht erfüllt
Quälend
Dabei durch Sehnsucht gestillt
Unbequem
Durch Reflexion zu Wert geführt
Erinnerung
Mit Emotion zum Handeln gerührt

Günter Maria Bregulla

2019 erscheint Günter Maria Bregullas Kunstlesebuch Todeswinter. Erinnerungen eines Flüchtlingskindes, in dem er Prosa, Lyrik, journalistische Texte sowie Aquarellmalerei zu einem künstlerischen Gesamtwerk verknüpft. Der Autor erzählt darin die dramatische Geschichte seines Vaters Wolfgang Bregulla (1934-2017), „damit sie vor dem Vergessen bewahrt und für zukünftige Generationen erhalten“ bleibt:

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs flüchtet dieser im Alter von zehn Jahren zusammen mit seiner achtjährigen Schwester und der unterwegs schwer erkrankten Mutter vor der Roten Armee aus der oberschlesischen Regierungs- und Oderstadt Oppeln Richtung Westen, wo im Harz eine ältere Schwester seines Vaters lebt. Getrennt von Vater und Mutter erleben die beiden Kinder eine mehrwöchige, traumatisierende Odyssee über Breslau und Görlitz und gelangen, da die Zugwege wegen der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 versperrt sind, durch das Sudetenland nach Hof in Bayern, wo die Irrfahrt am 26. Februar 1945 in Schwandorf endet.

Die Kinder landen bei einer Pflegefamilie im benachbarten Fronberg; die Bombardierung Schwandorfs am 17. April 1945 überstehen sie im Felsenkeller der Schlossbrauerei. Ein Wunder, das schließlich im Wiedersehen mit dem aus Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Vater im Herbst 1946 kulminiert. „Es ist eine Geschichte voller Momente größter Tragik und zartester Hoffnung“, so Thomas Dobler in Der neue Tag.

Gegen das Vergessen

Im Nebel längst vergangener Jahre
Verdrängt
Von all dem was der Tag beschert
Liegt der Schlüssel zum Leben derer die noch kommen
Der Weg
Der Hoffnung auf das Morgen uns gewährt

Günter Maria Bregulla

Derzeit arbeitet Günter Maria Bregulla an einem weiteren Buchprojekt, dessen Ausgangspunkt Dante Alighieris Commedia ist – ein Stoff, der ihn bereits 2018 zu seinem Bild „Inferno“ inspiriert hat. Der Maler-Poet lebt und arbeitet als Verlagskaufmann und Künstler abwechselnd in München und Schwandorf, mit Exkursen in der Toskana.

Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Baron, Bernhard M. (2020): Schwandorfs Kriegssplitter in der Literatur. In: Der neue Tag (Weiden i.d. OPf.), 15. April, S. 15.

Dobler, Thomas (2020): Stationen einer langen Irrfahrt. In: Der neue Tag (Weiden i.d. OPf.), 20. April.

Heinzl, Hubert (2019): Ein Haus voller Erinnerungen. In: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg), 9. April.


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