Info
Geb.: 15. 1.1742 in Taiting bei Augsburg
Gest.: 28.4.1794 in Donauwörth
Heinrich Braun; Beda Mayr: Ein Päckchen Satiren aus Oberdeutschland, München, 1770 [BSB-Sign.: Enc. 137#Beibd.3]
Namensvarianten: Felix Mayr (Taufname); Sebastian Leo (Pseud.)

Beda Mayr

Beda Mayr studiert in Augsburg, München und Freiburg im Breisgau, legt am 29. September 1762 sein Ordensgelübde in Heilig Kreuz zu Donauwörth ab und wird daselbst Professor für Theologie und Philosophie, zuletzt Prior des Klosters. Um das Verständnis zwischen Katholiken und Protestanten bemüht (Der erste Schritt zur künftigen Vereinigung der katholischen und evangelischen Kirche, gewaget von – fast wird man es nicht glauben – gewaget von einem Mönche, 1779), verfasst Mayr theologische Schriften, die seine irenische, d.h. friedfertige Haltung in Glaubensfragen ausdrücken (Vertheidigung der natürlichen, christlichen, und katholischen Religion. Nach den Bedürfnissen unserer Zeiten, 3 Bde., 1787-89).

Darüber hinaus tritt er als Verfasser von Satiren (Ein Päckchen Satiren aus Oberdeutschland, 1769) und Schuldramen hervor. Unter seinen dramatischen Werken finden sich Lust-, Schau- und Singspiele. – Lustspiele: Ein seltener und ein gewöhnlicher Narr (1779), Der Schatz und die Rarität (1781), Die gebesserten Verschwender und der bestrafte Geiz (1781), Die belohnte Ehrlichkeit (1792), Die Erde steht (1792). – Schauspiele (mit pädagogischen Tendenzen): Die guten Söhne (1781), Der junge Freigeist (1785), Die belohnte Mildtätigkeit (1786), Die partheyische und unpartheyische Kinderliebe (1787), Mit Schaden wird man klug (1789), Der blinde Harfner (1790), Der Komödienfehler (1790). – Singspiele: Der Eremit auf der Schlangeninsel (nach August von Kotzebue, 1785), Die Jagd der sieben Schwaben auf einen Haasen (1786), Die Mode, ein Singspiel nach der Mode (1787), Pyramus und Thisbe (1794). Andere Dramen handeln von historischen Persönlichkeiten bzw. königlichen Gestalten: von Ludwig dem Strengen, oder die blinde Eifersucht (1782), vom letzten Stauferkönig Konradin. Herzog aus Schwaben (1783), oder von Ludwig dem Höcker oder der bestrafte Undank der Kinder gegen die Eltern (1784).

Mayr hat zudem, wie andere im Kloster, Texte für Kantaten, Oratorien und Operetten geschrieben. Neben der Schriftstellerei betätigt er sich als versierter Prediger, geschickter Bibliothekar und redlicher Ordensmann, der seine Brüder „mit Weisheit und klugem Betragen, mit Thätigkeit, und strenger Vollziehung der Standespflichten vorleuchtete“ (Clemens A. Baader).

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Deutsches Literatur Lexikon (DLL). Biographisch-bibliographisches Handbuch. Begründet von Wilhelm Kosch, fortgeführt von Carl Ludwig Lang. 3., völlig neu bearb. Aufl. 1968ff. Ca. 33 Bde. und 6 Ergänzungsbde. Bd. 10. Bern und Zürich, S. 658.

Lindner, Pirmin (1880): Die Schriftsteller und die um Wissenschaft und Kunst verdienten Mitglieder des Benediktinerordens im heutigen Königreich Bayern vom Jahre 1750 bis zur Gegenwart. Bd. 2. Regensburg, S. 137-141.

Pörnbacher, Hans (2014): Beda (Felix) Mayr 1742-1794. Literat, Lehrer, Mönch. In: Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte 18, S. 291-317.

Pörnbacher, Karl (2002): Schwäbische Literaturgeschichte. Tausend Jahre Literatur aus Bayerisch Schwaben. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, S. 184.


Externe Links:

Literatur von Beda Mayr im BVB

Literatur über Beda Mayr im BVB

Beda Mayr in der DDB

Beda Mayr in der Deutschen Biographie

 

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